2:0 vorne, 3:2 vorne – und am Ende steht der FC Lustenau 1907 mit leeren Händen da! Die Vorarlberger hatten den SV Fügen eigentlich schon im Griff, ehe Stephan Kuen binnen 60 Sekunden doppelt zuschlug und die Partie zum ersten Mal kippen ließ. Nach dem erneuten Führungstreffer der Hausherren ging der Wahnsinn erst richtig los: Simon Schober glich postwendend aus, Lukas Danzl versetzte Lustenau in der 91. Minute mit dem 4:3 den endgültigen K.o.! Fügen beendete damit seine Pleitenserie, während Lustenau weiter auf den ersten Saisonsieg gegen ein Tiroler Team wartet.
Foto: SV Fügen
Fügen bekam zuletzt die Schattenseiten der Regionalliga zu spüren und kassierte erstmals zwei Niederlagen in Folge. Im Stadion an der Holzstraße drohte den Zillertalern zunächst sogar die dritte Pleite en suite.
Sportchef David Egger beobachtete eine erste Halbzeit mit wechselnden Kräfteverhältnissen: „Lustenau hat den besseren Start erwischt, dann waren wir stärker, hatten drei, vier gute Chancen und kurz vor der Pause waren dann die Lustenauer wieder die bessere Mannschaft“, schilderte er. Kurz vor dem Seitenwechsel schlugen die Hausherren zu: Abdülkerim Kalkan verwandelte einen Elfmeter souverän in die rechte Ecke und stellte damit auf 1:0 (40.).
Doch damit nicht genug: Kurz nach dem Seitenwechsel legten die Vorarlberger nach: Simon Häfele und Simon Grabherr sorgten über links für eine Two-Men-Show – Zweitgenannter stellte auf 2:0 (49.). „Da war die Laune kurz am Boden“, beschrieb Fügen-Sportchef David Egger die Stimmung im Gästelager. Doch die Stimmung beim Aufsteiger sollte ratzfatz in die Höhe schnalzen, als Stephan Kuen binnen einer Minute doppelt traf (66., 67.) und so auf 2:2 stellte. „Dass sich unser Abwehrchef verletzt hat und die zwei schnellen Tore, waren der Anfang vom Ende“, seufzte Lustenau-Übungsleiter Philipp Hagspiel.
Zunächst durften die Hausherren noch einmal hoffen. Nach einem weiteren Assist von Häfele brachte Paulo Victor den Vorarlberger Traditionsklub in der 82. Minute erneut in Führung. Doch Fügen gab sich nicht geschlagen: Postwendend packte Simon Schober einen Prachtschuss zum 3:3-Ausgleich aus (83.), in der Nachspielzeit traf Lukas Danzl nach einer auf den zweiten Pfosten geschlagenen Ecke zum vielumjubelten 4:3-Auswärtssieg (91.).
Hagspiel fand nach dem späten Kollaps deutliche Worte: „Bis zum 2:0 hatten wir eigentlich alles im Griff. Wir sind aber zu deppert, um zu gewinnen.“ Vor allem die fehlende Erfahrung mache sich bemerkbar: „Wir sind zu jung, zu grün hinter den Ohren. Mit dem Gedanken: Es wird schon irgendwie gehen, geht es sich in der Regionalliga einfach nicht aus.“
Nach dem Schlusspfiff wurde die Fügener Kabine kurzerhand zum Party-Hotspot. „Trotz sieben, acht Ausfällen haben sich die Jungs voll reingehauen. Heute war das Glück auf unserer Seite, aber dieses Glück haben wir uns erkämpft“, jubelte Egger. Angesichts des wilden Spielverlaufs hätte er auch mit einem Punkt gut leben können: „Ein 3:3 hätte ich sofort unterschrieben. Wenn man das ganze Spiel hernimmt, wäre ein Unentschieden auch gerecht gewesen.“
Während Fügen nach zuletzt zwei Niederlagen mit einem Dreier zurückschlug, hält bei den Lustenauern eine unerfreuliche Serie an: In der laufenden Saison gelang ihnen gegen Teams aus Tirol noch kein Sieg.
👑 Die Besten bei Fügen: Danzl, M. Wurm
Samstag, 17.10.2026, 15:30, Stadion an der Holzstraße Lustenau, Z: 450, SR: Tugrul Saskin
FC Lustenau: Noah Küng (K) - Serhan Arslan, David Aaron Schelling, Joshua Küng, Adrian Mendes - Moritz Beck, Paulo Victor Rodrigues De Souza, Batuhan Karakas, Simon Häfele - Abdülkerim Kalkan, Simon Lukas Grabherr Ersatz: Klaus Mendes, Julian Mair, Luis Hagspiel, Thomas König, Julian Hagen, Paul Hagen |
Fügen: Georg Wurm (K), Markus Dengg, Velibor Keser, Hannes Mair, Stephan Kuen, Paul Wessiack, Servan Bingöllü, Maximilian Wurm, Augustin Delic, Lukas Danzl, Johannes Pregenzer Ersatz: Patrick Enzi, Luca Grimm, David Ortner, Simon Schober, Stefan Hussl, Patrick Dessl |
Torfolge: | 1:0 Abdülkerim Kalkan (40.) 2:0 Simon Grabherr (49.) 2:1 Stephan Kuen (66.) 2:2 Stephan Kuen (67.) 3:2 Paulo Victor (82.) 3:3 Simon Schober (83.) 3:4 Lukas Danzl (91.) |