In der 1. Klasse Süd hat die Union Raiffeisen Zell/Moos beim SV Wolf System Scharnstein ein 1:1-Unentschieden geholt. Für Trainer Alexander Wesenauer war es ein Punkt, den seine Mannschaft nach einem schwierigen Sonntagnachmittag mitnehmen musste. Vor allem in der ersten Halbzeit ärgerte ihn, dass zu viele Eigenfehler im Aufbau den Gastgebern in die Karten spielten und das eigene Spiel nie richtig ins Laufen kam.

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Der Nachmittag begann aus Sicht der Gäste alles andere als ideal. Schon in der 8. Minute brachte Kevin Lurger die Hausherren 1:0 in Führung, und Wesenauer machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wo für ihn die Ursache lag. „Speziell in der ersten Halbzeit haben wir zu viele Eigenfehler im Spielaufbau gemacht“, sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Scharnstein im Zentrum gut verteidigte, immer wieder zu Balleroberungen kam und daraus schnell umschaltete. Genau daraus entstand für ihn auch der frühe Rückstand. Dass Scharnstein vor der Pause laut Wesenauer noch zu zwei guten Möglichkeiten kam, passte zu diesem Bild. Immerhin antwortete Zell am Moos in der 19. Minute mit dem 1:1 durch Bernhard Zach, womit es auch in die Halbzeit ging.
Mit dem Ausgleich war die Partie zwar wieder offen, zufrieden war Wesenauer mit dem Auftritt seiner Mannschaft zu diesem Zeitpunkt aber nicht. Zell am Moos wollte „natürlich Fußball spielen“, wie er sagte, brachte das in den ersten 45 Minuten aber zu selten sauber auf den Platz. Nach dem Seitenwechsel sah er dann immerhin eine Reaktion. „Mit kleinen Anpassungen in der Halbzeit sind wir stabiler geworden“, erklärte der Trainer. Vor allem gegen den Ball gefiel ihm das Spiel seiner Elf danach besser. „Ich bin trotzdem der Meinung, dass wir dann gut verteidigt haben“, sagte Wesenauer. Damit war die ganz große Gefahr von Scharnstein zwar eingedämmt, offensiv blieb es für die Gäste aber weiterhin mühsam.
Ein Kernpunkt in Wesenauers Analyse war, dass sich seine Mannschaft zu sehr auf die Gangart des Gegners einließ. „Wir haben uns leider auf das Spiel eingelassen, das Scharnstein spielen wollte“, sagte er. Gemeint waren viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wenig Raum für Kombinationen und insgesamt ein Spiel, in dem Zell am Moos diesmal eher das Nachsehen hatte. Gerade im Zentrum fehlte ihm in der ersten Halbzeit die nötige Gegenwehr. Dazu kam, dass Scharnstein mit entsprechendem Nachdruck auftrat. Wesenauer beschrieb die Gastgeber als „sehr körperbetont“ und „sehr zweikampfstark“ – und genau damit hatte seine Mannschaft über weite Strecken Probleme.
Deshalb blieb unter dem Strich ein Remis, mit dem der Trainer leben konnte, auch wenn mehr nicht greifbar war. „Wir waren offensiv einfach zu harmlos, um den Abwehrriegel des SV Scharnstein zu bespielen“, sagte Wesenauer sehr klar. Dass seine Mannschaft gegen die robuste Art der Gastgeber zu keinen guten Torchancen kam, zog sich für ihn durch den ganzen Nachmittag. Am Rand sprach er auch strittige Situationen an, stellte in seinem Gesamtfazit aber den Punktgewinn in den Vordergrund. Sein Gesamtfazit fiel nüchtern aus: „Wenn man auswärts unentschieden spielt und einen Punkt macht, muss man diesen mitnehmen und zufrieden sein.“