In einem Derby der 1. Klasse Süd zwischen der Union Oberwang und der Union Raiffeisen Zell/Moos ist den Gästen nach einer 3:1-Führung nur ein 3:3-Unentschieden geblieben. Aus Sicht von Trainer Alexander Wesenauer lag der Knackpunkt klar auf der Hand: Zell steckte den frühen Rückstand gut weg, drehte die Partie noch vor der Pause und war auch nach dem 3:1 auf Kurs, ehe eine Gelb-Rote Karte das Spiel auf die Seite der Gastgeber kippte.

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Der Derby-Nachmittag begann für Zell am Moos zunächst mit einem Rückschlag, denn Marco Szalay brachte Oberwang schon in der 8. Minute in Führung. Die Antwort der Gäste fiel aber schnell und deutlich aus. Nur vier Minuten später stellte Lukas Adrian Stettner auf 1:1, in der 24. Minute legte derselbe Spieler das 2:1 nach. Damit hatte Zell am Moos das Spiel noch vor der Pause gedreht und ging mit einer 2:1-Führung in die Kabine. Wesenauer gefiel vor allem, wie seine Mannschaft nach dem frühen Gegentor reagierte. „Wir haben den frühen Rückstand gut weggesteckt, in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt und das Spiel gedreht“, sagte der Trainer. Noch mehr als die Führung ärgerte ihn im Nachhinein, dass sein Team diese starke Phase nicht noch klarer ausnützte. „Wir hätten in der ersten Halbzeit schon klarer führen können“, meinte Wesenauer, der das dritte Tor schon vor dem Seitenwechsel als möglich ansah.
Auch nach der Pause blieb Zell am Moos zunächst am Drücker. In der 60. Minute erhöhte Bernhard Zach auf 3:1, und genau diese Phase sah Wesenauer als beste seiner Mannschaft. „Über 60 Minuten bis zur Gelb-Roten Karte haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte der Trainer. Für ihn war damit auch die entscheidende Wende des Nachmittags beschrieben. Kurz nach dem dritten Treffer kam aus seiner Sicht der Ausschluss, den er offen als unnötig bezeichnete. „Ausschlaggebend war die Gelb-Rote Karte. Wir waren davor sehr gut im Spiel, haben das 3:1 geschossen, dann kam der Ausschluss“, so Wesenauer. In Überzahl fand Oberwang zurück. Marco Szalay verkürzte in der 78. Minute auf 2:3, nur zwei Minuten später stellte Alexander Leitner schon auf 3:3. Zell am Moos versuchte danach zwar noch einmal alles, der Vorsprung war aber dahin. „Wir haben dann auch noch alles versucht, jedoch ist die Partie ein bisschen auf die Oberwanger Seite gekippt“, fasste Wesenauer diese Schlussphase zusammen.
Dass die Union Oberwang nach dem Rückstand nicht aufsteckte, kam für den Trainer nicht überraschend. Wesenauer sprach von einem typischen Derby und zollte dem Gegner Respekt. „Sie haben mit Mann und Maus gekämpft und gut dagegengehalten“, sagte er über die Gastgeber, die sich mit dem späten Doppelschlag noch den Punkt sicherten. Gerade deshalb blieb bei der Union Zell/Moos das Gefühl, mehr liegen gelassen zu haben, weil die Partie schon früher in eine klarere Richtung hätte gehen können. „Wie gesagt, wir hätten in der ersten Halbzeit schon klarer führen können und natürlich war die Gelb-Rote Karte ausschlaggebend“, betonte Wesenauer noch einmal. Zusätzlich gab es aus seiner Sicht auch beim Schiedsrichter-Trio Gesprächsstoff. Über die gesamten 90 Minuten sei er mit der Leistung nicht zufrieden gewesen, sagte der Trainer, und verwies dabei unter anderem auf eine Strafstoßentscheidung. So nimmt Zell aus einem Derby mit viel Bewegung zwar einen Punkt mit, nach einer 3:1-Führung wird dieses 3:3 aber vor allem wegen der verpassten Vorentscheidung und der Unterzahl noch länger Thema bleiben.