Nach der Partie zwischen Viktoria Marchtrenk Juniors und ASK Blaue Elf Wels in der 2. Klasse Mitte ordnete Pascal Seiler die 90 intensiven Minuten als weitgehend ausgeglichen ein. „Im Großen und Ganzen wäre ein Unentschieden gerecht gewesen“, sagte der Trainer und verwies auf die bewusst gewählte Ausrichtung gegen einen Gegner, der „vorne in der Liga mitspielt“. Sein Team setzte auf konsequentes Gegenpressing und schnelle Umschaltmomente, verteidigte Standards stabil – und erlebte dennoch eine dramatische Schlussphase mit unmittelbar aufeinanderfolgenden Treffern. Trotz des späten Rückschlags überwog bei Seiler die Zuversicht.

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Seiler sah zwei Mannschaften, die sich viel abverlangten – mit Chancen auf beiden Seiten. Besonders im offenen Spiel bescheinigte er den Gästen phasenweise etwas mehr Kontrolle: „Über weite Strecken hatte Blaue Elf Wels mehr Ballbesitz, auch weil sie vorne in der Liga mitspielen. Wir haben uns aufs Gegenpressing fokussiert und auf Umschaltmomente gewartet.“ Mit der Umsetzung zeigte er sich überwiegend zufrieden: „Wir haben die Umschaltmomente gut ausgespielt; das eine oder andere Mal hätten wir es ruhiger zu Ende spielen müssen. Aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden.“ Im Chancenbild hob Seiler auf Welser Seite einen Hundertprozenter hervor; für sein Team verzeichnete er mehrere gute Möglichkeiten, darunter einen gefährlichen Freistoß in der 1.Halbzeit von Cseke Laszlo, den der Gäste-Keeper stark parierte.
Besonderes Gewicht legte Seiler auf die Wirkung der ruhenden Bälle. „Hinten sind wir bei Eckbällen gegen uns souverän gestanden“, sagte er – und strich die einstudierte Variante zum Führungstreffer heraus: Kurz vor dem Halbzeitpfiff funktionierte die einstudierte Aktion, und Clemans Humer köpfte souverän zum 1:0 ein. Gleich nach der Halbzeit ein Elfmeterpfiff der für alle am Platz fragen stellte nicht nur bei uns sondern auch bei den Gästen . Ein langer Ball wo der Gästestürmer im Abseits sich befand und danach ein klares Foulspiel an dem Heimtorhüter doch der Schiedsrichter entschied auf Foulspiel vom Verteidger. Die Schlussphase geriet hochemotional: Viktoria stellte spät auf 2:2, nur um praktisch im Gegenzug wieder in Rückstand zu geraten. Für Wels trafen dabei Ivan Zeko und Igor Gerusi, für die Juniors glich Tarik Zahirovic zwischenzeitlich zum 2:2 aus – ein Verlauf, der Seilers Gefühl der Bitterkeit über das Ende, aber auch seine Anerkennung für den couragierten Gesamtauftritt erklärt.
Über weite Strecken war es ein Duell mit hoher Physis und vielen Zweikämpfen. „Es war ein sehr intensiv geführtes Spiel, grundsätzlich fair von beiden Mannschaften – aber der Schiedsrichter hätte in manchen Momenten früher eine Karte zeigen können“, so Seiler. Dazu passte der Platzverweis gegen Sebastian Rathmayr wegen einer Tätlichkeit; Blaue Elf Wels agierte danach in Unterzahl. Trotz der Hektik in der Endphase stellte Seiler die Entwicklung seiner jungen Truppe in den Mittelpunkt: „Die Mannschaft lebt, der Spirit ist überragend. Wir machen in der Nachspielzeit das 2:2 und kassieren im direkten Gegenzug das 2:3. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren bin ich sehr zufrieden – in den kommenden Wochen wird sich das zeigen, und das Glück wird auf unsere Seite kommen. Ich bin guter Dinge, weil die Mannschaft aktuell überragend auftritt.“ Seilers Fazit: ein intensives Kräftemessen mit mutigem Umschaltspiel – und der klare Glaube daran, dass sich die Leistung seiner Juniors bald auszahlen wird.