Spielberichte

„Uns fehlt die letzte Konsequenz im Torabschluss“ – Union St. Marien belohnt sich beim 0:0 wieder nicht

Union St. Marien
TUS Kremsmünster

In der 1. Klasse Ost hat sich die Union St. Marien am Samstagnachmittag in Runde zwei mit dem TUS Kremsmünster 0:0 getrennt. Trainer Philipp Eder sah erneut viele Spielanteile seiner Mannschaft und einen insgesamt ordentlichen Auftritt, am Ende blieb aber derselbe Befund wie schon in der Vorwoche: Im letzten Drittel fehlte die letzte Konsequenz. Deshalb stand unter dem Strich ein torloses, aus seiner Sicht gerechtes Unentschieden.

 

 

Erste Hälfte ohne echte Durchschlagskraft

Philipp Eder musste seine Partie nach dem Schlusspfiff nicht künstlich größer machen, als sie war. „Schlussendlich war es ein gerechtes Unentschieden“, sagte der Trainer von Union St. Marien und traf damit den Charakter dieses Spiels ziemlich genau. Vor allem im ersten Durchgang tat sich auf beiden Seiten wenig, das den Nachmittag wirklich hätte kippen lassen können. Eder beschrieb die ersten 45 Minuten als Phase, in der die Begegnung „ein wenig dahingeplätschert“ sei. Es habe zwar auf beiden Seiten Halbchancen gegeben, „aber nichts Zwingendes“. Dass es mit einem 0:0 in die Pause ging, passte also zu einem Spiel, in dem lange vieles ordentlich, aber wenig wirklich gefährlich war.

Nach der Pause wurde St. Marien aktiver

Interessanter wurde die Partie nach dem Seitenwechsel, weil Union St. Marien nach Einschätzung des eigenen Trainers gut aus der Kabine kam und den Druck noch einmal erhöhte. „Wir sind gut aus der Halbzeit rausgekommen und haben den Druck sogar noch ein bissl erhöhen können“, sagte Eder. Genau in dieser Phase zeigte sich aber auch, warum die Hausherren trotz guter Anteile ohne Tor blieben. Die beste klar benennbare Szene gehörte sogar TUS Kremsmünster, als nach einem Umschaltmoment ein Gästespieler allein vor dem Tormann auftauchte. Der St. Marien-Schlussmann hielt diese Situation laut Eder „brav und souverän“. Auf der anderen Seite kam Union St. Marien zwar immer wieder in den Strafraum, doch dort fehlte dann genau das, was Eder mehrfach ansprach: der letzte Pass und der saubere Abschluss.

Vieles passt schon, nur der Ertrag fehlt noch

Gerade deshalb war bei Eder trotz des torlosen Ergebnisses keine grundsätzliche Unzufriedenheit herauszuhören. Im Gegenteil: Der Trainer betonte mehrfach, dass das mannschaftliche Gefüge wieder gestimmt habe. „Das Ganze, das Gefüge, die Mentalität, die Einstellung, das unermüdliche Sein“, zählte er auf, als er erklären sollte, was seiner Mannschaft gut gelungen sei. Auch deshalb sprach er unterm Strich von einem „starken Auftritt“ seiner Elf. Der Knackpunkt sei eben ein anderer. „Es fehlen eigentlich nur mehr das letzte Drittel oder der letzte Pass“, sagte Eder. Für ihn ist das keine Frage der Spielanlage, sondern des Ertrags. Union St. Marien hatte nach seiner Wahrnehmung wieder viel vom Spiel, ließ insgesamt wenig zu, schaffte es aber nicht, aus den eigenen Ballbesitzphasen gefährliche Torabschlüsse zu machen und sich damit für den Aufwand zu belohnen.

Kein Ärger über den Unparteiischen, der Blick geht nach vorne

Diskussionsstoff abseits des Spielverlaufs wollte Eder dem 0:0 ebenfalls nicht andichten. Zwar gab es aus seiner Sicht zwei Situationen im Strafraum, bei denen man „mit der Fanbrille eher auf Elfmeter tendiert“, nüchtern betrachtet sei das aber „wahrscheinlich zu wenig“ gewesen. Entsprechend klar fiel auch sein Urteil über den Unparteiischen aus: „Schiedsrichter Dallinger hat das souverän geleitet. Das war absolut eine tolle Leistung.“ Den Gegner sah Eder als solide und gut organisiert, dazu in der zweiten Hälfte vermehrt mit langen Bällen. Für die Union St. Marien bleibt nach diesem zweiten Spieltag damit vor allem die Erkenntnis, dass die Basis passt, der letzte Schritt aber noch fehlt. Oder, wie es der Trainer selbst formulierte: „Es muss halt einfach nur mehr der Knoten aufgehen, dass wir auch die Tore erzielen und uns belohnen.“