In der 1. Klasse Süd musste sich der SV Wolf System Scharnstein im Duell mit dem UFC Attergau mit einem 1:1-Unentschieden begnügen – oder aus Sicht der Gäste: mit einem Punkt, der sich ordentlich anfühlt, bei dem aber auch mehr drin gewesen wäre. Trainer Andreas Staudinger sah seine Mannschaft über weite Strecken gut im Spiel, vermisste im letzten Drittel aber die letzte Konsequenz und damit genau das, was aus einer ansprechenden Leistung einen Auswärtssieg gemacht hätte.
Attergau erwischte nach dem Eindruck des Trainers den besseren Einstieg und war von Beginn an gut in der Partie. „Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen und haben speziell in der ersten Phase guten Fußball gespielt“, sagte Staudinger. Gerade in dieser Phase sah er seine Mannschaft spielerisch ordentlich, mit guten Passkombinationen und dem nötigen Zug nach vorne. Was aus seiner Sicht fehlte, war aber die letzte Sauberkeit rund um den Strafraum. „Der entscheidende Pass ist dann nicht gekommen“, erklärte der Coach. Statt selbst in Führung zu gehen, kassierten die Gäste in der 38. Minute das 0:1, als Lukas Aitzetmüller für Scharnstein traf. Staudinger sprach davon, dass seine Elf nach einer Flanke ein ärgerliches Gegentor bekam. So ging Attergau trotz eines aus seiner Sicht ansprechenden Auftritts mit einem Rückstand in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel blieb Attergau im Spiel und kam in der 62. Minute zum Ausgleich. Jonas Hemetsberger stellte auf 1:1 und brachte die Gäste damit wieder voll zurück in die Partie. Für Staudinger war damit aber noch nicht Schluss, weil seine Mannschaft auch danach am Drücker blieb und noch die Möglichkeit auf den späten Sieg hatte. „Beim Stand von 1:1 haben wir noch zwei große Chancen gehabt“, sagte er. Die beste Gelegenheit gehörte kurz vor Schluss Johannes Hemetsberger, der nur die Latte traf. „Mit ein bissl Glück springt der hinein, dann nimmst du drei Punkte aus Scharnstein mit“, meinte der Trainer. Gleichzeitig blieb seine Einordnung nüchtern. Trotz dieser großen Möglichkeit sprach er von einem Ergebnis, das über den gesamten Spielverlauf gesehen auch gerecht war.
Dass der UFC Attergau in Scharnstein trotzdem so stabil wirkte, war für den Trainer keine Selbstverständlichkeit. „Wir haben defensiv nicht viel zugelassen“, sagte Staudinger und verwies darauf, dass seine Mannschaft wegen zweier Ausfälle umbauen musste. Einmal in der Innenverteidigung, einmal auf der Zehnerposition, trotzdem habe seine Elf das „sehr fußballerisch“ gelöst. Auch deshalb fiel sein Fazit trotz des verpassten Sieges nicht negativ aus. Staudinger gestand sogar ein, dass der SV Scharnstein kurz nach der Pause bei einer Aktion im Strafraum wohl einen Elfmeter hätte bekommen können. Vor allem aber sprach er den Gastgebern viel Qualität zu: „Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie die da hinten drinhängen.“ Für ihn ist klar, dass Scharnstein mit solchen Auftritten noch genug Punkte holen wird. Attergau hält nach elf Runden bei 21 Punkten und bleibt damit weiter im Spitzenfeld, auch wenn diesmal aus Sicht der Gäste mehr drinnen gewesen wäre.