In der 1. Klasse Ost hat sich Sportunion Wartberg an der Krems dem Tabellenführer SPG SK/ATSV Vorwärts Steyr mit 0:1 geschlagen geben müssen. Der knappe Auswärtssieg passte zu einer Partie, die laut Co-Trainer Marco Schorkopf über weite Strecken zerfahren blieb, kaum Chancen bot und den Gästen alles abverlangte. Am Ende machte ein Eckball den Unterschied, und Vorwärts blieb auch nach zwölf Runden ungeschlagen an der Spitze.
Für Vorwärts Steyr war es kein Auftritt, bei dem früh Ruhe eingekehrt wäre. Schorkopf erinnerte gleich an ein altes Fußballgesetz und sagte: "Erster gegen Letzter hat ein eigenes Gesetz." Genau so habe sich die Partie auch entwickelt. Die Gäste taten sich nach seinen Worten "unglaublich schwer", was er auch mit der Personalsituation erklärte. Wegen mehrerer Ausfälle standen fünf U18-Spieler im Einsatz, dazu kamen schwierige Bodenverhältnisse auf ganz tiefem Untergrund. Richtig aus dem Rhythmus geriet die Begegnung dann nach rund einer halben Stunde, als sich ein Spieler an der Schulter verletzte und die Partie laut Schorkopf zehn bis fünfzehn Minuten unterbrochen war, bis die Rettung da war. Den verletzten Akteur schloss der Co-Trainer ausdrücklich in seine Genesungswünsche ein.
Auch nach der langen Pause fand das Spiel laut Schorkopf nie richtig einen klaren Verlauf. "Das Gefühl hatte ich nie wirklich", sagte er auf die Frage, wann die Partie in Richtung der Gäste gekippt sei. Vielmehr sei es ein zerfahrenes und chancenarmes Spiel auf beiden Seiten geblieben. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0, ehe Vorwärts in der 58. Minute den einen Moment fand, der reichte. Nach einem Eckball traf Fabian Noah Schörkhuber zum 0:1, und gerade dieses Tor freute den Co-Trainer besonders, weil der Torschütze ebenfalls noch aus dem U18-Bereich kommt. Mehr spielerische Sicherheit leitete die Führung aber nicht automatisch ein. Schorkopf formulierte es offen: Seine Mannschaft habe das 1:0 "über die Zeit gebracht".
Dass der Tabellenführer am Ende als Sieger vom Platz ging, war für Schorkopf keineswegs selbstverständlich. "Der Gegner war wirklich stark", sagte er und sprach Wartberg für den Auftritt auf tiefem Boden ausdrücklich Respekt aus. Nach seiner Einschätzung hatten auch die Gastgeber ihre Möglichkeiten, weshalb er die Frage nach der völligen Gerechtigkeit des Ergebnisses bewusst offenließ. "Ob es gerecht ist oder nicht, stelle ich in den Raum", meinte er, betonte aber zugleich: "Wir haben alles gegeben." Dieses Lob verteilte er nicht nur an die Spieler, sondern auch an den Staff. Zur Spielleitung merkte Schorkopf an, dass nach einem groben Foul die Stimmung gekippt sei und ihm später eine klare Linie gefehlt habe. Von ganz groben, fahrlässigen Fehlentscheidungen sprach er allerdings nicht.
Trotz des Auswärtssiegs wollte Schorkopf das 1:0 nicht nur als weiteres Resultat an der Spitze stehen lassen. Ihm ging es auch darum, die Entwicklung der jungen Gruppe hervorzuheben. "Verbesserungspotenzial gibt es immer", sagte er und schob nach: "Wir lernen von Woche zu Woche, von Training zu Training." Gerade bei den vielen jungen Spielern sei dieser Prozess spürbar, und die Mannschaft nehme das gut an. Umso größer fiel sein Lob nach dem Schlusspfiff aus. "So einen Sieg muss man auch erst mal einfahren und mitnehmen", sagte der Co-Trainer. Nach zwölf Spielen ist Vorwärts weiter ungeschlagen Tabellenführer. Für die kommende Woche kündigte Schorkopf an, im letzten Heimspiel noch einmal anzugreifen, und ergänzte: "Die Jungs sollen sich heute feiern lassen."