Spielberichte

„Endlich wieder 90 Minuten als Mannschaft“ – Oftering nimmt aus Linz trotz Rückstand einen Punkt mit

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Babenberg Linz
SV Oftering

In der 2. Klasse Mitte hat Union Babenberg Linz Süd am Freitag gegen den SV Oftering 1:1 gespielt. Für die Gäste war dieses Remis nach schwierigen Wochen weit mehr als nur ein Punktgewinn. Trainer Vedat Dogru sprach von einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft, die sich diesmal aber wieder als echte Einheit präsentierte und sich den Zähler mit Einsatz, Zusammenhalt und einer schnellen Antwort auf den Rückstand verdiente.

Spieler steht mit einem Fuß auf einem Ball

Foto von Jonathan Ward auf Unsplash

Lange offen, dann wurde es in wenigen Minuten turbulent

Bis zur Pause blieb die Partie torlos, und schon das passte gut zu dem Bild, das Dogru nach dem Schlusspfiff beschrieb. Oftering musste wegen der angespannten Personalsituation vor allem über Disziplin und Geschlossenheit kommen, und genau das habe seine Mannschaft diesmal endlich wieder auf den Platz gebracht. „Wir haben uns als Truppe schnell formiert und endlich wieder mal über neunzig Minuten geschlossen als Mannschaft präsentiert“, sagte der Trainer. Nach den vergangenen Wochen, in denen Oftering auch mit deutlichen Niederlagen leben musste, war das für ihn ein ganz wichtiger Schritt. Dass Babenberg über weite Strecken mehr vom Spiel hatte, verschwieg Dogru dabei nicht. „Babenberg war die stärkere Mannschaft und hat einige Chancen mehr gehabt als wir“, räumte er offen ein. Gerade deshalb fühlte sich das Remis für die Gäste am Ende auch wie ein kleiner Befreiungsschlag an.


Hartl trifft zur Führung, Colaker antwortet fast sofort

Die entscheidenden Szenen spielten sich dann in der Schlussphase ab. In der 74. Minute brachte Jürgen Hartl Babenberg mit 1:0 in Führung. Dogru hatte allerdings eine klare Meinung zur Entstehung dieses Treffers, weil er die Szene anders bewertete als der Unparteiische. „Meiner Meinung nach war das kein Elfmeter. Er wurde außerhalb des Strafraums gefoult“, sagte der Oftering-Coach. Viel Zeit, sich darüber zu ärgern, blieb seiner Mannschaft aber nicht. Nur drei Minuten später stellte Emin Mehmet Colaker wieder auf 1:1. Dogru sprach von einem „Traumtor“ aus rund 35 Metern und hob besonders hervor, wie schnell seine Mannschaft auf den Rückstand reagierte. Dass der Ausgleich praktisch unmittelbar nach dem 0:1 fiel, gab den Gästen genau das zurück, was sie an diesem Abend unbedingt auf den Platz bringen wollten: Glauben an sich selbst und den Lohn für eine kämpferische Leistung.

Diesmal half einer dem anderen

Für Dogru lag der Wert dieses Punktes aber nicht nur im Ergebnis, sondern vor allem in der Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. „Jeder hat für jeden gefightet“, sagte er, und dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch seine Analyse. Oftering habe diesmal nicht begonnen, Fehler zu suchen oder miteinander zu hadern, sondern sich gegenseitig getragen. „Keiner hat untereinander gestritten, keiner hat die Schuld beim anderen gesucht. Wenn ein Spieler einen Fehler gemacht hat, war der andere da und hat ihn verbessert.“ Genau dieses Verhalten sei den Gästen in den vergangenen Wochen abgegangen. Deshalb ordnete der Trainer das 1:1 auch nicht als gewöhnliches Unentschieden ein, sondern als Zeichen dafür, dass die Mannschaft wieder mehr Stabilität und Charakter auf den Platz gebracht hat. Nach einer Phase, die „alles andere als erfreulich“ gewesen sei, war das für ihn der vielleicht wichtigste Ertrag dieses Abends.

Ein starker Tormann und ein Punkt, auf den Oftering aufbauen will

Dass es am Ende beim Remis blieb, hatte aus Sicht des Trainers noch einen weiteren klaren Grund. Dogru hob seinen Tormann ausdrücklich hervor und machte keinen Hehl daraus, dass Oftering in manchen Phasen auch einen starken Rückhalt brauchte. „Unser Tormann war richtig stark. Er hat einen richtig starken Tag gehabt und sehr gut pariert“, sagte er. Dazu kam, dass die Gäste bis zur letzten Minute im Spiel blieben und den Kampf nie abgaben. Auch den Gegner erlebte Dogru als „top motiviert“ und stark, was seine positive Bewertung des Ergebnisses noch unterstrich. „Dafür, dass wir so ersatzgeschwächt angereist sind und bis zur letzten Minute gekämpft haben, finde ich das Unentschieden gerecht“, sagte der Trainer. Für Oftering ist dieser Abend in Linz damit kein Spiel, das man nur über das 1:1 erklärt. Es ist vor allem ein Auftritt, der nach schwierigen Wochen wieder etwas Zuversicht geben soll.

2. Klasse Mitte: Babenberg : Oftering - 1:1 (0:0)

  • 77
    Emin Mehmet Colaker 1:1
  • 74
    Jürgen Hartl 1:0