In der 2. Klasse Ost trennten sich die Sportunion Wolfern und die SV Grün-Weiß Micheldorf Juniors mit 0:0. Trainer Günter Schmied sprach von einem gerechten Remis, sah seine extrem junge Mannschaft nach der Pause jedoch näher am Sieg. Entscheidend fehlte die Kaltschnäuzigkeit, starke Chancen blieben ungenutzt. Rund um das Abschiedsspiel von Schiedsrichter Brantner sorgten viele Zuschauer und Einlaufkinder für einen besonderen Rahmen – ein Abend, der sportlich offen blieb und doch in Erinnerung bleibt.

Foto von Ian Taylor auf Unsplash
Die erste Halbzeit war eng, die Räume waren knapp, zur Pause stand es folgerichtig 0:0. „Es war ein sehr gerechtes Unentschieden. Beide Teams hatten ihre Chancen“, ordnete Micheldorf-Coach Günter Schmied ein. Nach dem Seitenwechsel legten seine Burschen spürbar zu. „Wir waren nach der Pause näher am Sieg, weil wir einen Zahn zugelegt und zwei, drei richtig gute Möglichkeiten herausgespielt haben.“ Doch der Ball wollte nicht über die Linie: „Zweimal war es eine knappe Abseitsposition, zweimal hat der Tormann sehr gut gehalten, und einmal ging der Ball einen Zentimeter daneben.“ So blieb es trotz des Micheldorfer Schwungs beim 0:0, ein Resultat, das zum Spiel passte, auch wenn der Gast der Entscheidung etwas näherkam.
Schmied stellte nach dem Abpfiff vor allem den Charakter seiner Mannschaft heraus. „Wir haben gemerkt, dass meine ganz, ganz junge Mannschaft – wir waren heute sicher nicht älter als achtzehn Jahre – einfach das Herz am Platz gelassen hat, auch bei der Hitze. Die haben es sehr, sehr gut gemacht.“ Dass am Ende der Jubel über ein Tor ausblieb, erklärte er nüchtern: „Uns hat einfach die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt.“ Das hänge auch mit dem Alter zusammen. „Unsere Stürmer sind sechzehn oder siebzehn Jahre, da verzeiht man den einen oder anderen Fehler.“ Der Auftritt macht ihm dennoch Mut: Einsatz, Laufbereitschaft und Ordnung stimmten – Zutaten, auf die sich in den kommenden Wochen aufbauen lässt.
Auch den Gegner sah Schmied so, wie man ihn erwarten durfte. „Der Gegner war sehr kompakt, so wie wir ihn erwartet haben.“ Viele klare Möglichkeiten ließ Wolfern nicht zu – auch, weil die Juniors diszipliniert verteidigten. „Sie haben sich beim Herausspielen von Torchancen schwergetan, weil es meine Mannschaft im Defensivverbund sehr gut gemacht hat.“ Ein Extra-Lob bekam das Schiedsrichterteam. „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut. Wir hatten eine Dreierbesetzung, weil es das Abschiedsspiel von Herrn Brantner war. Ich gratuliere ihm ausdrücklich zu seiner Karriere. Mit drei echten Schiedsrichtern ist es halt schon ein anderes Spiel.“
Die Kulisse passte dazu. „Es war eine sehr gute Stimmung, viele Zuschauer, Einlaufkinder – ein tolles Erlebnis für meine jungen Kicker.“ Sportlich nimmt Micheldorf als Tabellen-14. den Zähler mit, Wolfern bleibt als Elfter stabil. Für die Juniors gilt: Die Energie dieses Auftritts mitnehmen – und vor dem Tor Schritt für Schritt kaltschnäuziger werden.