2. Klasse Mitte-West

Trainerwechsel in Kematen/Innbach: Schmidt tritt zurück, Jasarevic übernimmt interimistisch

Beim SV Erler Naturholzbau Kematen am Innbach kommt es kurz vor Saisonende zu einer Veränderung auf der Trainerbank. Stefan Schmidt hat seine Tätigkeit als Cheftrainer beendet. Der Verein liegt in der 2. Klasse Mitte-West derzeit mit 25 Punkten auf Rang elf der Tabelle und blickt auf ein wechselhaftes Frühjahr zurück. Nach drei Siegen zum Auftakt folgten lediglich vier weitere Punkte, die sportliche Entwicklung verlief zuletzt deutlich rückläufig. Bis Saisonende übernimmt nun der sportliche Leiter Mirza Jasarevic die Mannschaft.

Für Jasarevic kam der Zeitpunkt der Entscheidung überraschend, grundsätzlich habe sich die Situation aber bereits abgezeichnet. „Anfang Mai haben wir schon Gespräche geführt, wie wir im Herbst weitermachen. Da hat Stefan bereits gesagt, dass es für ihn aufgrund der sportlichen Perspektive nicht mehr so reizvoll ist.“ Damals sei man dennoch übereingekommen, die Zusammenarbeit noch fortzusetzen. Umso überraschender kam für den sportlichen Leiter die Rücktrittsentscheidung unmittelbar nach der Niederlage gegen Lambach. „Dass er bereits jetzt kurz vor Saisonende zurücktritt, damit habe ich nicht gerechnet.“

Auch Schmidt selbst spricht von einer längeren Entwicklung. In einer Stellungnahme nennt er „unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich der sportlichen Ausrichtung“ als Hauptgrund. Er sehe sich als leistungsorientierten Trainer mit hohen Ansprüchen an Einsatzbereitschaft, Trainingsbeteiligung und sportliche Weiterentwicklung. Diese Vorstellungen hätten zuletzt nicht mehr ausreichend zu den Rahmenbedingungen im Verein gepasst. Zudem hätten ein kleiner Kader, personelle Engpässe und unterschiedliche Erwartungen an die sportliche Entwicklung die tägliche Arbeit erschwert.

Schwieriges Frühjahr nach starkem Start

Die sportliche Bilanz der Rückrunde verlief aus Sicht der Kematner widersprüchlich. Nach einer enttäuschenden Vorbereitung mit vier Niederlagen und einem Unentschieden überraschte die Mannschaft zunächst mit drei Siegen in Serie. „Der Start hat uns selbst überrascht“, gibt Jasarevic offen zu. Die Erfolgsserie habe für Aufwind gesorgt und die Stimmung verbessert. Nach der Niederlage gegen Offenhausen sei jedoch ein Bruch durch die Mannschaft gegangen. „Es war danach irgendwie so, als hätten wir das Fußballspielen verlernt.“

Als wesentliche Faktoren nennt der sportliche Leiter die personelle Situation. Kematen verfüge über einen kleinen Kader und habe keinen eigenen großen Nachwuchsbereich, aus dem kurzfristig Spieler nachrücken könnten. „Kadermäßig sind wir komplett unterbesetzt“, sagt Jasarevic. Mit inzwischen 74 Gegentoren in 24 Spielen offenbarten sich die Probleme besonders in der Defensive.

Schmidt hatte in seiner Erklärung zusätzlich auf die schwierige Personalsituation und die begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten hingewiesen. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich, dass seine Entscheidung nicht gegen einzelne Spieler oder Funktionäre gerichtet sei. Vielmehr sei er überzeugt, dass ein Trainerwechsel für beide Seiten der richtige Schritt sei.

Jasarevic übernimmt – Kader soll im Sommer verstärkt werden

Für die letzten beiden Meisterschaftsspiele übernimmt nun Jasarevic selbst die Verantwortung an der Seitenlinie. Einen neuen Trainer für zwei verbleibende Partien zu verpflichten, sei für ihn keine Option gewesen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. „Entweder mache ich weiter oder wir holen einen neuen Trainer. Das hängt davon ab, was der Markt hergibt und was für uns finanziell machbar ist.“

Klar ist dagegen bereits die Stoßrichtung für die kommende Saison. Der Verein will personell nachlegen. Laut Jasarevic sind mehrere Verstärkungen bereits fix beziehungsweise weit fortgeschritten. Besonders auf der Torhüterposition besteht Handlungsbedarf, zusätzlich soll ein neuer Stürmer kommen.

„So wird es auf alle Fälle nicht weitergehen“, sagt der sportliche Leiter. Das große Ziel sei zunächst, den Verein und die Mannschaft zu stabilisieren, weniger Gegentore zu kassieren und sich von den unteren Tabellenregionen fernzuhalten. Mit einem verstärkten Kader soll Kematen in der kommenden Saison wieder deutlich konkurrenzfähiger auftreten.