In der 1. Klasse Nord hat AVIVA Waldmark St. Stefan gegen die Union Neustift/Oberkappel eine 1:0-Pausenführung aus der Hand gegeben und am Ende 1:2 verloren. Für Neustift war laut Sektionsleiter Michael Kronawitter vor allem eine Szene vor der Pause wesentlich: Weil das 2:0 ausblieb, blieb die Partie offen. Nach dem Ausgleich per Standard und einem Elfmeter in der Nachspielzeit nahmen die Gäste alle drei Punkte mit.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie so, wie es der spätere Sieger eigentlich nicht haben wollte. Kronawitter beschrieb Waldmark St. Stefan vor allem in der ersten Halbzeit als Mannschaft, die „eigentlich immer gefährlich und gut für ein Tor“ gewesen sei. In der 36. Minute ging die Heimelf dann auch durch Thomas Pührmayr mit 1:0 in Führung, und mit diesem Spielstand ging es wenig später auch in die Pause. Dass es zu diesem Zeitpunkt bei einem knappen Rückstand blieb, sah Kronawitter im Nachhinein als entscheidenden Punkt. „Die Heimmannschaft hat vor der Halbzeit verabsäumt, das 2:0 zu machen“, sagte er. Genau dadurch blieb Neustift in einer Partie, die vor der Pause klar zugunsten der Gastgeber zu kippen drohte.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Begegnung aus Sicht von Neustift deutlich. „Wir sind in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gekommen, hatten mehr Ballbesitz und bessere Tormöglichkeiten“, sagte Kronawitter, der seiner Mannschaft vor allem in dieser Phase eine klare Steigerung attestierte. Die Gäste waren nun das aktivere Team und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück. Der Ausgleich in der 74. Minute passte deshalb auch zum Verlauf der zweiten Hälfte. Er fiel nach einem Standard, den Kronawitter genau schilderte: Nach einem Eckball kam der Ball noch einmal durch Andre Gierlinger in den Strafraum, dort stand Michael Kalischko frei und köpfte zum 1:1 ein. Für Neustift war das die verdiente Belohnung für eine deutlich bessere zweite Halbzeit.
Entschieden wurde die Partie schließlich ganz spät, und auch das sprach Kronawitter offen an. In der Nachspielzeit kam es zu einem Zusammenprall zwischen dem heimischen Tormann und einem Neustifter Angreifer, der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. „Da kann man sicher diskutieren. Das war eine Fünfzig-fünfzig-Entscheidung, die zugunsten unserer Mannschaft ausgefallen ist“, meinte der Sektionsleiter ohne großes Drumherum. Andre Gierlinger übernahm in der 92. Minute die Verantwortung und verwertete den Elfmeter sicher zum 2:1. Damit war das Spiel gedreht. Kronawitter brachte den Unterschied zwischen beiden Mannschaften danach knapp auf den Punkt: „Der Unterschied lag in der Elfmeterentscheidung und darin, dass wir den Sieg am Schluss mehr wollten.“ Trotz dieser umstrittenen Szene stellte er dem Unparteiischen insgesamt eine gute Leistung aus.
Dass die Union Neustift/Oberkappel die Partie drehen konnte, lag für Kronawitter aber nicht nur an der Schlussszene. „Besonders gut funktioniert hat das Spiel gegen den Ball und die kämpferische Einstellung und Laufbereitschaft“, sagte er. Gerade nach einer ersten Halbzeit, in der Waldmark St. Stefan immer wieder gefährlich war, brauchte es genau diese Tugenden, um im Spiel zu bleiben und sich nach der Pause zurückzumelden. Gleichzeitig verschwieg er nicht, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. „Luft nach oben ist sicher im Spiel mit dem Ball“, erklärte der Sektionsleiter. Der Sieg hat für Neustift dennoch Gewicht, weil es der zweite Erfolg in Serie war. Zum Abschluss soll nun noch einer dazukommen: „Mit dem dritten Sieg in Folge gegen Walding möchten wir die Saison abschließen“, gab er die Richtung für die kommende Aufgabe vor.