In der Bezirksliga West trennten sich die Union Sanube Diersbach und der FC Stern Bau Münzkirchen mit einem 1:1-Unentschieden. Für Diersbach blieb damit die Heimserie bestehen, ganz zufrieden war Trainer Christoph Schmidseder aber nicht. Er sprach von einem gerechten Unentschieden, weil seine Mannschaft gegen den tiefen Block des Aufsteigers zu selten Lösungen fand und ihre besseren Möglichkeiten vor der Pause nicht zur Führung nutzte.

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay
Schmidseder musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wie dieser Nachmittag einzuordnen war. "In Summe war es nach neunzig Minuten wahrscheinlich ein gerechtes Unentschieden", sagte der Diersbach-Trainer, der vor allem die Spielanlage von Münzkirchen als Grund für den zähen Verlauf nannte. "Sie sind das sehr defensiv angegangen, in einem tiefen Block. Sie sind großteils erst ab der Mittellinie draufgegangen und haben den Schwerpunkt aufs Verteidigen gelegt." Genau deshalb tat sich Diersbach schwer, klare Chancen am Fließband herauszuspielen. Ganz ohne Möglichkeiten blieb die Heimelf aber nicht. Schmidseder sprach von guten Szenen in der ersten Halbzeit. Eine große Gelegenheit blieb ungenutzt, Niklas Zauner scheiterte nach einem tiefen Lauf am Torwart und Michael Pötzl brachte einen Abschluss vom Sechzehner zu zentral aufs Tor. Die beste Chance ließ Dávid Sztankó kurz vor der Halbzeit aus. So stand es zur Pause 0:0, obwohl für Diersbach in dieser Phase durchaus mehr drin gewesen wäre.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie ihre beiden entscheidenden Momente über ruhende Bälle beziehungsweise Standardsituationen. In der 52. Minute ging Münzkirchen durch Manuel Feldbauer mit 1:0 in Führung. Schmidseder ordnete die Szene ohne große Aufregung ein, machte aber klar, dass man darüber sprechen konnte. "Diesen Elfmeter gibt in dieser Liga nicht jeder Schiedsrichter, man kann ihn aber geben." Diersbach musste damit einem Rückstand nachlaufen, fand aber noch die Antwort. In der 77. Minute traf Dávid Sztankó zum 1:1 und sorgte damit doch noch für den Ausgleich. Für Schmidseder war genau das die passende Zusammenfassung des Spiels: "Die entscheidenden Momente waren der Elfmeter zum 0:1 und unser Treffer zum 1:1 durch Dávid Sztankó nach einem herrlichen Freistoß. So haben zwei Standardsituationen zum 1:1 geführt."
Dass Diersbach am Ende zumindest einen Punkt mitnahm, lag aus Sicht des Trainers auch daran, dass seine Mannschaft gegen den Ball ordentlich arbeitete. "Wir haben wenig zugelassen. Münzkirchen hatte eigentlich wenige Chancen", sagte Schmidseder. Diese Einschätzung passt zu einer Partie, in der die Gäste zwar sehr diszipliniert verteidigten, nach vorne aber ebenfalls nur selten auffällig wurden. Gerade deshalb ärgerte den Diersbach-Coach, dass seine Mannschaft aus den eigenen Spielanteilen zu wenig machte. "Uns hat ein bisschen die Kreativität im letzten Drittel gefehlt", sagte er und nannte auch einen zweiten Punkt, der ihm fehlte: "Wahrscheinlich war es auch etwas zu wenig Aggressivität." Dazu kam, dass Münzkirchen laut Schmidseder "mit zwei sehr großen Innenverteidigern" vor allem hohe und lange Bälle im Zentrum gut wegverteidigte. Unterm Strich blieb bei Diersbach also das Gefühl, defensiv vieles richtig gemacht zu haben, sich offensiv aber zu selten entscheidend durchgesetzt zu haben.
Auch wenn der große Jubel nach dem 1:1 ausblieb, nahm die Union Diersbach aus dem Samstagnachmittag zumindest etwas mit, das für die nächsten Wochen nicht unwichtig ist: Die Mannschaft bleibt nach dem sechsten Spiel auf eigener Anlage daheim weiter ungeschlagen. Schmidseder verwies nach dem Spiel ausdrücklich auf diese Entwicklung und wollte sie nicht kleinreden. "Wir sind den ganzen Herbst zu Hause ungeschlagen mit vier Siegen und zwei Unentschieden. Das ist eine schöne Serie, die wir gerne ins Frühjahr mitnehmen und so lange wie möglich verteidigen wollen." Genau darin steckt für Diersbach nach einem Spiel wie diesem auch der Blick nach vorne. Gegen einen Gegner, der tief stand und wenig Räume anbot, reichte es diesmal nur zu einem Punkt. Die Stabilität vor eigenem Publikum bleibt aber bestehen – und auf der will der Trainer weiter aufbauen.