Im Kellerduell der 2. Klasse Nord-Mitte hat sich SPG Pierbach/Rechberg bei Union Bad Kreuzen mit 4:2 durchgesetzt und damit den direkten Konkurrenten hinter sich gelassen. Nach frühem Rückstand drehte die SPG die Partie schon vor der Pause. Trainer Harald Huber sprach danach von einer geschlossenen Leistung und brachte den Unterschied mit einem klaren Satz auf den Punkt: "Wir haben einfach mehr Fußball gespielt."
Auf dem Papier traf der Letzte auf den Vorletzten, und Bad Kreuzen erwischte mit dem 1:0 durch Manuel Buchberger in der 3. Minute auch den besseren Start. Huber sah den Beginn trotzdem nicht negativ. "Wir sind verdammt gut in die Partie reingekommen, haben uns viel vorgenommen, wollten die drei Punkte mitnehmen", sagte der Trainer der Gäste. Dass seine Mannschaft kurz nach einem Einwurf nicht wach genug war, verschwieg er dabei nicht. Viel wichtiger war für ihn aber die Reaktion. Schon in der 8. Minute gelang der Ausgleich, als ein Stanglpass von Christoph Schartlmüller über Michael Leonhartsberger im eigenen Tor landete. Huber schilderte die Szene knapp und treffend: "Der Verteidiger hat den Ball unglücklich abgefälscht und dann war er im Tor." Für Pierbach/Rechberg war das der Einstieg in eine Partie, in der die Gäste laut ihrem Trainer immer besser den Zugriff fanden.
Mit dem 1:1 im Rücken kam die SPG laut Huber immer mehr in ihren Rhythmus. In der 22. Minute stellte Christoph Schartlmüller auf 2:1 für die Gäste, und der Trainer fand dafür deutliche Worte: "Das zweite war ein wunderschöner Schuss mit links ins Kreuzeck." Kurz vor dem Seitenwechsel legte Pierbach/Rechberg nach. In der 44. Minute traf Christoph Palmetshofer zum 3:1, und auch dieses Tor hob Huber besonders hervor. "Das war in meinen Augen das schönste Tor. Über vier Stationen, wirklich mit ein, zwei Kontakten zum Nächsten gespielt, und Palmetshofer hat schön abgeschlossen", sagte er. Dass die Gäste mit einer 3:1-Führung in die Pause gingen, entsprach für Huber dem Verlauf. "Wir waren die bessere Mannschaft, offensiv wie defensiv sehr gut gestanden. Die Mannschaft war heute eine richtige Einheit." Genau dieses geschlossene Auftreten sah er als Grundlage dafür, dass sein Team das Spiel drehen konnte.
Huber beschrieb Bad Kreuzen als robusten Gegner, der in den Zweikämpfen präsent und in der Luft stark gewesen sei. Gerade deshalb wollte seine Mannschaft bewusst eine andere Linie verfolgen. "Wir haben versucht, den Ball relativ viel am Boden zu lassen, damit sie gar nicht ins Spiel kommen mit hohen Bällen", erklärte er. Nach seiner Einschätzung ging dieser Plan auf, weil Pierbach/Rechberg vieles wegverteidigte und gleichzeitig die Schwächen des Gegners nutzte. In der 81. Minute machte Schartlmüller mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags das 4:1, nachdem die Gäste laut Huber auch diesen Angriff "schön ausgespielt" und dann "eiskalt abgeschlossen" hatten. Das 2:4 durch Oliver Aschauer in der 85. Minute änderte am Gesamtbild für ihn nichts mehr. "Wir haben das heute als Mannschaft gut alles wegverteidigt", sagte Huber, der seine Elf über die ganze Spielzeit als das aktivere Team sah.
Für den Trainer war der Auswärtssieg deshalb nicht bloß ein gutes Ergebnis, sondern die logische Folge einer Leistung, die in vielen Bereichen gepasst hat. "Die Jungs haben alles umgesetzt, defensiv wie offensiv", sagte Huber, der vor allem die Konsequenz vor dem Tor hervorhob. "Diesmal waren wir eiskalt vor dem Tor." Auch mit dem Unparteiischen war er zufrieden. "Er hat viel laufen lassen, wollte ein schnelles Spiel haben. Die Schiedsrichterleistung war eigentlich top." Im Tabellenkeller verschafft sich Pierbach/Rechberg mit diesem 4:2 etwas Luft und liegt nun vier Punkte vor Bad Kreuzen. Huber erinnerte nach dem Schlusspfiff auch an frühere Worte: "Wir machen noch unsere Punkte." In Bad Kreuzen hat seine Mannschaft dafür nun einen wichtigen Schritt gesetzt.