In der 1. Klasse Nord-Ost hat sich die Union Ried/Riedmark gegen die TSU SCRIMO Wartberg/Aist mit 2:1 durchgesetzt und dabei zwei völlig unterschiedliche Hälften erlebt. Trainer Matthias Lindtner sah zunächst einen Plan, der voll aufging, danach aber viel Druck der Gäste. „Der letzte Wille war da“, sagte er nach einem Sieg, der vor allem kämpferisch viel wert war.
Die Grundlage für den Heimsieg legte Ried in einer ersten Halbzeit, die aus Sicht von Lindtner genau in die Richtung lief, die sich seine Mannschaft vorgenommen hatte. „Wir hatten einen klaren Matchplan gegen eine Mannschaft mit Drei- beziehungsweise Fünferkette“, sagte der Trainer. Vor allem über die Seiten wollte seine Elf ins Spiel kommen, das Zentrum dicht halten und so immer wieder in Umschaltmomente gelangen. Genau das funktionierte laut Lindtner gut. In der 25. Minute brachte Felix Alexander Haider die Gastgeber nach einem durchgesteckten Pass in Führung, als er alleine auf den Tormann zulief, diesen umkurvte und einschob. Nur zwei Minuten später legte derselbe Spieler nach und machte per Freistoß das 2:0. Lindtner sprach davon, dass seine Mannschaft die guten Aktionen vor der Pause endlich auch einmal in Zählbares ummünzen konnte. Ganz ruhig wurde es für Ried aber nicht, denn Wartberg blieb im Spiel und verkürzte noch vor der Pause: Florian Seiberl traf in der 41. Minute nach einer kurz abgespielten Standardsituation mit einem Weitschuss sehenswert ins lange Eck zum 2:1.
Was nach der Pause folgte, war aus Sicht des Rieder Trainers der eigentliche Knackpunkt der Partie. Seine Mannschaft musste im zweiten Durchgang, nach einer Gelb/Roten Karte, rund 35 Minuten lang viel Druck der Gäste überstehen. Lindtner machte kein Geheimnis daraus, was danach gefragt war: „Die zweite Halbzeit war wirklich reiner Kampf.“ Ried kam kaum noch dazu, das Spiel so anzulegen wie vor der Pause, sondern war fast nur noch mit Verteidigen beschäftigt. Der Trainer hob hervor, dass sich seine Mannschaft „in jeden Schuss reingeworfen“ und sehr viel geblockt habe. Gleichzeitig ordnete er das Geschehen ehrlich ein. Wartberg sei zu sehr vielen guten Möglichkeiten gekommen. „Da muss man ehrlicherweise von Glück reden, dass es nicht zu mehr Toren gekommen ist“, sagte Lindtner offen. Dass trotzdem kein weiteres Gegentor mehr fiel, war für ihn der entscheidende Teil dieses 2:1.
Für Lindtner war dieser Erfolg nicht nur wegen der 90 Minuten wichtig, sondern auch wegen der Wochen davor. „Es waren keine leichten Wochen für uns“, sagte der Trainer und erinnerte daran, dass sich seine Mannschaft für gute Phasen zuletzt oft nicht belohnt habe. Umso mehr Gewicht bekam nun ein Spiel, in dem die Union Ried in der ersten Halbzeit effizient war und in der Schlussphase alles hineinwarf. Auch über den Gegner sprach Lindtner mit Respekt. Die TSU Wartberg sei eine Mannschaft mit „sehr guten Fußballern“, die Fußball spielen wollen und nicht nur mit langen Bällen arbeite. Gerade deshalb wertete er den Heimsieg hoch, auch wenn ihm bewusst war, dass dieser ein sehr glücklicher war, da die Gäste viele Chancen liegen ließen. Für Ried soll dieses 2:1 nun auch Selbstvertrauen für die letzte Aufgabe des Jahres bringen. Gleichzeitig blickte Lindtner schon weiter nach vorne. Der Kader sei „sehr, sehr dünn“, sagte er, was sich vor allem in der zweiten Saisonhälfte bemerkbar machte, und deshalb freue man sich auch auf die Wintervorbereitung, in der man in der Breite nachlegen und den Konkurrenzkampf wiederbeleben wolle.