Regionalliga Mitte

„Die elf Punkte nicht schönreden“ – Trainer Karl Schweighofer zieht Herbstbilanz beim SK Treibach

In der abgelaufenen Saison schaffte der SK Treibach in der Regionalliga Mitte souverän den Klassenerhalt. Eine starke Heimbilanz und eine stabile Defensive waren die Eckpfeiler dafür. Heuer konnten die Kärntner daran nicht anknüpfen. Dementsprechend enttäuschend verlief die Herbstsaison. Mit elf Punkten finden sich die Blau-Weißen nur am 14. Platz wieder. Dennoch können die Treibacher ohne Druck ins Frühjahr starten, aufgrund der Reform werden sie auch in der nächsten Spielzeit sicher in der dritthöchsten Spielklasse dabei sein. Trainer Karl Schweighofer möchte sich auf dieser Tatsache aber nicht ausruhen. Im Gespräch erzählt er, warum die Hinrunde nicht nach Wunsch verlief, welche Änderungen es im Winter gibt und mit welchen Zielen die Treibacher in die Rückrunde starten.

Der SK Treibach setzt vor allem aufs KollektivDer SK Treibach setzt vor allem aufs Kollektiv

LIGAPORTAL: Letztes Jahr hattet ihr nach der Hinrunde 17 Punkte auf dem Konto, heuer sind es nur elf. Wie würdest du die Herbstsaison einordnen?

Karl Schweighofer: Unser Hauptziel war es, dass wir diesen Wert von 17 Punkten wieder erreichen. Außerdem wollten wir auswärts besser werden und unsere gute Heimbilanz aufrechterhalten. Leider haben wir die 17 Punkte nicht erreicht. Der ausschlaggebende Punkt dafür war, dass wir zu Hause zu wenige Punkte geholt haben und die Bilanz von letzter Saison nicht bestätigen konnten. Auswärts haben wir immerhin fünf Punkte geholt und uns insgesamt besser präsentiert als im letzten Herbst. Das war positiv, dennoch haben wir unser Ziel um sechs Punkte verfehlt.

LIGAPORTAL: Insgesamt eine enttäuschende Hinrunde für euch?

Karl Schweighofer: Ja, kann man so sagen. Letztes Jahr haben wir vielleicht etwas über unseren Verhältnissen gespielt, aber zumindest einen Dreier mehr hätte ich in diesem Herbst schon gerne gehabt. Wenn wir 14 Punkte gehabt hätten, wären wir da, wo wir hingehören und das wäre vor allem zu Hause sicher auch möglich gewesen.

LIGAPORTAL: Was sind aus deiner Sicht die Gründe für diesen Rückschritt? Auffällig war vor allem die fehlende defensive Stabilität – ist das der Hauptgrund?

Karl Schweighofer: Unsere zwei großen Stärken in der vergangenen Saison waren die Heimstärke und die stabile Defensive. Wir haben in der Abwehr mit Wachernig, Primusch und Ristoskov wirklich drei sehr starke Spieler gehabt, die für Stabilität gesorgt haben und vorne haben wir immer wieder unsere Möglichkeiten gehabt und genutzt. Heuer war es aber so, dass diese drei Spieler aufgrund verschiedener Umstände erst in den letzten zwei Runden gemeinsam gespielt haben und das war für mich schon ein Knackpunkt dafür, dass wir so viele Tore bekommen haben. Leider haben wir es in der ersten Saisonphase nicht geschafft, die Ausfälle von diesen Stammkräften zu kompensieren. Wir haben gehofft, dass andere Spieler einspringen werden, das haben wir aber leider nicht hingekriegt.

LIGAPORTAL: In der letzten Saison habt ihr es immer wieder geschafft, gegen die Top-Teams der Liga zu punkten, heuer hat das nur einmal geklappt (2:1 gegen Oedt). Was war in diesen Duellen der Unterschied?

Karl Schweighofer: Ja leider, wir waren immer wieder knapp dran, aber oft hat dann eine Kleinigkeit gefehlt. Man sieht einfach, dass wir in dieser Liga immer wieder am Maximum spielen müssen, um punkten zu können und vor allem die engen Partien sind in diesem Halbjahr nicht auf unsere Seite gefallen.

LIGAPORTAL: Trotzdem könnt ihr im Frühjahr befreit aufspielen, da es keinen Kärntner Absteiger geben wird. Inwiefern beeinflusst das eure Arbeit?

Karl Schweighofer: Natürlich hat man das immer im Hinterkopf, aber das beeinflusst meine Arbeit definitiv nicht. Für uns ist das zwar ein schöner Nebeneffekt, aber wir wollen trotzdem bestmöglich performen und so viele Punkte wie möglich am Ende auf dem Konto haben. Das ist der Anspruch, den wir an uns haben. Klar ist aber auch, dass wir unsere elf Punkte nicht schönreden brauchen. Vor einem Jahr wären wir natürlich mitten im Abstiegskampf gewesen. Heuer können wir das Frühjahr ohne Druck bestreiten.

LIGAPORTAL: Welche Veränderungen wird es bei euch im Winter geben?

Karl Schweighofer: Wir haben in diesem Winter schon eine größere Umstrukturierung im Kader. Die Zusammenarbeit mit Michael Novak wurde beendet, Martin Lamzari geht nach Feldkirchen. Dazu verlassen uns noch Marius Maierhofer in Richtung Völkermarkt und Nikolaos Kokkas. Außerdem hat sich Thomas Pirker beim Training in der Übergangsphase leider das Kreuzband gerissen und wird uns damit im Frühjahr nicht zur Verfügung stehen. Insgesamt haben wir also fünf Spieler weniger im Kader, aber wir wollten den Kader sowieso ausdünnen. Dadurch wollen wir die Durchlässigkeit von der zweiten Mannschaft zur ersten Mannschaft erhöhen und jungen Spielern die Chance geben. Der einzige externe Neuzugang wird Anej Kmetic sein. Da wir in der Offensive bereits zwei wichtige Spieler verloren haben, war dieser Transfer für uns wichtig.

LIGAPORTAL: Mit welchen Zielen startet ihr in die Rückrunde?

Karl Schweighofer: Wir wollen definitiv mehr als elf Punkte machen. Außerdem wollen wir unsere Heimstärke aus der Vorsaison wiederfinden. Das dritte Vorhaben ist, unsere Stabilität zurückzugewinnen, daran werden wir von Anfang an arbeiten.

LIGAPORTAL: Wie blickt ihr als Verein auf die kommende Reform?

Karl Schweighofer: Für uns wird das im Herbst natürlich ganz was anderes werden. Zurzeit stehen wir kompakt und lassen die anderen das Spiel machen, im Herbst wird sich das aber ändern, dann werden wir wieder mehr den Ball haben. Das wird sicher nicht einfach werden, unter die ersten Vier zu kommen. Im Frühjahr wird es natürlich nochmal ganz was anderes. Insgesamt schätze ich die steirischen Mannschaften schon stärker ein. Aber aus wirtschaftlicher Sicht ist es aufgrund der kürzeren Fahrtwege und der höheren Zuschauereinnahmen sicher positiv.

 

Foto: Dostal