Spielberichte

Joker sticht in Minute 93: Wolfurt trotz Kreuzband-Misere mit spätem Heimsieg gegen die Reichenau

Nach einem Unentschieden und einer Niederlage hat der Meusburger FC Wolfurt in der Regionalliga West erstmals drei Punkte eingefahren. Im Heimspiel gegen die SVG Reichenau geriet der Aufsteiger zunächst mit 0:1 in Rückstand, kämpfte sich aber zurück und belohnte sich in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem Siegestreffer. Nach dem doppelten Verletzungsschock war der späte Erfolg mehr als nur eine Genugtuung.

Foto: Meusburger FC Wolfurt 

 

Einige Chancen, aber keine Tore in Hälfte eins 

Übungsleiter Gernot Glänzer sah die Vorteile zunächst klar auf Seiten seiner Reichenauer. „Wir waren klar überlegen und hatten 70:30 Prozent Ballbesitz. Wenn wir zur Pause zumindest 2:0 geführt hätten, hätte sich Wolfurt nicht beschweren dürfen“, bilanzierte er.

Wolfurt-Coach Jürgen Maccani betonte hingegen die gefährlichen Nadelstiche seiner Mannschaft: „Freilich hatte der Gegner Vorteile, aber auch wir hätten in Führung gehen können.“ Da weder die Reichenauer Offensivkräfte noch Anthony Dunand per Kopfball und Kauan Brustolin aufseiten der Heimelf ihre Chancen verwerten konnten, ging es torlos in die Halbzeitpause.

 

Last-Minute-Jubel in Wolfurt

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag. Nur wenige Sekunden waren gespielt, als ein Zusammenspiel von Mahmut Bozkurt und Ömer Köken zur 1:0-Führung für die Reichenau führte (46.). Lange hielt der Vorsprung allerdings nicht: Neun Minuten später sorgte Wolfurts Kapitän Marian Zehrer mit seinem Treffer zum 1:1 für den Ausgleich (55.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. „Im Endeffekt hätten beide Mannschaften gewinnen können“, blickte Maccani auf die Möglichkeiten beider Teams zurück.

Den Sieg sicherte sich schließlich der Aufsteiger. In der dritten Minute der Nachspielzeit avancierte Mehmeteren Bayraktar zum Matchwinner. Nur elf Minuten nach seiner Einwechslung erzielte der Joker das vielumjubelte 2:1 (93.). Bitter für die Gäste: Wenige Augenblicke zuvor hatten die Reichenauer auf der Gegenseite eine vielversprechende Freistoßchance vergeben. Entsprechend bedient zeigte sich Glänzer nach dem Schlusspfiff: „Eine richtig bittere Niederlage. Das hätten drei Punkte für uns sein müssen.“

Auch personell gab es für die Gäste einen Wermutstropfen: Luca Marchiori musste bereits nach 19 Minuten ausgewechselt werden. Bei ihm besteht der Verdacht auf einen Bänderriss im Knöchel.

 

Vier Punkte als Trostpflaster

Apropos Bänderriss: Bei den Wolfurtern ist die Zahl der Kreuzband-Patienten nach den Diagnosen bei Mücahit Özdemir und Marco Troy inzwischen auf drei angestiegen. Umso höher sind die bislang vier Punkte nach drei absolvierten Runden einzuschätzen. „Für das, dass wir gegen den Abstieg spielen und den kleinsten Kader zur Verfügung haben, ist das natürlich super“, freut sich Maccani. Die bisherige Ausbeute sei keineswegs glücklich zustande gekommen: „Hochverdient. Auch in Dornbirn hätten wir etwas mitnehmen können, haben dort beim Stand von 1:1 eine große Chance vergeben.“

Anlässlich der 4. Westliga-Runde muss Wolfurt nach Wattens zu den WSG Juniors, die Reichenau nach St. Johann.

 

 

👑 Die Besten bei Wolfurt: Fink, S. Umjenovic, Brüderlin

 

 

 

 Regionalliga West 2026/27, 3. Runde

Freitag, 14.08.2026, 18:00, Sportplatz an der Ach Wolfurt, Z: 300, SR: Biljana Iskin

 

 Meusburger FC Wolfurt 2:1 (0:0) SVG Reichenau  

Wolfurt: Robin Fink, Stefan Umjenovic, Valerio Petrovic, Kilian Kalb, Anthony Dunand, Aleksandar Umjenovic, Alessandro Petrovic, Yusuf Ömer Özüyer, Kauan Galhardo Ferrarini Brustolin, Marian Zehrer (K), Felix Brüderlin

Ersatz: Lorenz Wittwer, Finn Bolkart, Mehmeteren Bayraktar, Luis Wille, Julian Otto Waibel, Martin Krizic

Reichenau: Emanuel Ponholzer, Lukas Zangerl, Sefik Abali, Stefan Pribanovic, Mahmut Bozkurt, Luca Marchiori, Clemens Hubmann, Lukas Caria (K), Fynn Christian Fuchs, Max Forisch, Jakob Singer

Ersatz: Johannes Ungerank, Ömer Köken, Marko Jovljevic, David Stoppacher, Matteo Wöber, Mateo Hilber

Torfolge: 

0:1 Ömer Köken (46.)

1:1 Marian Zehrer (55.)

2:1 Mehmeteren Bayraktar (93.)