In einem Derby der 1. Klasse Nord musste sich die Sportunion Reichenthal am Sonntagnachmittag gegen die Union Pflasterbau Stern Rainbach/M. mit 0:2 geschlagen geben. Vor allem eine große Möglichkeit auf den Ausgleich und danach das 0:2 durch einen Weitschuss blieben aus Sicht von Trainer Jürgen Landl hängen. Trotz der Niederlage sprach er von einem „sehr schönen Derby“ mit rund 400 Zuschauern und einer umkämpften Partie.

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Für Landl war nach den 90 Minuten klar, dass die Gäste über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. „Rainbach war die bessere Mannschaft, muss man sagen“, erklärte der Trainer offen. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass der Aufsteiger nicht chancenlos war und immer wieder Wege ins Spiel gefunden hat. Nach 28 Minuten brachte Philipp Auer Rainbach mit 1:0 in Führung, zur Pause blieb es bei diesem Spielstand. Landl ordnete das erste Gegentor so ein, dass davor zwar „zwei kleine Fehlentscheidungen vom Schiedsrichter“ gestanden seien, spielentscheidend wollte er das aber nicht machen. Viel wichtiger war für ihn, dass Rainbach die Situation danach gut ausspielte. „Das war dann eigentlich ein super Pass durch die Reihen, wo wir einfach ein bissl einen Stellungsfehler gehabt haben“, sagte er. Der Abschluss sei dann stark gewesen, der Stürmer habe den Ball „zwischen die Füße“ des Tormanns gesetzt. Damit war Reichenthal früh gefordert, blieb laut seinem Trainer aber trotzdem in der Partie.
Am deutlichsten wurde Landl bei jener Situation, die aus seiner Sicht das Derby hätte kippen können. „Der Knackpunkt war, dass wir den Ausgleich einfach nicht erzielt haben“, sagte er. Konkret sprach er von einer „Riesenchance“ rund um die 30. Minute, die aus seiner Sicht zwingend zum 1:1 führen muss. Im Mittelpunkt stand dabei Fabian Mülleder, der sich stark durchsetzte und sich die Möglichkeit selbst erarbeitete. Landl beschrieb die Aktion als gut gemacht, ärgerte sich aber darüber, dass der Ball am Ende neben die Stange ging. „Das muss der Ausgleich sein“, hielt er fest. Gerade weil Reichenthal kämpferisch gut dagegenhielt und phasenweise genau in jene Zonen kam, aus denen Chancen entstehen sollten, wog diese vergebene Möglichkeit für ihn besonders schwer. Statt mit einem Ausgleich neue Energie zu bekommen, blieb seine Mannschaft im Rückstand und musste weiter einem Derby hinterherlaufen, in dem jeder den Sieg wollte.
Nach der Pause blieb Reichenthal aus Sicht des Trainers zwar bemüht, doch der zweite Treffer der Gäste war dann jener Moment, der das Spiel endgültig in Richtung Rainbach schob. In der 68. Minute traf Marcel Salzbacher zum 0:2, und genau dieses Tor hob Landl im Nachgang besonders hervor. „Der Knackpunkt war dann sicher das Weitschusstor für Rainbach, wo der Ball dann von der Stange reingeht“, sagte er und nannte den Abschluss ein „wunderschönes Tor“. Auch bei der späteren Einordnung blieb er dabei: „Das 2:0 war einfach überragend, der Weitschuss von Salzbacher, der dann von der Stange reingeht.“ Für Landl war diese Szene nicht nur wegen des Ergebnisses wichtig, sondern auch, weil sie die Qualität des Gegners unterstrich. Er sprach von einer „tollen Einzelaktion“ und davon, dass Rainbach „sehr viel Qualität in der Mannschaft“ habe. Dass seine Elf bis dahin lange dagegengehalten hatte, änderte nichts daran, dass das zweite Tor den Spielverlauf klar auf die Seite der Gäste zog.
So direkt wie bei der Frage nach dem Offensivspiel wurde Landl im ganzen Gespräch kaum. Was beim neuen Tabellenletzten nicht funktioniert habe? „Der Torabschluss“, antwortete er knapp und ohne Ausweichmanöver. Zugleich wollte er die Leistung seiner Elf nicht schlechtreden. „Phasenweise haben wir wirklich probiert, dass wir kämpferisch super dagegenhalten, dass wir so ins Spiel hineinkommen, dass wir unsere Chancen kriegen, und das hat über lange Zeit sehr gut funktioniert“, sagte er. Darin lag für ihn auch der positive Teil des Nachmittags. Die Union Reichenthal habe sich in dieses Derby hineingearbeitet und sei nie völlig weg gewesen. „Wenn wir ein bissl Glück hätten, hätten wir einen Punkt machen können“, meinte Landl. Den Gegner beschrieb er als Mannschaft mit „sehr viel Qualität in den Reihen“, mit zwei guten Innenverteidigern, einem starken Spielaufbau und einem „überragenden Salzbacher“. Gerade deshalb sah er in der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft einen brauchbaren Ansatz. Am Ende blieb aber ein Derby, in dem die Union Rainbach die Chancen besser nutzte und Reichenthal genau jene Szene liegen ließ, die Landl als Kern des Spiels ausmachte.