In der 2. Klasse Nord-West hat der TSV Ottensheim am Sonntagnachmittag einen 3:1-Heimsieg gegen den SK Kleinzell geholt, musste dafür aber deutlich mehr Geduld aufbringen, als es das Ergebnis vermuten lässt. Sortchef Jan Höglinger sprach von keinem einfachen Sieg, lobte den taktisch starken Gegner und sah vor allem einen Moment als wegweisend: „Das 2:1 war äußerst wichtig.“

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Ottensheim erwischte den besseren Start und ging schon in der 3. Minute durch Jasmin Mehic mit 1:0 in Führung. Damit war die Partie aber keineswegs früh entschieden. Höglinger schilderte vielmehr ein Spiel, in dem sich seine Mannschaft viel erarbeiten musste, weil Kleinzell „taktisch sehr gut eingestellt“ gewesen sei, „sehr diszipliniert“ gespielt und „bärenstark verteidigt“ habe. Genau das machte es für die Gastgeber so unangenehm. Ottensheim versuchte es laut Höglinger dennoch immer wieder, fand aber nicht dauerhaft den freien Weg. Als Michael Willnauer in der 34. Minute für die Gäste zum 1:1 traf, war das eine passende Zwischenbilanz einer ersten Hälfte, in der sich Ottensheim lange an einem kompakten Gegner abarbeitete.
Mit dem 1:1 zur Pause war für die Gastgeber klar, dass es noch eine andere Lösung brauchen würde. Höglinger hob deshalb vor allem die Reaktion in der Kabine hervor. „Unseren Trainer Andreas Walchshofer muss ich loben. Es hat in der Pause gut erkannt, wie wir die Kleinzeller Hintermannschaft noch mehr fordern können und hat taktisch reagiert“, sagte der sportliche Leiter. Diese Anpassung zahlte sich in der zweiten Hälfte aus. In der 72. Minute brachte Dino Huremovic Ottensheim mit 2:1 nach vorne, ein Treffer, den Höglinger als Schlüsselmoment bezeichnete: „Das 2:1 war äußerst wichtig.“ Vor diesem Tor habe man auch die individuelle Qualität gesehen. „Unser Kapitän Rohullah hat das mit einem super Pass sehr kreativ gelöst“, meinte Höglinger. Als Kleinzell danach mehr versuchen musste, machte Rohullah Sharifi in der 89. Minute mit dem 3:1 selbst alles klar.
Dass es am Ende dennoch ein zäher Nachmittag blieb, machte Höglinger in seiner Einordnung deutlich. „Es war kein einfacher Sieg“, sagte er, lobte aber die Geduld seiner Mannschaft: „Unsere Spieler haben es weiter versucht, sind geduldig geblieben.“ Dazu kam aus seiner Sicht, dass Ottensheim trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs auch gegen den Ball ordentlich arbeitete. „Wir waren defensiv nicht schlecht“, hielt Höglinger fest. Gleichzeitig verteilte er viel Respekt an den Gegner. Kleinzell sei „wie man Kleinzell kennt“ aufgetreten, habe die Vorgaben des Trainers sehr gut umgesetzt und sei damit „immer schwierig“ zu bespielen. Gerade deshalb bekam der Heimsieg in seiner Bewertung zusätzliches Gewicht, weil sich Ottensheim diesen Erfolg gegen einen unangenehmen und disziplinierten Gegner wirklich erarbeiten musste.
Ein weiteres Thema war die Gangart der Partie. Schiedsrichter Brandner habe „relativ viel laufen lassen“, was Höglinger grundsätzlich möge, zugleich sei das Spiel aber „doch sehr ruppig geführt“ worden. Umso mehr hob er hervor, dass seine Offensivspieler ruhig geblieben seien: „Da muss man unsere Kreativspieler wie Jona Zucali loben, dass sie sehr cool geblieben sind. Die haben einiges abbekommen, das aber sehr gut weggesteckt und sind trotzdem diszipliniert geblieben.“ Zum Schluss weitete Höglinger den Blick noch über die 90 Minuten hinaus: Er bedankte sich für den gemeinsamen Matchtag mit den TSV-Ladies sowie bei Vorstandsmitglied Silvia Priesner-Schütz, die sich seit Jahren für den Verein starkmacht und immer wieder treue Matchsponsoren organisiert. Diese Woche gilt der Dank diesbezüglich der Ottensheimer Bürgermeisterin, Frau Maria Hagenauer, die den Ehrenanstoß durchführte. Sportlich geht Ottensheim nach vier Siegen aus vier Spielen als Tabellenführer in die nächsten Wochen. „Wir schauen nach vorne zu den nächsten Spielen, müssen weiter hart arbeiten, uns verbessern und freuen uns auf eine spannende Saison“, sagte Höglinger.