Der Start ins Frühjahr verlief alles andere als nach Wunsch – und ließ in der Gamsstadt erstmals Zweifel aufkommen. Zwei Niederlagen zum Auftakt, darunter ein deutliches 0:4 vor eigenem Publikum, zwangen den FC Eurotours Kitzbühel früh in die Realität. Doch anstatt sich weiter verunsichern zu lassen, zog die Mannschaft die richtigen Schlüsse: Nach einer internen Aussprache folgte die Antwort auf dem Platz – erst mit einem klaren Auswärtssieg, dann mit einem viel umjubelten Coup gegen den Tabellenführer. Eine Entwicklung, die zeigt, wie schnell sich im Fußball alles drehen kann.

Foto: Wolfgang Sulzberger
0:1 in Reichenau und ein bitteres 0:4 zuhause gegen FC Dornbirn – so hatte sich in der Gamsstadt niemand den Start ins Frühjahr vorgestellt. Beim FC Kitzbühel herrschte Ernüchterung. Die Erwartungen waren andere gewesen, die Realität eine kalte Dusche. Auch Neo-Coach Michael Baur zeigte sich alles andere als zufrieden, nachdem er im Winter das Amt von Sean Caldwell übernommen hatte. „Nach dem Dornbirn-Spiel haben wir Klartext geredet.“ Ein Satz, der nachwirkte. Eine Krisensitzung, wenn man so will – aber eine, die Wirkung zeigte. Und wie.
Beim FC Pinzgau Saalfelden folgte die erste Antwort auf dem Platz: ein überzeugendes 4:0 auswärts, ein Auftritt voller Entschlossenheit und neuem Selbstvertrauen. Doch das eigentliche Ausrufezeichen sollte erst noch kommen – am Tivoli gegen Spitzenreiter FC Wacker Innsbruck. Dort bewies die Mannschaft Charakter. Nach einem Rückstand ließ sich Kitzbühel nicht beirren, spielte mutig weiter und zeigte genau jene Mentalität, die zuvor vermisst worden war. Kurz vor der Pause war es Christoph Notdurfter, der zum Ausgleich traf, kurz danach drehte Luka Redek die Partie endgültig. Die Wende gelang rund um die Halbzeit – und sie fühlte sich wie ein Befreiungsschlag an.
Auch wenn ab der Stundenmarke die Kräfte schwanden und der Tank sichtbar leerer wurde, stemmte sich das Team gemeinsam gegen den Druck des Leaders. Mit Leidenschaft, Zusammenhalt und einer gehörigen Portion Wille brachten die Kitzbüheler den sensationellen 2:1-Erfolg über die Zeit. „Alle haben zusammengehalten. Der Sieg macht uns sehr stolz“, betonte Baur – und man konnte spüren, wie viel dieser Moment der Mannschaft bedeutete.

Einer der Besten am Tivoli: Trainersohn Raul Baur.
Foto: Wolfgang Sulzberger
Doch in Kitzbühel will man sich darauf nicht ausruhen. Der Sieg soll erst der Anfang gewesen sein, ein Fundament für eine erfolgreiche Zukunft unter Baur. Die nächsten Aufgaben haben es allerdings in sich. „Wir sind gewarnt. Jetzt kommen unangenehme Gegner“, sagte Baur, der erst den formstarken Aufsteiger FC Lustenau empfängt, dann binnen vier Tagen auswärts in Lauterach und beim Heim-Nachtrag gegen Wals-Grünau gefordert ist.
Nach einem holprigen Start ist aus Zweifel wieder Hoffnung geworden. Und vielleicht war genau dieser schwierige Beginn nötig, um der Mannschaft zu zeigen, wozu sie wirklich fähig ist.