In der 1. Klasse Mitte-West hat SV Europlan Pram gegen Union MAO Bodenbeschichtung Taiskirchen beim 1:1 einen späten Heimsieg aus der Hand gegeben. Nach einem torlosen ersten Durchgang brachte Benjamin Grosz die Gastgeber nach der Pause in Führung, ehe der Ausgleich erst in der Nachspielzeit fiel. Sportlicher Leiter Rainer Wöllinger sah trotz großer Personalsorgen einen Auftritt, bei dem sich Pram „mit dem Einsatz einen Sieg verdient“ hätte.

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Der Spielverlauf hatte aus Pramer Sicht zwei klar unterschiedliche Hälften. Wöllinger machte keinen Hehl daraus, dass die Gäste zunächst den besseren Eindruck hinterließen. „Erste Halbzeit war Taiskirchen besser“, sagte der sportliche Leiter ganz offen. Auf der Anzeigetafel stand zur Pause zwar ein 0:0, im Spiel selbst sah er die Vorteile aber zunächst beim Gegner. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aus seiner Sicht deutlich. „Zweite Halbzeit sind wir gut ins Spiel gekommen mit unseren jungen Spielern“, betonte Wöllinger. Gerade dieser Punkt war ihm wichtig, weil Pram mit vielen Ausfällen in die Partie gehen musste. Trotz dieser Personalsorgen habe seine Mannschaft das Spiel offen gestaltet und sich nicht nur auf das Verteidigen beschränkt.
Belohnt wurde diese Steigerung in der 61. Minute, als Benjamin Grosz das 1:0 für Pram erzielte. Wöllinger beschrieb den Treffer als „super Abschluss“, mehr wollte und musste er dazu gar nicht sagen, weil damit schon deutlich wurde, wie wichtig dieses Tor für den Spielverlauf war. Pram hatte sich damit die gute Phase nach der Pause auch auf der Anzeigetafel erarbeitet. Dass die Schlussphase dann noch so unerquicklich wurde, lag auch an der Roten Karte gegen Florian Sperl in der 74. Minute. Wöllinger wollte daraus kein großes Thema machen, sagte aber doch klar: „Die Rote Karte muss man nicht geben, meiner Meinung nach. Aber das ist im Fußball so. Fünfzig-fünfzig-Entscheidungen gehen mal so und mal so aus.“ In Unterzahl blieb Pram trotzdem lange vorne. Erst in der Nachspielzeit gelang Peter Hörmandinger noch das 1:1 für Taiskirchen. Wöllinger sprach dabei von einer „Unaufmerksamkeit“, nach der seine Mannschaft den späten Ausgleich hinnehmen musste.
Gerade deshalb fiel die Einordnung nach dem Schlusspfiff bei Pram auch zweigeteilt aus. Einerseits sagte Wöllinger: „Spielverlauf gesehen in Summe okay.“ Andererseits war deutlich herauszuhören, dass dieses Remis weh tat, weil der Ausgleich so spät fiel und weil die Mannschaft mit viel Einsatz dagegenhielt. „Die Mannschaft hätte sich aus Sicht des SV Europlan Pram einen Sieg verdient“, meinte er. Was gut funktionierte, fasste er mit einfachen Worten zusammen: „Kampfgeist, Einsatz hat super funktioniert.“ Wegen der vielen Ausfälle war laut Wöllinger klar, „dass nicht alles funktioniert“, vor allem nach vorne seien dadurch weniger Möglichkeiten da gewesen. Umso höher bewertete er, dass seine Elf trotzdem immer wieder gefährliche Konter setzen konnte und Taiskirchen im zweiten Durchgang kaum zu Torchancen kommen ließ.
Unterm Strich blieb für die Gastgeber also ein Punkt, der nach dem späten Gegentor bitter schmeckte, den Wöllinger mit etwas Abstand aber auch realistisch einordnete. „Wenn so viele Stammspieler fehlen, ist es dann auch mal okay, wenn man solch ein Spiel unentschieden spielt“, sagte er. Besonders positiv hob er die jungen Spieler hervor, die sich nach seiner Einschätzung nicht versteckten, sondern sich gut in die Partie hineinarbeiteten. „Mich freut besonders, dass unsere jungen Spieler so gut in das Spiel reingefunden und sich auch wirklich sehr gut präsentiert haben.“ Genau darin lag für Pram an diesem Nachmittag wohl die wichtigste Erkenntnis: Der verpasste Sieg ärgerte, doch Einsatz, Moral und die Leistung der jungen Kräfte geben trotz des späten 1:1 einiges mit für die nächsten Aufgaben.