In der 1. Klasse Mitte-West hat die Union Gaspoltshofen das Derby gegen den Sportclub Offenhausen mit 3:1 gewonnen. Nach starker Anfangsphase, einer heiklen Phase rund um den Ausgleich und einem wichtigen 2:1 zog die Mannschaft von Lukas Bichl das Heimspiel noch klar auf ihre Seite. Der Trainer sprach danach von viel Kampfgeist, guten Einzelleistungen und einer Phase, in der sein Team körperlich zulegen konnte.

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Für Lukas Bichl war die Partie klar in mehrere Abschnitte geteilt. „Wir waren in den ersten 30 Minuten die klar spielbestimmende Mannschaft“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Diese Phase gehörte also klar den Gastgebern, die das Spiel an sich zogen, sodass der Aufsteiger nach seiner Einschätzung zunächst kaum zu kontrollierten Aktionen in der Gaspoltshofener Hälfte kam. In dieser starken Anfangsphase fiel in der 30. Minute auch das 1:0, und das passte aus Sicht des Trainers gut ins Bild. Lorenz Kumpfmüller traf nach einer Einzelaktion, die Bichl ausdrücklich hervorhob: „Er hat den Ball angenommen, noch zwei Spieler stehen gelassen, ist ins Zentrum gezogen und hat aus zwanzig Metern sehr schön ins Tor geschossen.“ Mit dieser Führung ging Gaspoltshofen auch in die Pause, hatte aber schon vor dem Seitenwechsel gemerkt, dass Offenhausen über das Umschalten immer besser ins Spiel fand.
Genau in dieser Phase wurde das Spiel aus Sicht der Hausherren deutlich offener. Bichl schilderte, dass Offenhausen ab etwa der 30. Minute „vor allem durch das offensive Umschaltspiel sehr gefährlich“ geworden sei und sich auch mehrere gute Möglichkeiten erarbeitet habe. Nach Wiederbeginn setzte sich das zunächst fort. „Nach dem Anpfiff war Offenhausen vielleicht die ersten fünfzehn, zwanzig Minuten die gefährlichere Mannschaft“, sagte der Gaspoltshofener Trainer. In der 51. Minute fiel dann auch das 1:1 durch Redon Bytyqi. Bichl sprach dabei von einem Abstimmungsproblem nach einem langen Ball, bei dem der eigene Tormann noch einen Mitspieler anschoss und Bytyqi die Situation nutzte. Kurz darauf wurde es noch einmal brenzlig, als nach einem Eckball ein Kopfball der Gäste an der Latte landete. Umso wichtiger war für Bichl das 2:1 in der 70. Minute durch Hüseyin Özer. „Das war wahrscheinlich der wichtigste Moment im Spiel“, sagte er. Gerade weil Gaspoltshofen aus einer Phase gekommen sei, „wo der Gegner etwas aufgekommen ist“, habe dieser Treffer besonders viel bewirkt. Bichl ordnete ehrlich ein: „Das hat uns sicher in die Karten gespielt, weil es vielleicht sogar ein bisschen gegen den Spielverlauf war.“ Sechs Minuten später legten die Gastgeber nach. Wieder war Lorenz Kumpfmüller beteiligt, diesmal über die rechte Seite. Markus Gradinger scheiterte zunächst noch, ehe Özer im Nachsetzen das 3:1 machte und damit seinen Doppelpack schnürte.
Dass Gaspoltshofen am Ende trotzdem recht klar gewann, erklärte Bichl nicht nur mit den Toren, sondern vor allem mit der Art, wie seine Mannschaft auftrat. „Wir haben wieder die Tugenden auf den Platz gebracht, die wir schon vor zwei Wochen gezeigt haben“, sagte er und meinte damit vor allem Kampfgeist und Spielfreude. Dazu kamen aus seiner Sicht starke Einzelleistungen. Besonders Lorenz Kumpfmüller strich er heraus: „Er hat dem Spiel sicher seinen Stempel aufgedrückt.“ Ebenso wichtig war für ihn der Auftritt von Hüseyin Özer, der schon früh ins Spiel kam. Nach acht Minuten musste Matthäus Bürstinger verletzt raus, Özer übernahm und wurde mit zwei Toren zum sehr effektiven Joker. Trotz des Erfolgs wollte Bichl den Auftritt aber nicht schöner reden, als er war. „Wir wissen natürlich, dass noch Luft nach oben ist“, sagte er. Seine Mannschaft habe dem Gegner „trotzdem sehr viele Momente gegeben“ und dabei auch das nötige Glück gehabt, dass daraus nicht mehr Gegentore entstanden.
Auch den Gegner ordnete der Trainer sehr respektvoll ein. Der SC Offenhausen sei „brutal stark im offensiven Umschaltspiel“, dazu robust, groß gewachsen und bei Standards sehr gefährlich. Gerade ruhende Bälle bezeichnete Bichl als ständiges Thema in dieser Partie. Mit Miliam Guerrib, der laut Bichl angeschlagen nur von der Bank kam, habe Offenhausen zudem noch zusätzliche Qualität gebracht. Umso zufriedener war der Trainer damit, wie seine Mannschaft diese Aufgaben am Ende löste. „Ab der 60., 65. Minute waren wir auch körperlich die bessere Mannschaft und haben das Spiel dann verdient gewonnen“, fasste er zusammen. Nach der heftigen Klatsche in der vergangenen Woche sei es wichtig gewesen, wieder die richtige Reaktion zu zeigen. „Genau so müssen wir auftreten. Dann können wir auch jeden Gegner schlagen“, sagte Bichl. Gleichzeitig schob er nach, dass schon ein oder zwei fehlende Prozent genügen würden, um wieder Probleme zu bekommen. Erwähnenswert fand er auch die Leistung des Unparteiischen: „Schiedsrichter Kranabitl hat eine sehr ordentliche Leistung geboten. Das war ein schwieriges Spiel mit vielen Fouls, aber er hat das für sein Alter sehr souverän heruntergepfiffen.“ Mit dem 3:1-Heimsieg hält die Union Gaspoltshofen nach drei Runden nun bei vier Punkten und hat den eigenen Auftritt nach dem Rückschlag der Vorwoche jedenfalls in die richtige Richtung gedreht.