Spielberichte

Stefan Schmidt (Trainer SV Kematen/Innbach): "Ein gebrauchter Tag"

U. Meggenhofen
SV Kematen/Innbach

In der 2. Klasse Mitte-West feierte Union Meggenhofen einen klaren 7:1-Derbysieg gegen den SV Erler Naturholzbau Kematen am Innbach. Nach einem 4:0 zur Pause legten die Hausherren nach und ließen nichts mehr anbrennen. Gästecoach Stefan Schmidt sprach von einem bitteren Abend mit zu vielen leichten Fehlern: "Wir sind gut reingestartet, aber nach individuellen Patzern war die Messe früh gelesen. Am Ende müssen wir ehrlich sagen: Wir haben es ihnen viel zu leicht gemacht."

Nahaufnahme: Spieler holt zum Eckball aus. Weiß-grüner Ball, grüne Stutzen

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Früher Doppelschlag, 4:0 zur Pause – Meggenhofen nutzt jeden Fehler eiskalt 

Meggenhofen stellte früh die Weichen. In Minute 8 besorgte Daniel Sarossy das 1:0, nur zwei Minuten später erhöhte David Gruber auf 2:0. Kematen wackelte nach den schnellen Nackenschlägen, und in der 17. Minute legte Valentin Oberndorfer das 3:0 nach. Aus Kematener Sicht gab es kurz nach dem 2:0 noch Diskussionsstoff: "Nach einem Eckball von uns war im Fünfmeterraum Hand im Spiel – da hätte es einen Elfer geben müssen", meinte Stefan Schmidt. Kurz vor der Pause schlug Gruber erneut zu und stellte auf 4:0 (43.), womit das Spiel praktisch entschieden war. Der Kematener Trainer brachte es auf den Punkt: "Wir sind mit vollem Selbstvertrauen gestartet, dann haben uns zwei individuelle Fehler gleich den Matchplan gekostet. Danach wieder ein Fehler zum 0:3. Vor der Halbzeit führte ein weiterer Patzer im Spielaufbau und leichten Ballverlust im Mittelfeld zum Elfmeter und zum 0:4 – da war die Messe gelesen."

Schmidt über Ursachen: Ball nicht laufen lassen, zu viele Ausfälle

In seiner Analyse nahm Schmidt die eigene Mannschaft klar in die Pflicht. "Die ersten 15 Minuten haben gut ausgesehen, aber dann hatten wir Angst, den Ball zirkulieren zu lassen. Meggenhofen hat uns erst ab etwa 35 Metern attackiert, trotzdem haben wir es nicht verstanden, hinten ruhig zu spielen. Wir wollten den Ball zu schnell nach vorne schlagen." Auch personell war es ein schwieriger Tag: "Fünf Spieler haben uns gefehlt, die normalerweise starten. Wir mussten umstellen und auch einen Spieler aus der Zweiten hochziehen, der bereits im Vorspiel gestartet hatte. Vom Gefühl her wäre es zwar gut gewesen, aber es ist nicht aufgegangen." Der Gegner habe das eiskalt bestraft: "Sie haben abgewartet, und auf unsere Fehler gelauert. Nach der Pause legte Noah Josef Oberndorfer mit einem Doppelschlag (52., 54.) nach, bevor Srecko Orsulic für Kematen zum sehenswerten 6:1 traf (59.). Den Schlusspunkt setzte erneut Valentin Oberndorfer in der 89. Minute zum 7:1.

Strittige Szene, Derby-Gefühl fehlt – und ein deutlicher Appell

Ein Moment blieb Schmidt trotzdem im Kopf. "Nach unserem Eckball war Hand im Fünfer. Der Schiedsrichter hat es aus meiner Sicht nicht gesehen – vielleicht hat er es gesehen und sich nicht getraut zu pfeifen, weil viele Heimfans da waren." Gleichzeitig rückte er von einer Schiri-Debatte ab: "Am Ende hat die Leistung vom Schiri gepasst. Schuld waren wir selbst." Den Unterschied sah er klar im Auftreten: "Uns haben Biss und Wille gefehlt. Es war zwar ein Derby, aber so hat es sich nicht angefühlt. Der Gegner wollte mehr – sie wollten dieses Derby unbedingt gewinnen."

In der Tabelle steht Meggenhofen nach 22 Runden bei 37 Punkten auf Rang fünf, Kematen hält bei 24 Zählern auf Platz elf. Für den Saisonfinish richtete Schmidt deutliche Worte an sein Team: "Mit solchen Leistungen gewinnt man keine Spiele. Wenn wir uns ab sofort nicht den Arsch aufreißen, holen wir keinen Punkt mehr."

2. Klasse Mitte-West: Meggenhofen : SV Kematen - 7:1 (4:0)

  • 89
    Valentin Oberndorfer 7:1
  • 59
    Srecko Orsulic 6:1
  • 54
    Noah Josef Oberndorfer 6:0
  • 52
    Noah Josef Oberndorfer 5:0
  • 43
    David Gruber 4:0
  • 17
    Valentin Oberndorfer 3:0
  • 10
    David Gruber 2:0
  • 8
    Daniel Sarossy 1:0