In der 1. Klasse Ost hat die Union Maria Neustift beim FC LACKWERK 44 Aschach/Steyr eine knappe 1:2-Niederlage hinnehmen müssen. Trainer Mario Wittmann sah den Aufsteiger gegen den Tabellendritten dennoch lange voll im Spiel. Der Ausgleich kurz vor der Pause, ein Stangenschuss in der zweiten Hälfte und der späte Gegentreffer nach einem langen Ball bestimmten aus seiner Sicht eine Partie, in der den Gästen vor allem das nötige Quäntchen Glück fehlte.

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Wittmann beschrieb einen Spielverlauf, in dem Aschach in der ersten Halbzeit zwar spielbestimmend war, Maria Neustift aber zunächst vieles ordentlich wegverteidigte. „Aschach war in der ersten Halbzeit spielbestimmend. Wir haben gut verteidigt“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Dass die Gastgeber in Minute 35 dennoch durch Berthold Huemer in Führung gingen, führte er vor allem auf eine unsaubere Reaktion seiner Mannschaft zurück. Über die rechte Seite habe es in dieser Situation nicht gepasst, dazu sei auch das Stellungsspiel im Defensivverbund nicht gut genug gewesen. Für Maria Neustift war es deshalb umso wichtiger, noch vor dem Seitenwechsel zurückzukommen. Adrian Schweighuber gelang in Minute 45 das 1:1, und genau dieser Treffer veränderte die Sicht des Trainers auf die Partie. „Dann vor der Halbzeit haben wir das 1:1 gemacht. Es war eine ausgeglichene Partie“, sagte Wittmann, der sein Team damit zur Pause wieder auf Augenhöhe sah.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Begegnung aus Sicht der Gäste so, wie es sich Maria Neustift erhofft hatte. Wittmann sprach nicht davon, dass Aschach die Partie danach klar kontrolliert hätte, sondern vielmehr davon, dass sein Team sogar die bessere große Möglichkeit hatte. In der Schlussphase der zweiten Hälfte landete ein Abschluss an der Innenstange und sprang nicht ins Tor. Genau an dieser Szene machte der Trainer auch das fehlende Spielglück fest. „Das Quäntchen Glück hat uns gefehlt“, sagte Wittmann und legte sofort nach: „Wenn wir 2:1 in Führung gehen, hätten wir die Partie gewonnen.“ Diese Einschätzung erklärt gut, warum sich die Niederlage für Maria Neustift so bitter anfühlte. Das 1:1 zur Pause hatte die Tür geöffnet, die Chance auf die Führung war da, doch sie blieb ungenutzt. Statt selbst vorzulegen, blieb das Spiel offen und damit auch anfällig für einen späten Ausschlag zugunsten der Gastgeber.
Die Entscheidung fiel schließlich in Minute 81, als Robert Csizmadia für Aschach zum 2:1 traf. Auch bei diesem Gegentor sah Wittmann keinen langen Druck des Gegners als Ursache, sondern eine Szene, die seine Mannschaft besser lösen muss. „Bei dem langen Ball haben wir schlecht reagiert“, fasste er den Knackpunkt zusammen. Für den Trainer war das der Moment, in dem das Spiel verloren ging, weil mehrere Positionen nicht sauber abgestimmt waren und die Situation nicht entschlossen genug geklärt wurde. Gerade deshalb fiel sein Gesamturteil über die eigene Mannschaft trotz der Niederlage nicht hart aus. „Die geschlossene Mannschaftsleistung und die Leistung des ganzen Teams waren positiv“, sagte Wittmann. Er stellte damit nicht den einzelnen Fehler in den Vordergrund, sondern das Auftreten seiner Mannschaft über weite Strecken. Gleichzeitig verschwieg er nicht, warum solche Szenen bei einer Mannschaft im unteren Tabellendrittel besonders ins Gewicht fallen: „Fehler können passieren. Wenn man hinten in der Tabelle ist, wird man für jeden Fehler bestraft.“
Dass die Union Maria Neustift am Ende ohne Punkte heimfuhr, änderte für Wittmann nichts daran, dass sein Team gegen einen Gegner aus der Spitzengruppe mithalten konnte. Der FC Aschach liegt nach elf Runden auf Rang drei, der Aufsteiger im Tabellenkeller, und trotzdem sah der Coach keinen großen Unterschied auf dem Platz. „Wenn man sich die Tabelle anschaut, stehen sie am dritten Rang und wir am vorletzten Platz, und trotzdem hätten wir das Spiel genauso gewinnen können.“ Dazu passte auch seine Einschätzung zu den Rahmenbedingungen der Partie. Strittige Szenen habe es keine gegeben, mit dem Unparteiischen war er sehr einverstanden: „Die Leistung von Schiedsrichter Bindeus war sehr positiv.“ Für Maria Neustift bleibt damit eine Niederlage, aus der Wittmann trotz allem einiges mitnimmt: eine geschlossene Leistung, ein Spiel auf Augenhöhe und das Gefühl, dass gegen Mannschaften aus den vorderen Tabellenregionen mehr möglich ist, wenn die entscheidenden Szenen besser auf die eigene Seite fallen.