In der Bezirksliga West lieferten sich USV Raiffeisen Eggelsberg/Moosdorf und SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting am Samstag ein spektakuläres 4:4. Nach einer 3:1-Führung der Gastgeber stand es zur Pause bereits 3:3, ehe Eggelsberg in der Schlussphase noch ausglich. Trainer Wolfgang Felber sprach von einem „offenen Schlagabtausch“ und sah vor allem die Minuten vor der Halbzeit als jenen Abschnitt, der seiner Mannschaft den möglichen Sieg kostete.

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Die Partie begann so, wie es Felber im Rückblick schilderte: Neumarkt war sofort da und ging in der 6. Minute durch Petr Pasecky mit 1:0 in Führung. Der Trainer der Gastgeber hatte auch das Gefühl, dass die Gäste in dieser Phase nachlegen hätten können. „Neumarkt ist sehr gut ins Spiel gestartet und hätte das 2:0 machen müssen. Wenn man es vorne nicht macht, bekommt man es hinten“, sagte Felber. Genau diese Wendung nahm das Spiel dann auch. Andreas Dürager glich in der 30. Minute zum 1:1 aus, Felix Johannes Peer stellte in der 36. Minute auf 2:1 und nur vier Minuten später schnürte Dürager seinen Doppelpack zum 3:1. Felber meinte, seine Mannschaft habe sich dabei fast „aus dem Nichts“ Chancen erarbeitet und sei mit vielen guten Aktionen zu dieser Führung gekommen.
Gerade deshalb blieb dem Coach vor allem die Schlussphase der ersten Hälfte hängen. „Der entscheidende Moment war kurz vor der Halbzeit, dass wir das 3:1 nicht in die Halbzeit bekommen haben“, sagte Felber, und genau darin lag aus seiner Sicht der Knackpunkt dieses Nachmittags. Statt mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine zu gehen, kassierten die Gastgeber noch zwei Treffer. Yosef Malvend verkürzte in der 43. Minute auf 3:2, in der 45. Minute stellte Pasecky sogar noch auf 3:3. Damit war das Spiel wieder völlig offen. Nach dem Seitenwechsel war laut Felber zunächst Neumarkt „kurz am Drücker“, was sich auch im 3:4 widerspiegelte, das Malvend in der 55. Minute erzielte. Eggelsberg blieb aber im Spiel und kam in der 85. Minute durch Franz-Lukas Reschenhofer noch zum 4:4, das den offenen Verlauf dieser Partie am Ende passend abrundete.
Dass am Ende acht Tore auf dem Spielbericht standen, war für Felber keine große Überraschung, wenn man den Verlauf über 90 Minuten betrachtet. Er sprach von einem „großen Hin und Her offensiv“ und davon, dass das Spiel jederzeit auf beide Seiten hätte kippen können. Mit dem, was seine Mannschaft nach vorne auf den Platz brachte, war er im Grundsatz zufrieden. „Gut funktioniert hat bei unserer Mannschaft das Spiel nach vorne“, sagte der Trainer. Gleichzeitig benannte er aber auch sehr klar, warum aus einer 3:1-Führung kein Sieg wurde. „Das Zentrum war heute schwierig zu bespielen, weil der Gegner es sehr gut zugestellt hat. Defensiv war es heute definitiv ausbaufähig“, erklärte Felber. Dazu kam nach seiner Einschätzung, dass auf beiden Seiten individuelle Fehler passierten, die das Spiel zusätzlich öffneten und den Schlagabtausch überhaupt erst in dieser Form möglich machten.
Trotz der verpassten Führung vor der Pause wollte Felber die Punkteteilung im Gesamtbild nicht verzerren. „Ich glaube, das Unentschieden ist sehr gerecht“, sagte er nach dem 4:4 und ordnete damit ein Spiel ein, in dem beide Mannschaften ihre starken Phasen hatten, aber auch beide immer wieder etwas anboten. Für ihn war es ein Nachmittag, der die Bezirksliga West von ihrer unterhaltsamen Seite zeigte. Er sprach sogar von „einer Werbung für den Amateurfußball“ und verteilte ausdrücklich Lob an beide Teams für diesen offenen Schlagabtausch. Auch die Leistung des Unparteiischen hob er hervor. „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut heute, sehr ausgeglichen“, sagte Felber. In der Tabelle bleibt Eggelsberg damit im Spitzenfeld, auch wenn dieses 4:4 aus Sicht der Gastgeber wohl vor allem wegen des verspielten 3:1 noch eine Zeit lang nachhängen wird.