Der SV Wolf System Scharnstein blickt auf eine durchwachsene, aber schlussendlich positive Saison 2025/26 in der 1. Klasse Süd zurück. Obmann Helmut Bammer spricht über die Leistungen der Mannschaft, die insgesamt solide waren, jedoch Phasen wechselnder Konstanz aufwiesen. Unter dem Strich steht ein fünfter Rang, der den eingeschlagenen Weg des Vereins bestätigt.

Wie schon in den vergangenen Jahren gab es bei der Mannschaft von Trainer Harald Aitzetmüller während der gesamten Meisterschaft immer wieder Phasen mit sportlichen Aufs und Abs. Das große Manko der abgelaufenen Spielzeit war erneut die fehlende Konstanz. Wie auch schon im Herbst verzeichnete man im Frühjahr eine Phase, in der sowohl die Leistungen als auch die Ergebnisse nicht gepasst haben. Vor allem der Start in die Rückrunde verlief nicht nach Wunsch, denn in den ersten vier Spielen holte das Team lediglich vier Punkte. Besonders bitter war dabei die Heimniederlage gegen Zell am Moos, bei der die Scharnsteiner bereits mit 1:0 in Führung gelegen hatten und der Gegner die Partie in Unterzahl noch zu einem 1:2-Erfolg drehen konnte.
Obmann Helmut Bammer blickt auf diese Wochen zurück: „In dieser Phase war etwas Unruhe in der Mannschaft und spätestens mit der darauffolgenden Auswärtsniederlage gegen Attergau war klar, dass wir in dieser Saison nichts mit dem Aufstieg zutun haben werden.“ Positiv zu vermerken bleibt dennoch, dass keine Spiele hoch verloren wurden und das Team phasenweise mit den Top-Gegnern der Liga mithalten konnte. Bis zum letzten Spieltag belegte die Mannschaft noch den vierten Rang, ehe man durch eine Niederlage gegen Oberwang am Schlussspieltag auf den fünften Tabellenplatz zurückfiel.
In der Endabrechnung zeigt sich die sportliche Leitung dennoch zufrieden, insbesondere unter Berücksichtigung der Vereinsphilosophie. Der SV Scharnstein setzt größtenteils auf Kicker aus der eigenen Gemeinde sowie der Region und gibt kein Geld für Spieler aus. Obmann Helmut Bammer sieht sich durch das Abschneiden bestätigt und betont, dass der Weg der richtige sei. Man spiele mit vielen Einheimischen und Jungs aus dem eigenen Nachwuchs, was seiner Vision und auch dem Anspruch des Hauptsponsors entspreche. Eine besondere Qualität zeigte sich in der Breite des Kaders, die vor allem durch eine angespannte Personalsituation bereits zu Saisonbeginn gefordert war.
Der Obmann blickt auf eine intensive Zeit zurück: „Wir hatten immer wieder einmal mit Verletzungen zu kämpfen, auch schon in der Vergangenheit. Diese Saison war es phasenweise aber schon sehr schlimm. Zu den Langzeitverletzten, die mit teils schweren Verletzungen ausfielen, kamen immer wieder auch kleinere Wehwechen unter der Saison dazu. Das stellte natürlich auch für die 1b-Mannschaft ein großes Problem dar, weil immer wieder Spieler hochgezogen werden mussten. Nicht weniger als 28 Spieler kamen bei uns in dieser Saison in der Kampfmannschaft zum Einsatz. Da sind wir in unserer Liga sicher ganz oben mit dabei.“
Trotz dieser Ausfälle gelang es dem Verein, die Situation gut zu kompensieren. Im Frühjahr kamen dadurch auch einige Spieler, die eigentlich noch in der U16 spielberechtigt sind, in der Kampfmannschaft zum Einsatz. Auch für die kommenden Jahre scheint die sportliche Basis des Vereins gesichert zu sein. Ein Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist die aktuelle U13-Mannschaft, die sich souverän den Meistertitel in der Oberliga sichern konnte und somit in der nächsten Saison in der U14-Regionsliga antreten wird. Helmut Bammer blickt positiv auf den nachkommenden Jahrgang: „Da sind einige talentierte Kicker dabei und es wird nicht mehr lange dauern, da wird man den einen oder anderen auch sicher bald in der Kampfmannschaft sehen.“
Für die kommende Spielzeit stehen bereits einige personelle Veränderungen fest. Alexander Gradauer, der im Winter auf Leihbasis von den Micheldorf Juniors zum Verein gestoßen war, verlässt Scharnstein wieder und wechselt zur neuen Saison zu Waldneukirchen. Zudem vermeldet der Verein den Abgang von Patrick Spitzbart. Der Angreifer, der sich mit 16 Saisontreffern als verlässlicher Torfaktor präsentierte, kehrt zu seinem Heimatverein Union Gschwandt in die OÖ-Liga zurück. Obmann Bammer ordnet die Personalien wie folgt ein: „Beide Abgänge sind natürlich nicht optimal für uns. Gerade Patrick Spitzbart belebte die Offensive gemeinsam mit Din Halilovic, und auch Alexander Gradauer hat sich in der kurzen Zeit, die er bei uns war, sehr gut präsentiert. Aber es sind bei beiden Schritte, die man nachvollziehen kann. Und wer weiß, vielleicht verschlägt es die beiden ja irgendwann wieder einmal zurück zu uns, wir würden uns freuen.“
Auf der Zugangsseite steht die Rückkehr von Benjamin Molnar fest. Der junge Torhüter wurde bereits im Nachwuchs des SV Scharnstein ausgebildet und kommt nun nach einigen Jahren in Grünau wieder zu seinem Stammverein zurück. Helmut Bammer zeigt sich erfreut über den Rückkehrer: „Beni ist ein Torhüter mit sehr viel Potenzial, das haben wir damals im Nachwuchs schon bemerkt. Auch wenn er jetzt einige Zeit woanders gespielt hat, ist der Kontakt nie abgerissen. Er wird auf alle Fälle eine tolle Unterstützung für uns sein. Wir freuen uns sehr, dass er wieder bei uns ist.“
Ein besonderes Highlight wartet auf den Verein in der Sommerpause. Am 17. Juli feiert der SV Wolf System Scharnstein sein 70-jähriges Vereinsjubiläum, zu dem alle Interessierten aus der Region eingeladen sind. Das Programm in der WOLF System Arena sieht unter anderem ein Legenden-Match gegen Pettenbach/Grünau vor. Im Anschluss bestreiten die beiden Kampfmannschaften das Hauptmatch ebenfalls gegen die SPG Pettenbach/Grünau.
Foto: SV Scharnstein