Spielberichte

„Mit dem Punkt wollten wir uns nicht zufriedengeben“ – Waldmark St. Stefan holt in Gramastetten zähen Auswärtssieg

SV Gramastetten
Waldmark St. Stefan

In der 1. Klasse Nord hat AVIVA Waldmark St. Stefan am Freitagabend beim SV Gramastetten einen hart erkämpften 2:1-Auswärtssieg eingefahren. Nach einem folgerichtigen 0:0 zur Pause nutzten die Gäste ihre beste Phase nach dem Seitenwechsel für die Tore von Simon Gaisbauer und Nico Lindorfer. Der späte Anschlusstreffer von Michal Kubec brachte noch einmal Spannung, doch laut Trainer Rudolf Damberger war vor allem klar: „Mit dem Punkt wollten wir uns nicht zufriedengeben.“

Orange-Schwarzer Ball auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vor der Pause hatte niemand viele Vorteile

Über weite Strecken der ersten Hälfte war es ein Spiel, in dem sich keine Mannschaft richtig absetzen konnte. Damberger sprach von einem „relativ gleich verteilten Spiel mit wenig Chancen auf beiden Seiten“ und ordnete das 0:0 zur Halbzeit deshalb als logische Folge ein. Die beste Möglichkeit seiner Mannschaft sah er schon früh, als Tobias Kitzmüller in der siebenten Minute im Eins-gegen-eins am Torhüter scheiterte. Darüber hinaus wurde St. Stefan vor allem nach ruhenden Bällen gefährlich, etwa bei einem Freistoß, nach dem David Kitzmüller per Kopf vorbeisetzte. Auf der anderen Seite kamen die Gastgeber laut Damberger immer wieder über gute Umschaltmomente nach vorne, besonders über Philipp Kastner. Viel mehr ließ die Partie vor der Pause aber nicht zu, sie blieb umkämpft, offen und lange ohne klare Richtung.

Die beste Phase nach der Pause bringt die Entscheidung

Was vor dem Seitenwechsel noch ausgeglichen gewesen war, kippte nach Wiederbeginn in Richtung der Gäste. „Man hat gemerkt, dass wir mehr wollten und mit viel Energie aus der Halbzeit gekommen sind“, sagte Damberger, und genau diese Haltung spiegelte sich in den folgenden Minuten auch im Spiel wider. Er sah in den ersten 25 Minuten nach der Pause die stärkste Phase seiner Mannschaft, und genau in dieser Zeit fiel auch die Vorentscheidung. In der 55. Minute setzte sich Simon Gaisbauer auf der rechten Seite durch und schloss mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 ab. St. Stefan blieb am Drücker und legte in der 67. Minute nach, als Gramastetten ein individueller Fehler unterlief, Nico Lindorfer davon profitierte, allein auf den Torhüter zulief und sicher zum 2:0 verwandelte. Für Damberger war das der wesentliche Unterschied: „Es ist wichtig, dass man in den Spielphasen, in denen man am Drücker ist, effizient ist. Und das waren wir.“

Gramastetten kommt zurück, St. Stefan bringt Vorsprung ins Ziel

Mit dem 0:2 war die Partie aber noch nicht erledigt. Damberger betonte ausdrücklich, dass sich Gramastetten „noch lange nicht geschlagen“ gegeben habe, und genau das zeigte sich in der Schlussphase deutlich. In der 79. Minute verkürzte Michal Kubec nach einer Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz auf 1:2, und damit war auf Seiten der Gastgeber noch einmal alles offen. „Die letzte Viertelstunde hat dem Gastgeber gehört“, sagte der Trainer der Gäste, der sogar davon sprach, dass sein Team in dieser Phase „wirklich leiden“ musste. Gramastetten setzte alles nach vorne, St. Stefan bekam kaum mehr Ruhe ins Spiel, hielt aber mit viel Einsatz dagegen. Ein schöner Konter über Thomas Hehenberger hätte laut Damberger womöglich die endgültige Entscheidung bringen können, blieb jedoch ohne dritten Treffer. Umso höher bewertete er die Art, wie seine Mannschaft die letzten Minuten wegverteidigte: „Mit Glück und Geschick und mit großartigem kämpferischen Einsatz haben wir den Vorsprung über die Zeit gebracht. Und wenn wirklich mal ein Ball durchkam, dann war unser gewohnt sicherer Torhüter Jonas Madlmayr zur Stelle." Auch den Rahmen der Partie ordnete er klar ein: „Der Schiedsrichter hat eine einwandfreie Leistung geboten und souverän agiert.“

Geschlossenheit als Trumpf und Blick schon nach Rainbach

Im Fazit stellte Damberger weniger einzelne Szenen als vielmehr das Auftreten seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Die Mentalität und Einstellung meiner Mannschaft hat gepasst“, sagte er, und er sah die geschlossene Arbeit gegen den Ball in der Schlussphase als zweiten großen Schlüssel neben der effizienten Phase nach der Pause. „Wir haben alles reingeworfen, was wir gehabt haben“, lautete seine Zusammenfassung für die hektischen letzten Minuten. Entsprechend zufrieden fiel sein Gesamturteil aus: Es sei „ein hart erkämpfter, aber nicht unverdienter Auswärtssieg“ gewesen. Für St. Stefan bedeutet das nach vier Runden den dritten Sieg und damit einen gelungenen Start. Genau das sprach Damberger auch offen an: „Unser Start ist geglückt.“ Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt allerdings nicht, denn schon am kommenden Freitag wartet mit dem Auswärtsspiel gegen Rainbach die nächste Aufgabe. Dort will St. Stefan auswärts unbesiegt bleiben und „zumindest den obligatorischen Auswärtspunkt“ mitnehmen.

1. Klasse Nord: Gramastetten : St. Stefan - 1:2 (0:0)

  • 79
    Michal Kubec 1:2
  • 67
    Nico Lindorfer 0:2
  • 55
    Simon Gaisbauer 0:1