In der 1. Klasse Süd-West hat die Union order4you Mehrnbach am Freitagabend beim UFC Burgkirchen nach einem 0:2-Pausenrückstand mit 3:2 gewonnen und sich mit dem neunten Saisonsieg zum Herbstmeister gekrönt. Aus Sicht von Rudolf Haginger lag der Schlüssel in einer völlig veränderten zweiten Halbzeit. „Der Elfmeter war der Dosenöffner“, sagte der stellvertretende sportliche Leiter nach einer Partie, in der Burgkirchen zunächst überraschte, die noch ungeschlagenen Mehrnbacher danach aber immer mehr Übergewicht bekam.

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Aus Mehrnbacher Sicht begann der Abend alles andere als nach Wunsch. Haginger sprach von einer „sehr überraschenden“ ersten Halbzeit, weil Burgkirchen vom Anpfiff weg stark und sehr laufbereit auftrat. „Wir haben wenig Zugriff zum Spiel gehabt“, sagte er, und genau das spiegelte sich auch im Spielstand wider. Marco Brünner brachte die Gastgeber in der 17. Minute in Führung, Milutin Radonjic legte in der 31. Minute das 2:0 nach. Für Haginger war diese Pausenführung verdient. „Wir haben zwar gekämpft, aber Burgkirchen hat das sehr gut gemacht“, sagte er. Vor allem mit engem Spiel und schnellen Stürmern bereitete Burgkirchen den Gästen große Probleme, während Mehrnbach vor der Pause nur wenig Chancen hatte und insgesamt nie richtig in den Rhythmus fand.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. Mehrnbach kam besser aus der Kabine und wurde mit jeder Minute stärker. Haginger beschrieb genau diesen Umschwung als entscheidend für die Wende. „Wir sind besser aus der Pause gestartet und haben mit Fortdauer des Spiels Übergewicht gewonnen“, sagte er. Auf der Anzeigetafel sichtbar wurde das in der 63. Minute, als Sebastian Weiermann per Elfmeter auf 2:1 verkürzte. Für Haginger war das der Moment, an dem seine Mannschaft wieder richtig an etwas glauben konnte. „Mit diesem Spielstand im Rücken haben wir gewusst, es ist noch was drinnen“, erklärte er. Den Strafstoß bezeichnete er als „relativ klaren Elfmeter“, und genau dieses Tor setzte aus seiner Sicht neue Energie frei. Gleichzeitig hatte Burgkirchen beim Stand von 2:1 laut Haginger noch die große Möglichkeit auf das 3:1, traf aber nur die Latte. Dass diese Szene ohne weiteres Gegentor überstanden wurde, hielt Mehrnbach endgültig im Spiel.
Danach kippte die Partie endgültig auf die Seite der Gäste. Kilian Kreuzer erzielte in der 82. Minute den Ausgleich, nur vier Minuten später machte Sebastian Weiermann mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend das 3:2 für Mehrnbach. Haginger sagte, die weiteren Tore seien „sehr gut rausgespielt und souverän erzielt“ worden, und sah den Grund dafür auch im Kräfteverhältnis nach der Pause. Der UFC Burgkirchen habe in der ersten Halbzeit sehr viel investiert, „da hat man den Eindruck gehabt, dass die Luft etwas draußen war“, meinte er. Die Union Mehrnbach dagegen habe noch „einen Zahn zugelegt“ und wieder einmal gezeigt, warum die Mannschaft in der Tabelle derzeit ganz vorne steht. Besonders hob Haginger die Haltung seines Teams hervor. „Es ist immer wieder diese mentale Stärke hervorzuheben, dass auch bei Rückstand alles möglich ist“, sagte er. Genau diese Qualität habe man zuletzt schon öfter gesehen, weil seine Mannschaft in zweiten Halbzeiten noch ein Schäuferl nachlegen könne. Für ihn war klar: Entscheidend waren der bessere zweite Durchgang, der Elfmeter als Dosenöffner und die Überzeugung, dass auch ein 0:2 noch nicht das Ende sein muss.