Das Ziel war klar: Der SV sedda Bad Schallerbach wollte heute im abschließenden Match der LT1 OÖ-Liga gegen den SK BMD Vorwärts Steyr den Aufstieg fixieren und somit dem direkten Konkurrenten in die neue Regionalliga Nord folgen. Schlussendlich konnte dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Man schlug den Herbstmeister auf eigener Anlage mit 4:2. Damit war es für die Renner-Truppe völlig irrelevant, was in Friedburg passierte.
Vor fast 600 Zuschauern begann der Gastgeber auffallend passiv und fing sich bereits in Minute 3 das 0:1, für das sich Steyrs Jetmir Rama, der aus kurzer Distanz erfolgreich war, verantwortlich zeichnete. Danach kam die sedda-Elf immer besser ins Match und belohnte sich für einen nun ansprechenderen Auftritt mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1. Stürmer Michael Schröttner, der heute einen Sahnetag erwischte, traf mit einem satten, platzierten Schuss von der Strafraumkante, der sehenswert im langen Eck einschlug (30.). Lediglich 3 Minuten später meldete sich jedoch wieder der SKV zurück und nutzte abermals die Passivität aus, welche sich in Durchgang eins immer wieder ins Spiel der Hausherren einschlich. Markus Wallner schoss schlussendlich zur erneuten Führung ein. Davon ließ sich der SV sedda Bad Schallerbach, der mit dem offensiven Output in Hälfte eins zufrieden sein konnte, nicht verunsichern und glich in Minute 35 erneut aus. Lukas Schlosser, der heute im Sturm aufgeboten wurde, umkurvte zielstrebig Paulo Gmeiner im Kasten der Gäste und schob die Kugel unaufgeregt ins leere Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff klopfte dann die Renner-Truppe, die zusehends so richtig in den Rhythmus gekommen war, offensiv noch einmal an. Kapitän Dominik Stadlbauer verfehlte das anvisierte Ziel in einer insgesamt rasanten, hochwertigen Partie nur knapp.
Vergleichsweise früh im zweiten Durchgang zeichnete sich ab, dass sich das Momentum immer mehr auf die Seite des SV sedda Bad Schallerbach verlagerte. Dies hatte insbesondere zwei Gründe: Ersatzgeschwächte Gäste gelangten zusehends an die Grenzen gegen einen Kontrahenten, der sich in Sachen Zweikampfhärte und Aggressivität im Spiel gegen den Ball für Hälfte zwei einiges vorgenommen hatte und das auch prompt umzusetzen wusste. In der 55. Minute stellten die Hausherren verdientermaßen auf 3:2. Nach einem Foul an Schröttner im Strafraum des Gegners trat der Angreifer selbst zum folgerichtigen Elfmeter an. Er scheiterte im ersten Versuch an Gmeiner, drückte dann den Ball aber über die Linie und stieß die Tür zur Regionalliga nun ganz weit auf. Der SV sedda Bad Schallerbach war jetzt am Drücker und kreierte weitere Top-Chancen, Mittelfeldmann Bayram Gas und Schröttner konnten aber kein Kapital daraus schlagen. Die 86. Minute brachte dann die endgültige Entscheidung mit sich: Mit Saisontor Nummer 24 traf Schröttner aus kurzer Distanz zum 4:2-Endstand.
Erich Renner (Trainer SV sedda Bad Schallerbach):
„Bad Schallerbach hat noch nie in der Regionalliga gespielt. Das ist etwas Spezielles. Diese neue Konstellation mit Salzburg ist recht interessant. Wir sind ein kleiner Verein und das ist eine riesige Geschichte für uns. Vor der Saison war das Ziel Platz fünf nach den vielen Abgängen. Jetzt sind wir Dritter und steigen auf. Das ist richtig schön.“
Gerald Perzy (sportlicher Leiter SK Vorwärts Steyr):
„Wir waren heute sehr dezimiert. Etliche Spieler waren nicht dabei. Die erste Hälfte war sehr gut. In der zweiten Halbzeit ist uns etwas die Luft ausgegangen. Insgesamt haben wir uns gut präsentiert, obwohl es um nichts mehr gegangen ist für uns.“
Die Besten: Michael Schröttner (ST, SV sedda Bad Schallerbach), Lukas Schlosser (ST, SV sedda Bad Schallerbach), Bayram Gas (ZMF, SV sedda Bad Schallerbach)