In der 1. Klasse Süd-West hat die Union Aspach-Wildenau dem TSV Aurolzmünster lange alles abverlangt, am Ende nahmen die Gäste aber einen 5:3-Sieg mit. Nach dem 2:2 zur Pause geriet Aurolzmünster noch einmal in Rückstand, antwortete jedoch sofort. Co-Trainer Markus Liederer sah genau in diesem schnellen 3:3 den wichtigsten Moment und sprach trotz einer durchwachsenen ersten Hälfte von einem verdienten Sieg.

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Dass es für seine Mannschaft kein einfacher Nachmittag werden würde, hatte Markus Liederer früh gesehen. „Die erste Halbzeit war nicht so, wie wir es uns erwünscht haben. Wir sind nicht so in die Zweikämpfe reingekommen und haben die zweiten Bälle nicht erobern können“, sagte der Co-Trainer. Das spiegelte sich auch im Spielstand schnell wider, denn Julian Sinnegger brachte Aspach-Wildenau bereits in der 4. Minute mit 1:0 in Führung. Liederer ordnete den Treffer klar ein: Einer Ecke war eine zu kurze Klärung vorausgegangen. Die Antwort der Gäste kam aber postwendend. Schon in der 5. Minute glich Christoph Penninger mit einer starken Einzelleistung zum 1:1 aus. Aurolzmünster konnte die Partie danach sogar drehen, als Moritz Schmidleitner in Minute 22 nach einer Ecke zum 2:1 traf. Ruhe brachte das den Gästen allerdings noch nicht. Aspach blieb griffig, ließ wenig zu und kam durch Marek Novak in der 27. Minute mit einer schönen Einzelaktion wieder auf 2:2 heran.
Mit dem 2:2 ging es in die Pause, und dort sprach Aurolzmünster laut Liederer genau jene Punkte an, die schon vor dem Seitenwechsel Probleme gemacht hatten. „Wir haben uns vorgenommen, griffig in die Zweikämpfe zu sein und wieder mehr spielerische Linie reinzubringen. Das hat in der zweiten Halbzeit besser geklappt“, erklärte er. Trotzdem erwischten zunächst wieder die Gastgeber den besseren Moment. Marek Novak erzielte in der 54. Minute das 3:2 für Aspach-Wildenau und brachte die Hausherren damit zum zweiten Mal an diesem Tag in Front. Entscheidend war für Liederer aber, dass seine Mannschaft auch diesmal nicht lange brauchte, um zu reagieren. Nur drei Minuten später stellte Arda Önen auf 3:3. „Der wichtigste Moment war der Ausgleich zum 3:3. Mit dem Treffer waren wir wieder voll in der Partie drinnen und haben gemerkt, dass noch etwas geht“, sagte Liederer. Dieses Gefühl nahm Aurolzmünster dann mit. Thomas Fellner sorgte in der 64. Minute mit einer Einzelleistung für das 4:3, ehe Jonas Reischenböck in der 81. Minute per Kopf nach einer Ecke den Schlusspunkt zum 5:3 setzte.
Für Liederer war nach Spielende klar, dass die Standardsituationen in dieser torreichen Partie eine große Rolle gespielt haben. Das erste Tor der Gastgeber fiel nach einer Ecke und einer zu kurzen Klärung, Aurolzmünster kam selbst nach einem ruhenden Ball zum 2:1, der Ausgleich zum 3:3 entstand laut Liederer „nach einem Gestocher“ wieder nach einer Ecke, und auch das 5:3 durch Reischenböck hatte seinen Ursprung in einem Standard. „Die Standardsituationen waren schon mitentscheidend heute“, hielt der Co-Trainer fest. Gleichzeitig hob er hervor, dass seine Mannschaft nach der Pause kompakter war und im Spiel gegen den Ball deutlich besser arbeitete. Dazu kam für ihn ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht nur für dieses Match Bedeutung hatte. „Wir haben von der Bank wieder richtig gut nachlegen können. Das ist über die Länge der Meisterschaft ein sehr wichtiger Faktor“, sagte Liederer. Neue Impulse von außen halfen also nicht nur im Finish, sondern auch dabei, dass Aurolzmünster das Spiel nach dem 3:2 der Gastgeber noch drehen konnte.
So sehr sich der TSV Aurolzmünster über die fünf Tore und den Auswärtssieg freuen durfte, so deutlich sprach Liederer auch an, dass der Gegner stärker auftrat, als es der Tabellenstand vermuten lässt. „Für mich ist es verwunderlich, dass Aspach als Tabellenletzter dasteht. In der ersten Halbzeit waren sie sehr griffig und immer wieder gefährlich nach vorne“, sagte er. Genau deshalb hatte dieser Erfolg für die Gäste Gewicht, weil er nicht nach einem glatten Sonntagnachmittag aussah, sondern erst nach einer klaren Steigerung zustande kam. Diskussionen neben dem Sportlichen gab es laut Liederer nicht. Er sprach von einem intensiven, aber sehr fairen Spiel ohne Gehässigkeiten oder Nickeligkeiten. Unter dem Strich nahm Aurolzmünster also nicht nur drei Punkte mit, sondern auch die Bestätigung, dass die Mannschaft nach Rückschlägen antworten kann. Mit 18 Punkten bleiben die Gäste nach elf Runden auf Rang fünf, und der 5:3-Erfolg in Aspach passt genau zu Liederers Schlussurteil: „Aufgrund der zweiten Halbzeit war es dann trotzdem kein unverdienter Sieg von unserer Seite.“