1. Klasse Nord-West

„Mit sieben Punkten hat keiner mehr an uns geglaubt“ – Raab blickt auf eine starke Aufholjagd zurück

Union Raab

In der 1. Klasse Nord-West hat Union Kogler-Dach Raab eine Saison hingelegt, die im Frühjahr noch einmal eine ganz andere Richtung bekommen hat. Nach nur sieben Punkten zur Winterpause schien der Klassenerhalt weit weg, am Ende standen aber 33 Zähler und Rang acht. Sportlicher Leiter Simon Wesner blickt deshalb auf eine Halbserie zurück, in der sich die Mannschaft Schritt für Schritt aus einer sehr schwierigen Lage herausgearbeitet hat.

Ein Hund steht hinter der Eckfahne

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Vom abgeschlagenen Schlusslicht noch auf Platz acht

Der Blick auf die Entwicklung macht deutlich, warum der Rückblick in Raab deutlich positiver ausfällt, als es im Winter noch zu erwarten war. Nach einer langen Phase am Tabellenende stand die Mannschaft bis Runde 19 auf dem letzten Platz, erst danach ging es langsam nach oben. Aus Rang 14 wurde über die letzten Wochen erst Platz 13, dann 12, später 10 und am Ende sogar Rang acht. Wesner erinnert daran, wie düster die Lage nach der Hinserie war: „Nach dem Winter, als wir nur sieben Punkte gehabt haben, war es sehr schwierig für uns, weil eigentlich keiner mehr geglaubt hat, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Umso mehr Gewicht bekommt aus seiner Sicht, was danach gelungen ist. „Dann haben wir geschaut, dass wir in der Liga bleiben und die Klasse halten, was uns glücklicherweise gelungen ist“, sagt der sportliche Leiter. Auch die letzten Ergebnisse passen zu diesem Bild. Aus den letzten fünf Spielen holte Raab zehn Punkte, gewann gegen Union Wesenufer mit 2:1, gegen Schärding SV mit 3:0 und bei der SPG St. Roman/Esternberg 1b mit 3:1. Dazu kam ein 1:1 gegen Taufkirchen/Pram. Nur gegen Union Schardenberg setzte es in dieser Phase eine 1:2-Niederlage.

Geschlossene Mannschaft, stabile Abwehr und kaum Ausfälle

Wenn Wesner erklären soll, warum diese Wende möglich war, spricht er nicht nur über Punkte, sondern vor allem über den Zustand der Mannschaft. Ein entscheidender Punkt war aus seiner Sicht, dass Raab in der Rückrunde von größeren Verletzungssorgen verschont blieb. „Das war auch unser Glück, dass wir keine Verletzungen gehabt haben“, sagt er. Zwar habe es immer wieder ein paar angeschlagene Spieler gegeben, „die aber nach einer Woche oder zwei wieder fit geworden sind“. Gerade in so einer Lage sei das ein großer Vorteil gewesen. Wesner formuliert es sehr deutlich: „Wir waren in einer sehr glücklichen Lage, dass wir die Rückrunde so überstanden haben. Sonst wäre das so nicht möglich gewesen.“ Dazu kam laut ihm ein spürbar stärkerer Zusammenhalt in der Gruppe. „Die ganze Mannschaft hat einen Zusammenhalt entwickelt, weil der Vorstand vorgegeben hat, dass wir nicht absteigen wollen. Wir haben das gelebt und die Mannschaft hat das durchgezogen.“ Natürlich hat auch unser im Winter neu gekommener Trainer Alex Mokrovic großen Anteil dabei, der auch die Marschrichtung vom Vorstand 1:1 sofort verstanden und übernommen hat. "Moni hat einen großen Anteil an dem Erfolg der Mannschaft." Einzelne Spieler hebt er trotzdem hervor. Florian Bachschweller habe sich in der Innenverteidigung „super gemausert“, Johannes Wilflingseder habe seine Aufgabe trotz kleinerer Probleme „sehr gut gemacht“ und Eigengewächs Noah Baumann müsse man „groß hervorheben“, weil er in die Mannschaft hineingekommen sei und seine Sache sehr ordentlich gelöst habe. Dazu nennt Wesner auch Michael Zweimüller, der nach schweren Verletzungen wieder zu einer verlässlichen Größe im Zentrum geworden sei. „Er hat sich wieder reingekämpft und uns mit seiner Fitness und seiner Routine im Mittelfeld sehr weitergeholfen“, sagt der sportliche Leiter.

Zwei Abgänge, ein neuer Stürmer und viel Arbeit im Umfeld

Im Kader gibt es im Sommer überschaubare, aber trotzdem spürbare Veränderungen. Ein Legionär aus dem rechten Mittelfeld wechselt laut Wesner innerhalb der Liga nach St. Roman. Besonders schmerzt ihn aber das Karriereende von Patrick Klement. „So einen Spieler zu verlieren, das ist sehr schwierig“, sagt Wesner und macht damit klar, dass dieser Abgang nicht nur sportlich, sondern auch menschlich Gewicht hat. Neu dazu kommt mit Peter Cetron ein Stürmer aus dem Ausland. Darüber hinaus hält Raab weiter Ausschau nach jungen Spielern aus der Region, konkrete Vollzugsmeldungen gibt es in diesem Bereich aber noch nicht. Im Trainerstab bleibt vieles beim Alten: In der 1b und auch auf der Co-Trainer-Position bleibt die Besetzung unverändert. Gleichzeitig verweist Wesner darauf, dass es im Vereinsumfeld zuletzt eine größere Umstrukturierung gegeben hat. „Wir haben vor dem Winter eine komplette Umstrukturierung gehabt, was es uns auch sehr schwer gemacht hat“, sagt er. Noch immer sei man dabei, sich in die neuen Abläufe einzuarbeiten. Große weitere Änderungen sind derzeit aber nicht geplant.

Respekt vor Münzkirchen – und Selbstvertrauen für die neue Saison

Beim Blick auf die Liga zeigt sich Wesner nicht nur mit der eigenen Entwicklung zufrieden, sondern ordnet auch das Gesamtbild der Saison ein. Dem Meister FC Münzkirchen spricht er ein klares Lob aus: „Da muss man natürlich gratulieren. Sie haben eine sehr souveräne Saison hingelegt.“ Gleichzeitig verweist er auf die vielen Verschiebungen im Tabellenkeller, die diese Spielzeit aus seiner Sicht besonders gemacht haben. Dass Vereine hinten noch stark aufgeholt haben, andere dagegen unerwartet hineingerutscht sind, sei in dieser Form schon auffällig gewesen. Genau deshalb bewertet er auch die Leistung von Raab besonders hoch. „Mit sieben Punkten und am Ende 33 Punkten insgesamt haben wir in der Liga schon auf uns aufmerksam gemacht“, sagt Wesner. Dieser Satz bringt die Stimmung im Verein gut auf den Punkt. In Raab weiß man, wie knapp und schwierig die Lage im Winter war. Gerade deshalb geht der Klub nun mit einer Portion Selbstvertrauen in die nächste Saison. Die Basis dafür ist gelegt: eine Mannschaft, die sich in einer heiklen Phase zusammengerauft hat, ein Gerüst mit einigen verlässlichen Spielern und das Gefühl, dass nach einer starken Aufholjagd noch nicht Schluss sein muss.