Zum Saisonauftakt der 1. Klasse Nord-West hat die Union Josko Kopfing zuhause gegen die Spielvereinigung Schärding eine 1:0-Pausenführung aus der Hand gegeben und am Ende 1:2 verloren. Trainer Firzet Hadžić brachte seine Sicht nach dem Schlusspfiff auf eine prägnante Formel: "Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit pfui." Vor allem der Bruch nach der Pause ärgerte den Coach, weil seine Mannschaft gegen einen hoch eingeschätzten Gegner lange das bessere Team war.

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Wer nur auf das Ergebnis schaut, würde den ersten Abschnitt dieser Partie laut Firzet Hadžić völlig falsch einordnen. Der Trainer war überzeugt, seine Mannschaft gut auf die Aufgabe eingestellt zu haben, obwohl die Vorbereitung aus seiner Sicht wegen einiger Ausfälle nicht ideal verlaufen war. Umso zufriedener war er mit dem Beginn. "Ich glaube, dass ich meine Mannschaft auf die Spielvereinigung Schärding sehr gut eingestellt habe", sagte Hadžić. Über 35 bis 40 Minuten seien die Heimischen "klar die überlegene Mannschaft" gewesen. Kopfing gewann Zweikämpfe, stand hinten sicher und ließ laut dem Trainer nur sehr wenig zu. Nach vorne ging vor allem über Bence Lizak einiges. Hadzic sprach von mehreren Topchancen, die seine Mannschaft schon vor dem Führungstreffer hatte. In der 31. Minute brachte Peter Bodo die Union dann mit 1:0 in Front, und auch der Halbzeitstand entsprach aus Sicht des Trainers dem Spiel. "Wir waren im Spiel, wir haben Zweikämpfe gewonnen, wir waren hinten sehr sicher", fasste Hadžić die erste Hälfte zusammen.
Umso größer war der Ärger darüber, was nach dem Seitenwechsel passierte. Hadžić sprach von einer "komplett anderen Mannschaft" und meinte das ausdrücklich negativ. Kopfing gewann kaum noch Zweikämpfe, spielte die Bälle nach vorne zu ungenau und verlor laut dem Trainer immer wieder zu einfach die Ordnung. "Wir haben zu viele Fehlpässe gemacht, wir haben uns nichts mehr zugetraut und einige Spieler waren in der zweiten Halbzeit nicht zu erkennen", sagte er. Die neue Spielvereinigung bemerkte diese Unsicherheit nach seiner Einschätzung sofort und wurde aggressiver sowie entschlossener. In der 70. Minute fiel das 1:1 durch Michael Angleitner. Hadžić beschrieb die Szene als Aktion, in der seine Mannschaft zunächst gut gestanden sei, dann aber auf einer Seite nicht konsequent genug verteidigt habe. Nur drei Minuten später war das Spiel ganz gedreht. Timo Angermair traf zum 1:2, nachdem sich die Union laut dem Trainer bei einem eigenen Vorstoß auskontern ließ. "Bei Stand 1:1 darf das nicht passieren", sagte Hadžić, der genau in dieser Szene einen der klaren Fehler seiner Mannschaft sah.
Ganz so, als wäre Kopfing in der zweiten Halbzeit völlig chancenlos gewesen, wollte Hadžić die Partie dann aber auch nicht darstellen. Er verwies auf mehrere Momente, in denen das Spiel noch einmal hätte kippen können oder in denen seine Mannschaft zumindest im Rennen blieb. Besonders Philipp Eder hob er dabei hervor. Union-Torhüter hielt seine Mannschaft laut Hadžić mit starken Paraden im Spiel und sorgte damit dafür, dass es zunächst beim 1:1 blieb. Das eröffnete den Heimischen noch einmal eine Möglichkeit. Außerdem gab es in der zweiten Hälfte noch eine große Chance nach einem starken Vorstoß von Bence Lizak über die rechte Seite. Der Abschluss blieb aber ungenutzt. "Das wäre vielleicht ein Leistungsschub für uns gewesen", meinte Hadžić. Lizak war für ihn ohnehin einer der wenigen Spieler, die auch nach der Pause noch Akzente setzen konnten. Der Trainer sprach sogar davon, dass er "überragend gespielt" habe. Doch alleine konnte auch er die Partie nicht mehr herumreißen, weil nach dem 1:2 offensiv insgesamt zu wenig nachkam.
Bei der Ursachenforschung redete der Trainer nicht um den heißen Brei herum. Eine einzige Schlüsselszene wollte er nicht als alleinigen Knackpunkt herausheben, vielmehr sprach er von vielen kleinen Situationen, in denen die Union Kopfing die Ruhe und die Ordnung verlor. Dazu kamen für ihn personelle Gründe. "Unter der Woche waren einige krank, der eine oder andere konnte nicht trainieren", erklärte Hadžić. Mit einem kleinen Kader können die Kopfinger drei oder vier Leistungseinbrüche nicht einfach auffangen. Später stellte er noch auf 4-4-2 um und brachte mit Leonhard Hauser einen Spieler, der erst wieder wenige Einheiten absolviert hatte, dazu kamen noch zwei 16-Jährige. Ausreden suchte er trotzdem keine. "Auf den Schiedsrichter will ich mich nicht ausreden", stellte Hadžić klar und erkannte den Sieg der Spielvereinigung Schärding aufgrund der zweiten Halbzeit auch an. Gleichzeitig machte er deutlich, dass das 1:2 für ihn gleich zum Saisonstart eine wichtige Wegmarke ist. "Wenn wir vorne mitspielen wollen, muss nächste Woche eine gewaltige Reaktion kommen", sagte der Trainer. Und er schob nach: "Dann wird sich zeigen, ob die Mannschaft Charakter und Qualität hat."