Das Aufeinandertreffen von ASV Mayr Bau Bewegung Steyr und Sportunion Wolfern in der 2. Klasse Ost verlief einseitig. Wolferns Trainer Michael Schranz nach dem Match gegenüber Ligaportal.at: "Wir hatten ständig die Kontrolle im Spiel." Er sprach von einer reifen, mannschaftsdienlichen Vorstellung, lobte die gesamte Breite des Kaders und die Wirkung der Joker – ohne strittige Szenen. Nach frühem Rückstand mit schneller Antwort und einem Elfmeter kurz vor der Pause hob er klare Abläufe und wachsende Zuversicht hervor, statt den Fokus auf bloße Zahlenspiele zu legen.

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"Wir hatten eine sehr gute Spielanlage, sind von Anfang an gut ins Spiel gekommen", so Schranz. Dennoch lag Wolfern zunächst zurück – ein frühes Gegentor nach einem ruhenden Ball sorgte für einen kurzen Schockmoment. Für Bewegung Steyr traf in der 13. Minute Berkant Demir zum 0:1 aus Wolferner Sicht, doch die Gäste beantworteten den Dämpfer prompt und mit Nachdruck. Halil Cetin glich in der 19. Minute zum 1:1 aus und Jan Glück drehte die Partie in der 23. Minute auf 2:1. Danach kippte das Spiel in dieser Phase spürbar zugunsten von Wolfern – ganz im Sinne der Einschätzung des Trainers, der die Kontrolle als Leitlinie des gesamten Auftritts beschrieb.
Für Schranz nahmen ruhende Bälle eine zentrale Rolle ein: "Wir haben drei Tore aus Standardsituationen erzielt, der Gegner ein Tor aus Standardsituation." Die Chronologie bestätigte diese Lesart. Besonders markant war der Moment kurz vor der Pause: "Und ganz wichtig noch direkt vor der Halbzeit einen Elfmeter zum drei zu eins." In Minute 45 übernahm Kapitän Alexander Weinberger die Verantwortung vom Punkt und erhöhte vor dem Pausenpfiff auf 3:1. Diese Sequenz verlieh Wolfern zusätzlichen Halt in einem Spiel, das sie aus ihrer Sicht ohnehin "ständig" kontrollierten. Auch nach Wiederbeginn setzte sich der rote Faden fort: Weinberger traf in der 56. Minute ein weiteres Mal und stellte auf 4:1 – ein Ausdruck dafür, wie sehr die strukturierten Abläufe, ob aus dem Spiel heraus oder nach Standards, die Richtung vorgaben. So wurde die standardgeprägte Dramaturgie zum Hebel der behaupteten Spielkontrolle: Der frühe Rückstand nach einem Standard wurde erst egalisiert, dann gedreht und schließlich durch den Strafstoß kurz vor der Pause zu einem psychologischen Plus gewandelt.
Auf die Frage nach einem herausragenden Akteur verzichtete Schranz bewusst auf Personalisierung: "Bester Spieler würde mir gar keiner einfallen. Die ganze Mannschaft inklusive Einwechselspieler hat ein sehr gutes Spiel gemacht, jeder marschiert 100% und arbeitet hart für den Erfolg." Den kollektiven Ansatz untermauerte die Art, wie Wolfern auf Zwischenstände reagierte. Als Mirsad Fazlic in der 59. Minute für Bewegung Steyr auf 4:2 verkürzte, folgte die Antwort umgehend: Michael Schaufler stellte in der 61. Minute den alten Drei-Tore-Abstand wieder her – 5:2. In der 69. Minute schnürte Halil Cetin mit seinem zweiten Treffer des Tages das 6:2, in der Schlussphase setzten weitere Akteure entscheidende Akzente: Sam Sticht (81.) und Ismael Mohammad (89.) schraubten das Resultat auf 8:2.
Passend dazu freute sich der Coach über die Wirkung der Bank: "Besonders gefreut hat mich, dass zwei Einwechselspieler, einer nach langwieriger Krankheit, der andere mit 16 Jahren, gleich ein Tor geschossen haben." Ohne Nebengeräusche – strittige Szenen blieben aus – rückte so das rein Sportliche in den Fokus. Für die kommenden Aufgaben bleibt der Plan klar umrissen und fußt auf dem, was an diesem Tag funktionierte: "Wir werden weiter so agieren. Die Brust der Spieler wird immer breiter, das Selbstvertrauen wächst. Dass am Ende ein 8:2 stand, passte zur konsequenten Ausnutzung der Schlüsselmomente, wobei wir in der zweiten Halbzeit noch einige hochkarätige Chancen liegen ließen".