In der 2. Klasse Süd zieht SK Polar Neukirchen/A. nach Platz zwei und einer in der Relegation verpassten Aufstiegschance eine klare Sommer-Bilanz. Obmann Wilhelm Laimer blickt auf eine starke erste Saisonhälfte zurück, spricht aber offen über den Knackpunkt der vergangenen Monate. „Die fehlende Kaderbreite hat nach einer Verletzungsserie dann dazu geführt, dass wir in einen Negativlauf gerutscht sind“, sagt Laimer – und genau dort setzt der Verein nun an.

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels
Laimer beginnt seinen Rückblick nicht mit einer Ausrede, sondern mit einer Einordnung, die beide Saisonphasen zusammenbringt. „Grundsätzlich hat die letzte Saison gut funktioniert“, sagt der Obmann und verweist zuerst auf die Monate vor der Winterpause. „Wir hatten eine absolut hervorragende Herbstsaison mit nur einer Niederlage.“ Neukirchen war damit früh ganz vorne dabei und hielt sich über weite Strecken im Spitzenfeld. Dass am Ende trotzdem nicht der Aufstieg stand, erklärt Laimer mit dem Verlauf der Frühjahrssaison. „Da sind einige Verletzungen dazugekommen und die fehlende Kaderbreite hat dann dazu geführt, dass wir personell am Limit waren und in fünf Spielen nur einen Punkt geholt haben.“ Genau diese Phase war aus seiner Sicht ausschlaggebend, weil der Klub dadurch aus den direkten Aufstiegsplätzen rutschte und schließlich in die Relegation musste. „Die haben wir dann letztendlich leider nicht geschafft“, sagt Laimer offen.
Weil die Ursachen aus Sicht des Vereins klar auf dem Tisch liegen, ist auch die Stoßrichtung für den Sommer eindeutig. Laimer formuliert das ohne große Umschweife: „Notwendig ist auf alle Fälle die Vergrößerung der Kaderbreite.“ Das ist die zentrale Lehre, die Neukirchen aus der vergangenen Saison gezogen hat. Der Verein hat also nicht das Gefühl, grundsätzlich falsch unterwegs gewesen zu sein, sondern will jene Lücke schließen, die im Frühjahr sichtbar geworden ist. Dass die Mannschaft am Ende trotzdem auf 55 Punkte und Platz zwei kam, zeigt, wie stabil die Basis über einen langen Zeitraum war. Gerade deshalb richtet sich der Blick in Neukirchen nicht auf einzelne verpasste Spiele, sondern auf die Frage, wie der Kader über eine ganze Saison hinweg breiter und belastbarer aufgestellt werden kann. Laimer sagt dazu: „Das haben wir in der Sommertransferzeit auch so geplant und durchgeführt.“
Diese Planung spiegelt sich auch in den Personalthemen wider. Als Abgänge hat Laimer das Karriereende von Sebastian Kroiss und den Abgang von Tormann Vuk Vucenovic genannt. Gleichzeitig arbeitet Neukirchen daran, den Konkurrenzkampf im Aufgebot zu erhöhen und zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen. Mit Thomas Altmaninger, Noel Bajnok, Christoph Promberger und Patrick Janjanin wurden bereits neue Spieler geholt, die genau in diese Richtung passen sollen. Auch im Betreuerbereich gibt es frische Impulse, weil der Verein mit Ismir Jamakovic als neuen Cheftrainer und Dana Beszczinsky als neuen Tormann-Trainer in die nächste Phase geht. Neukirchen will nicht alles umkrempeln, sondern auf einer guten Grundlage weiterarbeiten und dort nachschärfen, wo die Saison im Frühjahr aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Sommer ist daher kein Neustart notwendig, sondern eher eine gezielte Korrektur nach einem Jahr, in dem vieles gut war, aber eben nicht alles gereicht hat.
Ein weiterer Punkt, auf den der Obmann verweist, betrifft die personelle Entspannung in den kommenden Wochen. „Vorerst gibt es noch angeschlagene Spieler aus der letzten Saison. Wir rechnen aber mit einer Rückkehr im Laufe der Vorbereitung im Sommer“, sagt Laimer. Auch das ist für Neukirchen wichtig, weil der Verein die Belastung diesmal besser verteilen will. Auffällig ist dabei, dass Laimer nicht einzelne Spieler in den Mittelpunkt rückt, sondern bewusst das große Ganze betont. „Grundsätzlich funktioniert unsere Mannschaft über das gesamte Kollektiv und der Verein lebt von der allgemeinen guten Zusammenarbeit intern.“ Diese Aussage passt zum Gesamtbild des Klubs. Neukirchen sieht die Stärke nicht in einem einzelnen Unterschiedsspieler, sondern in einer funktionierenden Gruppe. Der Blick nach vorne fällt daher sachlich aus: Die Basis stimmt, die Schwachstelle ist erkannt und die Vorbereitung soll dafür sorgen, dass der Verein im nächsten Anlauf über die ganze Saison hinweg mehr Möglichkeiten hat, auf Ausfälle zu reagieren.