Im Nachgang des 0:0 zwischen ASKÖ SC Kirchberg-Thening und ESV Wels in der 2. Klasse Mitte zeigte sich Trainer Gerhard Lindinger überzeugt, dass seine Mannschaft näher am Sieg war. „Wir als Heimmannschaft haben heute mehr für das Spiel getan und die klar besseren Tormöglichkeiten vorgefunden. Daher hätten wir mehr verdient.“ Besonders nach der Pause sah Lindinger eine deutliche Steigerung: viel Druck Richtung Tor, zahlreiche Standards – doch der finale Punch blieb aus. Es war ein intensives, körperbetontes Duell mit Aluminium-Pech und einer bitteren Szene rund um ein aberkanntes Tor. Vor dem Duell mit dem Tabellenführer fordert Lindinger eine fokussierte Vorbereitung und den gleichen Einsatz wie an diesem Tag.

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Lindingers Spielsicht ist eindeutig: Sein Team dominierte das Chancenverhältnis. „Im Chancenverhältnis sehe ich ein klares Plus – wir hatten vier oder fünf hochkarätige Möglichkeiten. Der Gegner hatte in der 1. Halbzeit eine sehr gefährliche Szene, die an der Querlatte endete. Das war’s.“ Nach weitgehend ausgeglichener 1. Halbzeit kippte die Partie aus seiner Perspektive nach dem Seitenwechsel. „In der 2. Halbzeit haben wir wesentlich mehr Druck erzeugt und phasenweise auf ein Tor gespielt.“ Dass am Ende der Treffer fehlte, ärgerte ihn – ohne die starke Leistung seiner Elf zu schmälern.
Ein Schwerpunkt der 2. Halbzeit lag bei Ecken und Freistößen – in Menge und Gefährlichkeit. „Heute war auffällig, dass wir vor allem nach der Pause unzählige Ecken und Freistöße hatten. Einer unserer Versuche prallte an die Querlatte, beinahe ans Kreuzeck. Wir hatten gefühlt über zehn Freistöße und sieben bis acht Ecken in Serie.“ Diese Sequenzen unterstreichen den dauerhaften Druck auf das gegnerische Tor – am Ende fehlte jedoch der berühmte letzte Zentimeter.
In der Kabine handelte der Coach proaktiv: „Wir haben in der Pause einen gelbvorbelasteten Spieler ausgewechselt. Wir wollten nichts riskieren, haben einen jungen Spieler gebracht – der hat seine Sache sehr gut gemacht. In der 2. Halbzeit waren wir klar im Vorteil, haben uns aber leider nicht mit einem Tor belohnt.“ Der Fokus richtet sich nun auf eine noch größere Herausforderung: „Der nächste Gegner ist der Tabellenführer, die unangefochtene Nummer eins in der Liga, mit hoher fußballerischer Qualität. Ich erwarte, dass wir uns unter der Woche gut vorbereiten und wieder diesen Einsatz zeigen wie heute.“
Die Marschroute ist damit klar: diszipliniert arbeiten, konsequent bleiben – und das erarbeitete Leistungsniveau bestätigen.