In der 1. Klasse Nord-Ost setzte sich Union Ried in der Riedmark nach turbulenten 90 Minuten mit 4:3 gegen SPG Pregarten 1b durch. Nach frühem Rückstand drehten die Rieder die Partie, überstanden die Gewitterunterbrechung mit kühlem Kopf und brachten den Sieg trotz des späten Anschlusses ins Ziel. Trainer Matthias Lindtner sprach von „Leidenschaft, hundertzwanzig Prozent“ – und davon, dass sein Team „den Sieg mehr wollte“. Trotz Standard-Gegentoren reichte die Reaktion: ein wichtiger Heimsieg im Abstiegskampf.

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Der Start gehörte den Gästen: Bereits nach fünf Minuten traf Paul Hummer zum 0:1. „Sehr früh durch einen 35-Meter-Freistoß in Rückstand geraten, aber wir haben sofort leidenschaftlich dagegengehalten“, schilderte Matthias Lindtner. Ried blieb dran und glich nach 29 Minuten durch ein Eigentor von Daniel Noah Beer zum 1:1 aus. Kurz vor der Pause legte Clemens Wahl das 2:1 (39.) nach – die Wende war vorerst geschafft. Zur Geschichte des Abends gehörte auch eine Gewitterunterbrechung. „Das macht’s im Kopf nicht leichter, aber wir haben den Fokus gehalten“, so Lindtner. Nach dem Wechsel kam Pregarten durch Dominik Mayrwöger zum 2:2 (51.), doch Ried antwortete: Baran Kisin stellte in Minute 74 auf 3:2, Moritz Aberl erhöhte in der 88. auf 4:2. In der Nachspielzeit verkürzte erneut Mayrwöger (90+5) – mehr ließen die Hausherren nicht zu.
Für den Rieder Coach war der Schlüssel klar benennbar. „Wir hatten heute sehr viele Spielanteile und einfach den größeren Willen. Wir wollten den Sieg mehr, sind in die Zweikämpfe gegangen und haben hundertzwanzig Prozent gegeben.“ Beeindruckt zeigte sich Lindtner auch von den Umstellungen im Kader: „Wir hatten vier Ausfälle – zwei Gelbsperren und zwei Verletzte vom letzten Spiel – und standen mit Burschen am Feld, die noch nie in der Kampfmannschaft gespielt haben. Die haben das großartig gemacht.“ Der nasse Rasen und der Wind machten jede Szene heikel. „Auf so einem Untergrund kann immer schnell was passieren. Umso wichtiger war’s, dass wir nach dem 4:2 ruhig geblieben sind.“ Dass die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller am Vortag Punkte liegen ließen, sei zusätzliches Motiv gewesen. „Da war für uns angerichtet, ein Ausrufezeichen zu setzen.“ Außerdem gefalle ihm der Trend daheim: „Wir sind wieder ein bissl zur Heimmacht geworden – mit Leidenschaft und gutem Training erarbeitet man sich auch das nötige Glück.“
Bei aller Euphorie blieb Lindtner selbstkritisch. „Unsere Ansatzpunkte sind klar: Standards. Wir kassieren gefühlt in jedem Spiel ein Eckball- oder Freistoßtor. Daran arbeiten wir schon viel, müssen aber noch zulegen.“ Auch im letzten Drittel wünscht er sich mehr Konsequenz: „Das wollen wir noch sauberer ausspielen.“ Lob gab es für das Schiedsrichterteam. „Sehr unaufgeregt, es gab für mich keine strittigen Szenen. Und als das Gewitter aufzog, war die Unterbrechung absolut richtig.“ Laut Lindtner schlug sogar in Stadionnähe ein Blitz ein, weshalb rund 15 Minuten pausiert wurde – „umso wichtiger war es, den Fokus zu halten, und das ist uns gelungen“. Für den Endspurt lautet das Ziel unverändert: den Klassenerhalt sportlich fixieren. „Wir haben noch zwei Runden, eine kurze Pause dazwischen – und dann zum Schluss daheim ein richtig wichtiges Spiel. Mit der heutigen Leistung und den Jungs aus dem eigenen Nachwuchs nehmen wir eine breite Brust mit.“