Spielberichte

„Diese Standardsituationen sind unser Problem“ – SV Ebensee braucht fünf Tore zum 5:4-Sieg

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SV Ebensee 1922
Union Gampern

In der 1. Klasse Süd hat sich der SV DAXNER Immobilien Ebensee 1922 in einem wilden Heimspiel gegen die Union Gampern mit 5:4 durchgesetzt. Neo-Trainer Ivica Sirocic sprach danach von einem verdienten Sieg, verschwieg aber die Probleme nicht: Vor allem bei Standards bleibt Ebensee anfällig. Weil der noch sieglose Tabellenletzte mutig nach vorne spielte und nie aufgab, brauchten die Gastgeber diesmal eben fünf Tore für drei Punkte.

Bällesack

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Führung, dann wird Partie sofort offen

Nach dem Druck vor dem Anpfiff wollte Ebensee vor allem gut hineinkommen, und genau das gelang. Sirocic hatte Respekt vor der Aufgabe, obwohl Gampern als Tabellenletzter mit nur einem Punkt angereist war. „Wir waren unter Druck, weil wir die Partie gewinnen mussten, und ein Gegner, der hinten steht, hat nichts zu verlieren“, sagte der Trainer. Manuel Schmidl brachte die Gastgeber früh in Führung, doch damit war der Nachmittag nicht beruhigt. Gampern spielte jung, aggressiv und mutig nach vorne, wie Sirocic es schilderte, und kam durch Daniel Bauer zum 1:1. Ebensee nutzte die offenen Räume aber immer wieder gut aus. Hischam Aouas stellte mit seinem Doppelschlag auf 2:1 und 3:1, ehe Xaver Loy mit zwei Treffern alles wieder auf Anfang stellte. Dass Manuel Schmidl noch vor der Pause das 4:3 erzielte, passte zu dieser völlig offenen ersten Hälfte.

Janovic legt nach, doch Ruhe kommt nicht zurück

Auch nach Seitenwechsel blieb das Spiel in Bewegung. Sirocic hatte genau damit gerechnet, dass Gampern wieder mit voller Kraft anlaufen würde, und zunächst bestätigte sich dieser Eindruck. Trotzdem fand Ebensee wieder die passenden Räume, weil die Gäste weiter viel Risiko gingen. Gregor Janovic erhöhte in der 58. Minute auf 5:3, und aus Sicht des Trainers hätte diese Phase die Vorentscheidung bringen müssen. „Normalerweise muss sich das Spiel da entscheiden“, sagte Sirocic, weil seine Mannschaft nach seiner Darstellung noch mehrmals frei Richtung Tor unterwegs war. Genau dort setzte bei ihm auch der Ärger an. Der Ebenseer Coach störte sich daran, dass der Schiedsrichter mehrere Abseitsentscheidungen ohne Signal des Assistenten getroffen habe. Ruhe brachte das aber nicht hinein, denn nach einem weiteren Standard verkürzte Dominik Moshammer auf 5:4 und machte die Schlussphase noch einmal eng.


Ball an die Stange und alte Baustelle bei ruhenden Bällen

Den wichtigsten Moment des Spiels sah Sirocic nicht bei einem eigenen Treffer, sondern bei einer Szene nach dem 5:4. Nach einem Abwurf sprang der Ball an die Stange und von dort nicht ins Netz, sondern in die Hand des Ebenseer Tormanns. „Normalerweise springt dieser Ball bei uns ins Netz. Dieses Mal ist er gut nach außen gesprungen“, sagte der Trainer. Genau in solchen Momenten spüre seine Mannschaft derzeit, wie schnell ein Spiel kippen kann. Umso mehr ärgerte ihn, dass seine Elf aus seiner Sicht wieder zu einfache Gegentore nach ruhenden Bällen zuließ. „Wir haben kompakt gestanden. Wir haben nicht viel zugelassen. Aber diese Standardsituationen sind zurzeit unser Problem“, sagte Sirocic. Dass Daniel Bauer, Xaver Loy und später Moshammer für Gampern trafen, passte für ihn in dieses Bild: viel Einsatz, viel Nachsetzen und immer wieder zweite Bälle.

Lob für Gampern, aber auch Erleichterung in Ebensee

Trotz aller Kritik nahm Sirocic aus diesem 5:4 auch einiges Positives mit. Er lobte, dass seine Mannschaft eine Führung mit zwei Toren Vorsprung ganz und eine weitere beinahe noch hergab, danach aber nicht auseinanderfiel. „Wir haben es geschafft, ruhig bis zum Ende auszuspielen“, sagte der neue Trainer. Gleichzeitig verteilte er auch ein deutliches Kompliment an die Gäste: „Die Union Gampern hat mit so viel Herz, so viel Mut und so fleißig gearbeitet. Das war bis jetzt die kämpferischste Mannschaft bei uns in Ebensee.“ Deshalb wertete er den Erfolg trotz aller offenen Szenen als verdient, verschwieg aber den Arbeitsauftrag nicht. Der SV Ebensee hält nach Runde zwölf bei 14 Punkten und hat sich wenigstens am Samstagnachmittag Luft verschafft. Bleiben die Probleme bei Standards bestehen, werden die Spiele für die Gastgeber aber weiter so unruhig bleiben wie dieses torreiche 5:4.

1. Klasse Süd: SV Ebensee 1922 : Gampern - 5:4 (4:3)

  • 69
    Dominik Moshammer 5:4
  • 58
    Gregor Janovic 5:3
  • 40
    Manuel Schmidl 4:3
  • 37
    Xaver Loy 3:3
  • 31
    Xaver Loy 3:2
  • 26
    Hischam Aouas 3:1
  • 24
    Hischam Aouas 2:1
  • 15
    Daniel Bauer 1:1
  • 3
    Manuel Schmidl 1:0