Spielberichte

"Wir hätten das Spiel gewinnen müssen" – FC Pischelsdorf hadert nach 1:1-Remis mit vergebenen Chancen

Pischelsdorf
WSV-ATSV Ranshofen

Zum Saisonauftakt der 1. Klasse Süd-West hat sich der FC NGEN Pischelsdorf im Heimspiel gegen den WSV-ATSV Ranshofen mit einem 1:1-Unentschieden begnügen müssen. Neo-Trainer Halil Durmaz konnte mit dem Punkt zwar leben, nach dem Schlusspfiff überwog bei ihm aber klar das Gefühl, dass für seine Mannschaft mehr drinnen gewesen wäre. Vor allem nach der Pause sah er seine Elf klar im Vorteil, nur im Abschluss fehlte aus seiner Sicht die Belohnung.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Freistoß bringt die Gäste voran, noch vor der Pause folgt die Antwort

Halil Durmaz sprach nach der Partie von einer "guten, starken Partie" seiner Mannschaft und begründete das sehr klar. FC NGEN Pischelsdorf habe dem Gegner kaum Raum gelassen, WSV-ATSV Ranshofen gut unter Druck gesetzt und dessen Schlüsselspieler weitgehend unter Kontrolle gehabt. Aus seiner Sicht war das Heimteam also von Beginn an gut im Spiel und fand vor allem über Einsatz und Zweikämpfe in die Partie. Trotzdem geriet FC NGEN Pischelsdorf in der 36. Minute in Rückstand. Tom Kreilinger traf für WSV-ATSV Ranshofen zum 0:1, nachdem dem Tor laut Durmaz "ein blödes Foul von uns an der Strafraumkante" vorausgegangen war. Der Trainer beschrieb den Freistoß als stark getreten: "Den hat der gegnerische Spieler super eingedreht." Umso wichtiger war für FC NGEN Pischelsdorf die Reaktion noch vor dem Seitenwechsel. In der 44. Minute stellte Niclas Achleitner nach einem gut abgeschlossenen Konter auf 1:1, mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Pause.

Nach dem Wechsel war mehr drinnen als nur ein Punkt

Was Halil Durmaz besonders beschäftigte, war die zweite Halbzeit. Der Trainer von FC NGEN Pischelsdorf sah seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel bei den Torchancen klar überlegen und machte daraus keinen Hehl, wie er das Spiel einordnete. "Wir hatten sicher vier bis fünf Hunderter und hätten das Spiel auch gewinnen können, wenn nicht sogar müssen", sagte er. Damit war die Richtung seiner Analyse klar. FC NGEN Pischelsdorf blieb aus seiner Sicht das aktivere Team, kam zu deutlich besseren Möglichkeiten und hatte die Partie mehrfach auf dem Fuß. Durmaz sprach sogar davon, dass es zwei Situationen gegeben habe, in denen seine Mannschaft allein auf den Tormann zugelaufen sei. Dazu kamen noch weitere Einzelaktionen, aus denen ebenfalls das 2:1 hätte fallen können. Genau da lag für ihn der Grund, warum am Ende nur ein Remis stand: "Klipp und einfach: Wir haben zu ungenau abgeschlossen." Der Trainer war überzeugt, dass die Abschlussschwäche seine Mannschaft daran hinderte, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Viel Lob für Zweikämpfe, Einstellung und Vorbereitung

Trotz des verpassten Sieges fand Halil Durmaz nach dem Spiel viele positive Worte für den Auftritt seiner Mannschaft. "Wir waren in allen Belangen klar besser", sagte er und schob sofort nach, was für ihn besonders wichtig war: FC NGEN Pischelsdorf habe sich in die Zweikämpfe sehr gut hineingefunden, die Kopfbälle angenommen und insgesamt fast alles richtig gemacht. "Das Einzige, was ich meckern kann, ist, dass wir das 2:1 nicht gemacht haben", lautete seine klare Zusammenfassung. Auffällig war auch, dass Durmaz nicht nur die Startelf hervorhob, sondern ausdrücklich die gesamte Gruppe. Er sprach von einem "super Spiel" und lobte "jeden Einzelnen, auch die von der Bank gekommen sind". Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner respektvoll ein. WSV-ATSV Ranshofen sei "ballstark", verfüge über Schlüsselspieler und sei eine kompakte Mannschaft, die sich seit Jahren kenne. Gerade deshalb war der Trainer mit der eigenen Vorbereitung zufrieden: "Wir haben uns gut eingestellt auf die gegnerische Mannschaft und haben auf jeden Fall Paroli geboten." Auch über den Unparteiischen verlor er kein schlechtes Wort. "Der Schiedsrichter hat eine super Partie geleitet, da hat alles gepasst", sagte Durmaz.

Ein Punkt zum Auftakt, aber vor allem ein klares Gefühl für die eigene Leistung

So blieb nach dem 1:1 ein Ergebnis, das Halil Durmaz "im Großen und Ganzen" akzeptieren konnte, auch wenn sein Gesamtbild der Partie in eine andere Richtung ging. "Mit einem 1:1 kann ich gut leben und umgehen", sagte der neue Trainer, ohne dabei zu verschweigen, dass er mehr gesehen hatte als nur ein ausgeglichenes Spiel. Für ihn war es vor allem ein Auftritt, auf dem der FC Pischelsdorf aufbauen kann. Seine Schlussworte drehten sich weniger um den verlorenen möglichen Sieg als um die Haltung seiner Mannschaft. Er gratulierte seinem Team zur "sehr, sehr starken Zweikampfleistung" und zum "guten Einsatzwillen", den die Spieler an den Tag gelegt hätten. Dazu kam ein Satz, der nach dem Auftakt in der 1. Klasse Süd-West wie ein kleines Arbeitsmotto klingt: "Wir müssen einfach so weitermachen." Mit dem Resultat war nicht alles perfekt, mit der Leistung in vielen Bereichen aber sehr wohl.

1. Klasse Süd-West: Pischelsdorf : WSV-ATSV Ranshofen - 1:1 (1:1)

  • 44
    Niclas Achleitner 1:1
  • 36
    Tom Kreilinger 0:1