Im Spitzenspiel der 1. Klasse Süd-West hat die Union Raiba Hochburg-Ach dem UFC Lasco Lochen am Samstagnachmittag über weite Strecken alles abverlangt, am Ende nahmen aber die Gäste einen 1:0-Auswärtssieg mit. Für Trainer Peter Richter lag der Schlüssel in zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten und in einer Schlussphase, in der seine Mannschaft den knappen Vorsprung mit großem Einsatz über die Zeit brachte.

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Peter Richter sah zunächst genau jene Partie, die sich Lochen in Hochburg erhofft hatte. „In der ersten Halbzeit waren wir aus meiner Sicht die bessere Mannschaft und hatten eventuell auch die besseren Chancen“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Der entscheidende Moment kam schon in der 14. Minute. Julian Maislinger brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld Richtung Tor, Thomas Geier lief ein und verwandelte zum 1:0 ins lange Eck. Für Richter war das die spielentscheidende Szene. Dazu kamen aus seiner Sicht noch ein, zwei gute Situationen der Gäste vor der Pause, während der starke Aufsteiger offensiv zunächst kaum zur Geltung kam. Einen Strafstoß für die Gastgeber bezeichnete der Coach allerdings als „unberechtigt“.
Was sich im ersten Durchgang noch recht klar aus Lochener Sicht angefühlt hatte, änderte sich nach dem Seitenwechsel deutlich. „In der zweiten Halbzeit war es dann ein anderes Bild. Hochburg ist mit sehr viel Power rausgekommen, spielerisch gut“, schilderte Richter. Die Gastgeber drängten nun auf den Ausgleich und machten aus der Partie ein enges Spiel, das jederzeit kippen konnte. Besonders eindrücklich war dabei aus Sicht des Trainers, dass Hochburg-Ach dreimal die Latte traf. Lochen hatte zwar noch die große Möglichkeit auf das zweite Tor, als Julian Maislinger allein vor dem Tor auftauchte, doch die Vorentscheidung fiel nicht. So blieb es bis in die letzten Minuten beim schmalen Vorsprung, den die Gäste mehr verteidigen als verwalten mussten.
Gerade weil die zweite Halbzeit so schwierig verlief, stellte Richter weniger den Spielfluss als die Mentalität seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Die Jungs wollten unbedingt die drei Punkte aus Hochburg mitnehmen gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft“, sagte er. Vor allem in der letzten halben Stunde sei es darum gegangen, standzuhalten, Zweikämpfe anzunehmen und den knappen Vorteil nicht mehr herzugeben. „Wir haben die letzten dreißig Minuten mit viel Glück und Fortune verteidigt und alles reingeschmissen“, fasste der Trainer zusammen. Dass dabei auch das nötige Spielglück dabei war, verschwieg er nicht. Im Gegenteil: Richter räumte offen ein, dass Hochburg-Ach nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit „sicherlich auch einen Punkt verdient gehabt hätte“. Genau diese Ehrlichkeit passt zum Spielbild, denn Lochen nutzte den einen Standard, verteidigte danach leidenschaftlich und brachte so ein klassisches Unterhaus-Auswärtsspiel auf seine Seite.
Beim Jubel über die drei Punkte beließ es Richter trotzdem nicht. Er sprach auch an, wo seine Mannschaft trotz des Sieges noch Luft nach oben hat. „Wir hätten vielleicht in der zweiten Halbzeit noch ein bisschen mutiger nach vorne spielen sollen und nicht gleich jeden Ball schlagen und so leichtfertig verlieren“, sagte er. Diese Einordnung passt dazu, dass der UFC Lochen nach der Pause kaum für Entlastung sorgen konnte. Gleichzeitig zollte der Trainer dem Gegner viel Respekt. Die Union Hochburg stehe „nicht umsonst da oben“, sei spielerisch stark, kompakt und in Hochburg „gleich doppelt so schwer“ zu bespielen. Zu den strittigen Szenen wollte er sich nicht weiter auslassen und hielt nur fest: „Entscheidungen werden im Unterhaus als Tatsachenentscheidungen getroffen, und das soll auch so bleiben.“ Für Lochen ist das 1:0 damit mehr als nur ein knappes Ergebnis. Nach der zwölften Runde bleibt der UFC im Spitzenfeld der Tabelle, und Richter ordnete den Nachmittag mit einem Satz ein, der im Fußball oft stimmt: „So etwas gleicht sich über eine Saison wieder aus.“