Hinter dem ATSV Stadl-Paura liegt ein turbulenter Herbst – und auch das Frühjahr in der 2. Klasse Mitte-West wird sportlich alles andere als einfach. Nach dem erfolgreichen Finanzausgleich konnte der Verein zwar sein Weiterbestehen sichern, sportlich blieb der erhoffte Aufschwung aber aus. Mit nur einem Punkt und einem Torverhältnis von 8:59 überwintert die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz. Seit dem Winter fungiert nun Obmann Michael Puchinger auch als Trainer – und versucht, unter schwierigsten Voraussetzungen Stabilität in die Mannschaft zu bringen.
Puchinger spricht die Lage offen an, ohne zu dramatisieren. Der Kader habe sich im Winter nochmals deutlich verändert, um die 20 Spieler, die im Vorjahr großteils aus Linz gekommen sind, seien wieder weggegangen. „Wir pfeifen aus dem letzten Loch“, sagt er ehrlich. Gerade deshalb sei es aktuell vor allem wichtig, die Mannschaft zusammenzuhalten.
Dass er das Traineramt zusätzlich übernommen hat, sei in erster Linie eine pragmatische Entscheidung gewesen. Nachdem sich auch der eigentliche Coach kurz vor Weihnachten zurückgetreten ist, habe man im Verein reagieren müssen. Puchinger formuliert es klar: Mit der aktuellen Ausgangslage und den vorhandenen Mitteln wäre es kaum sinnvoll gewesen, zusätzlich noch auf der Trainerposition finanziell nachzulegen. „Ich habe selbst die UEFA B-Lizenz, ich weiß, was ich tue“, sagt er – und will das Frühjahr nun selbst mit der Mannschaft durchziehen.
Die personelle Situation bleibt angespannt. Laut Puchinger ist die Trainingsbeteiligung eines der größten Themen. Ein kleiner harter Kern arbeite engagiert mit, doch insgesamt sei die Zahl der verfügbaren Spieler zu gering, um wirklich konstant an einer Spielidee zu feilen. Genau darin liegt für ihn das Hauptproblem: „Wenn doppelt so viele Leute im Training wären, dann wäre es natürlich einfacher, eine Mannschaft zu formen und eine Spielidee zu vermitteln.“ Trotzdem hebt er positiv hervor, dass jene Spieler, die regelmäßig dabei sind, Fortschritte machen und den Weg mitgehen. Gerade dieser Zusammenhalt innerhalb der aktiven Gruppe sei derzeit ein wichtiger Faktor. Die Hoffnung ruht darauf, dass dieser Kern gesund bleibt und dem Verein zumindest ein kleines Fundament gibt.
Die Vorbereitung verlief ergebnistechnisch durchwachsen. Nach dem 3:1 gegen Oftering setzte es deutliche Niederlagen gegen Wolfern, Timelkam und Reichenau. Puchinger ordnet diese Resultate allerdings ein. Die personellen Möglichkeiten seien aktuell sehr begrenzt, weshalb die Spiele oft auch ein Spiegelbild der Gesamtsituation seien. Das kurzfristige Ziel ist deshalb bewusst bescheiden formuliert: Man wolle verhindern zu hohe Niederlagen vermeiden und sich in jedem Spiel so teuer wie möglich verkaufen.
Der Auftakt ins Frühjahr hat es gleich in sich. Zunächst wartet auswärts bei den Schwanenstadt Juniors ein unangenehmer Gegner, danach folgt zuhause das Duell mit Kematen/Innbach. Puchinger weiß, dass der Start schwer wird und schätzt die Kräfteverhältnisse realistisch ein. Gegen die Juniors hänge viel davon ab, wer von oben herunterkomme, sagt er. Gegen Kematen hofft er hingegen, dass sein Team zumindest konkurrenzfähig auftreten kann. Ganz grundsätzlich blickt er weniger auf die Tabelle als auf die Entwicklung Woche für Woche. „Ich bin nicht tabellenorientiert“, sagt Puchinger. Ihm gehe es vielmehr darum, immer wieder kleine Schritte zu machen und in jeder Partie neue Aufgaben zu erfüllen.
So schwierig die aktuelle Situation auch ist – Puchinger denkt bereits weiter. Für den Sommer gebe es Überlegungen und Gespräche, um wieder etwas nachhaltiger aufbauen zu können. Mit einem neuen Trainer sei man ebenfalls in guten Gesprächen. Bis dahin gilt es jedoch, die Saison mit Anstand zu Ende zu spielen.