In der 1. Klasse Nord-West hat Union Josko Kopfing am Samstag gegen den UFC St. Agatha mit 1:2 verloren. Für Trainer Firzet Hadžić war das kein Spiel, bei dem man lange nach Ausreden suchen musste. Zu viele individuelle Fehler, Probleme mit den langen Bällen des Gegners und mehrere liegen gelassene Topchancen machten den Heimauftritt aus seiner Sicht zu einer verdienten Niederlage. Zugleich zog der Coach danach ein sehr klares Fazit für die weitere Saison.

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Die Partie war aus Kopfinger Sicht früh in eine unangenehme Richtung gelaufen. In der 16. Minute brachte Mathias Altenhofer die Gäste mit 1:0 in Führung, nur drei Minuten später legte Joachim Rotter das 2:0 nach. Hadžić beschrieb beide Gegentreffer als Folge von Szenen, die seine Mannschaft eigentlich besser verteidigen müsse. „St. Agatha hat uns von Anfang an den Schneid abgekauft“, sagte der Trainer. Beim 0:1 sei ein langer Ball Richtung Strafraum noch nicht das eigentliche Problem gewesen, vielmehr habe sich Kopfing danach nicht befreien können, ehe aus der zweiten Reihe der Abschluss zum Rückstand kam. Auch vor dem 0:2 habe man eine Klärung verpasst, danach entstand ein Eckball, bei dem laut Hadžić die Zuteilung nicht stimmte. Für die Hausherren war es daher wichtig, vor der Pause noch einmal zurückzukommen. Das gelang in der 40. Minute, als Bence Lizák auf 1:2 verkürzte und damit den Halbzeitstand herstellte.
Mit dem Anschlusstreffer war für Kopfing wieder etwas offen, und Hadžić reagierte in der Pause sofort. Sebastian Doblinger und Noah Paminger kamen neu ins Spiel, weil der Trainer im Mittelfeld umstellen und noch mehr über die Außenbahnen kommen wollte. „Ich habe in der Halbzeit sofort zwei Wechsel vorgenommen, weil ich einfach versucht habe, irgendwas zu verändern“, erklärte er. Tatsächlich sah er seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel verbessert. Kopfing machte mehr Druck und kam laut Trainer zu „fünf, sechs hundertprozentigen Chancen“. Genau dort lag für ihn aber auch der zweite große Knackpunkt dieses Nachmittags. „Wir hätten noch drei Tage spielen können, wir hätten kein zweites oder drittes Tor machen können“, sagte Hadžić. Aus seiner Sicht fehlte vorne die nötige Konsequenz, um den schwachen Start doch noch zu reparieren. So blieb es trotz besserer Phase nach der Pause beim 1:2.
Deutlich wurde der Kopfinger Trainer vor allem bei der Ursachenforschung. Er sprach von Fehlpassserien im Spielaufbau, von verlorenen Zweikämpfen und von einer Mannschaft, die mit der einfachen, direkten Art des Gegners überhaupt nicht zurechtkam. „Sie haben alles überbrückt, nur lange Bälle“, sagte Hadžić über St. Agatha. Spielerisch habe der Gegner aus seiner Sicht zwar wenig zusammengebracht, „aber sie haben genau das gemacht, was sie können: laufen, kämpfen, lange Bälle, Standards“. Gerade damit habe Kopfing große Probleme gehabt. „Wenn du so viele Fehler machst, kannst du kein Spiel gewinnen“, brachte es der Coach auf den Punkt. Dass St. Agatha aggressiver gewesen sei und in der Defensive kaum zweite Bälle zugelassen habe, wollte Hadžić ausdrücklich anerkennen. Für ihn war deshalb klar, dass diese Niederlage nicht an Nebenthemen hing. „Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht beeinflusst. Das war für mich alles okay“, sagte er.
Am deutlichsten waren Hadžićs Worte aber bei der Einordnung des Ergebnisses über diesen Nachmittag hinaus. Nach mehreren Spielen ohne Niederlage hatte sich Kopfing auf die letzten Heimspiele gefreut, mit einem Sieg wären 22 Punkte möglich gewesen. „Das wäre für unsere Verhältnisse traumhaft gewesen“, sagte der Trainer. Stattdessen sieht er seine Mannschaft nun wieder dort, wo sie seiner Meinung nach hingehört. „Wir haben mit den vorderen Plätzen einfach nichts zu tun“, erklärte Hadžić offen und ergänzte: „Wir sind eine gute Erste-Klasse-Mannschaft, die um die mittleren Plätze kämpfen wird.“ Nach zwölf Runden bleibt Kopfing damit bei 19 Punkten im Tabellenmittelfeld. Für die nächsten Wochen gab der Coach eine klare Richtung vor: weniger Fehler, mehr Körpersprache und vor allem mehr Konsequenz vor dem Tor. Denn auch wenn der Anschlusstreffer vor der Pause noch einmal Hoffnung brachte, blieb unter dem Strich für ihn nur ein Urteil: „Summa summarum war es eine verdiente Niederlage.“