Der SK St. Johann kam mit fünf Spielen ohne Niederlage im Gepäck – doch in Lustenau war zunächst wenig von der Tiroler Offensivlust zu sehen. Die Hausherren standen kompakt, machten die Räume dicht und schlugen durch Abdülkerim Kalkan eiskalt zu. Erst nach der Pause legte der Aufsteiger den Schalter um und kam per Elfmeter zum 1:1. Mehr wollte trotz Dauerfeuer und finaler Überzahl nicht mehr gelingen.

Foto: Leni Mätzler / SK St. Johann
Nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen – drei Siege und zwei Unentschieden – reiste der Aufsteiger aus St. Johann mit breiter Brust ins Stadion an der Holzstraße. Selbstvertrauen hatten aber auch die Hausherren getankt: Lustenau feierte in der Vorwoche gegen Wolfurt den ersten Saisonsieg (3:2).
Im Duell, in dem die Tiroler leicht zu favorisieren waren, taten sich die Gäste im letzten Drittel zunächst schwer. „Wir waren gut im Spiel, hatten viel Ballbesitz – aber nur bis zur Mitte der gegnerischen Hälfte“, schilderte St.-Johann-Trainer Norbert Frey. Gegen diszipliniert verteidigende Lustenauer fanden seine Schützlinge kaum Lösungen. „Der Wille, in Richtung Tor zu gehen, hat uns lange gefehlt. Wir waren nicht durchschlagskräftig genug“, ergänzte Frey. Wesentlich mehr Pfeffer hatte Lustenau in Minute 37: Abdülkerim Kalkan fasste sich ein Herz und stellte auf 1:0.

Foto: Leni Mätzler / SK St. Johann
Nachdem sich das zahnlose Spiel der St. Johanner auch in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit fortgesetzt hatte, wurde der Aufsteiger in der Folge immer gefährlicher. „Mitte der zweiten Halbzeit haben wir dann unheimlichen Druck aufgebaut“, erzählte Frey. Die Erlösung musste schließlich vom Elfmeterpunkt her: Maximilian Seeber trat an und verwandelte souverän zum 1:1-Ausgleich (79.). Bitter für die Heimelf: Antreiber Paulo Victor war mit der Elfmeterentscheidung alles andere als einverstanden, beleidigte den Schiedsrichter und sah dafür Rot (80.). „Egal ob gegen elf oder später gegen zehn: Es ist ein Angriff nach dem anderen auf das gegnerische Tor gegangen. Wir waren drauf und dran, den Siegtreffer zu machen. Leider ist er uns nicht gelungen“, stöhnte Frey.
Der St.-Johann-Übungsleiter erinnerte sich an eine brenzlige Szene, die Stephen Owusu Akomeah in extremis entschärfte. „Beim Stand von 0:1 haben wir da gerade noch das 0:2 verhindert. Im Endeffekt war's ein gewonnener Punkt“, befand Frey.
Damit bleibt seine Mannschaft seit der 0:1-Heimniederlage gegen Dornbirn am 15. August in der Regionalliga West weiter ungeschlagen. In Lustenau durfte man sich indes über das zweite Spiel in Folge ohne Niederlage freuen – das hatte es für die Vorarlberger in dieser Saison bislang noch nicht gegeben.
Samstag, 26.09.2026, 15:30, Stadion an der Holzstraße Lustenau, Z: 600, SR: Jonas Mayrhofer
FC Lustenau: Noah Küng (K), Julian Mair, Moritz Beck, Serhan Arslan, Luis Hagspiel, Paulo Victor Rodrigues De Souza, Abdülkerim Kalkan, Batuhan Karakas, Julian Hagen, Bence Szin, Adrian Mendes Ersatz: Luigi Scala Loureiro Junior, David Aaron Schelling, Joshua Küng, Thomas König, Jakob Elias Schlunck, Emre Kadir Güven |
St. Johann/T.: Georg Pendl (K), Maximilian Gruber, Eric-Vasi Capeti, Robert Martic, Mohamed Chedi Hamad Afifeh, Christoph Bader, Florian Schuler, Stephen Owusu Akomeah, Elias Prosic, Thomas Herwig, Maximilian Seeber Ersatz: David Kos, Sebastian Gruber, Christian Pauli, Benedikt Seeber, Maximilian Jurescha, Giovanni Müller |
Torfolge: | 1:0 Abdülkerim Kalkan (37.) 1:1 Maximilian Seeber (79.) |
| Rote Karte: | Paulo Victor (Beleidigung, 80.) |