In der 1. Klasse Nord hat die Sportunion Reichenthal gegen die Union Ascendor Niederwaldkirchen eine bittere 2:3-Heimniederlage kassiert. Nach einer starken ersten Hälfte führte der Aufsteiger und Tabellenletzte bereits 2:0, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Trainer Jürgen Landl sprach nach dem Schlusspfiff von „Himmel und Hölle“ und machte neben den vergebenen Chancen vor allem nachlassende Kräfte und die starke zweite Halbzeit der Gäste als Gründe aus.

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Die Beschreibung von Jürgen Landl passte zu diesem Nachmittag ziemlich genau. „Himmel und Hölle. Erste Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, zweite Halbzeit leider total verschlafen, beziehungsweise der Gegner hat einen starken Kampfgeist entwickelt“, sagte der Reichenthal-Coach. Tatsächlich hatte seine Mannschaft vor der Pause das Spiel ergebnistechnisch im Griff. In der 27. Minute brachte Mario Dumfart die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nur sieben Minuten später legte Tobias Landl das 2:0 nach. Mit diesem Vorsprung ging Reichenthal auch in die Kabine, und nach dem Verlauf der ersten 45 Minuten sprach vieles dafür, dass die Heimelf an diesem Tag etwas Zählbares mitnehmen könnte.
Nach Wiederbeginn kippte die Begegnung aber sehr schnell. Niederwaldkirchen verkürzte direkt in der 46. Minute durch Edin Sarhatlic auf 2:1 und war damit sofort wieder voll im Spiel. Genau diese Entwicklung meinte Landl, wenn er von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten sprach. Reichenthal konnte die Partie nach der Pause nicht mehr so kontrollieren wie davor, während die Gäste dranblieben und mit jeder Minute mehr an den Ausgleich glauben durften. In der 86. Minute war es erneut Sarhatlic, der zum 2:2 traf. Damit war der Vorsprung endgültig dahin, und in der Nachspielzeit folgte der nächste Rückschlag für die Heimelf, als Eusebiu-Patric Covaci noch das 2:3 für Niederwaldkirchen erzielte.
Dass es aus Reichenthaler Sicht überhaupt noch einmal eng wurde, führte der Trainer nicht nur auf den Spielstand nach der Pause zurück. Er sprach vor allem die eigene Effizienz an. „Entscheidend waren die vergebenen Chancen und dass wir manche Aktionen nicht sauber ausgespielt haben, die zum Tor geführt hätten“, sagte Landl. Damit sprach er einen Punkt an, der sich durch das gesamte Spiel zog: Reichenthal hatte in seiner starken ersten Hälfte offenbar die Möglichkeit, noch klarer davonzuziehen, nutzte diese Momente aber nicht konsequent genug. Dazu kam laut Landl ein körperlicher Aspekt, der im zweiten Durchgang immer sichtbarer wurde. „Die Kräfte sind leider ein bisschen gesunken, weil wir an diesem Tag einfach zu viele angeschlagene und kranke Spieler auf dem Feld hatten.“ Für ihn lag darin letztlich auch der größte Unterschied zwischen den beiden Teams. „Ich glaube, an der Fitness.“
Ganz ohne Diskussionen ging die Partie für den Trainer ebenfalls nicht vorbei. Besonders vor dem 2:1 war er mit einer Entscheidung nicht einverstanden. „Vor dem 2:1 war es für mich ein klares Foul. Unser Spieler wurde zurückgehalten, das wurde von Schiedsrichter Wolfmayr nicht geahndet. Der Gegner hat diese Chance ausgenutzt und das 2:1 gemacht. Das war sehr spielentscheidend“, sagte Landl. Gleichzeitig blieb seine Einordnung insgesamt sachlich, denn er fügte auch an: „Sonst waren im Großen und Ganzen nicht viele Fehlentscheidungen dabei.“ Viel stärker als über einzelne Pfiffe sprach er ohnehin über das, was seine Mannschaft selbst beeinflussen konnte. Die Union Niederwaldkirchen habe in der zweiten Hälfte „nie aufgegeben“, sagte Landl, und genau dieser Kampfgeist der Gäste machte aus einem scheinbar klaren Reichenthaler Samstagnachmittag noch eine schmerzhafte Niederlage. Für die Union Reichenthal bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass eine starke erste Halbzeit diesmal nicht gereicht hat.