Zum Einstand in der 2. Klasse Ost hat der SC Ernsthofen gegen die Union Dietach 1b eine schmerzhafte 2:5-Heimniederlage hinnehmen müssen. Trainer Tomislav Proleta sah den Knackpunkt schon früh in der Partie: Seine Mannschaft ließ in der Anfangsphase gute Möglichkeiten ungenutzt, während die Gäste ihre ersten Chancen konsequent verwerteten. Dass Ernsthofen trotz des klaren Rückstands nie aufgab, war für den Coach einer der wenigen Lichtblicke.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für Tomislav Proleta war schnell klar, wo diese Partie verloren ging. „Definitiv in den ersten dreißig Minuten“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff, und er begründete das sehr deutlich. Ernsthofen habe in dieser Phase selbst zwei sehr gute Einschussmöglichkeiten auf das 1:0 gehabt, sich dafür aber nicht belohnt. Stattdessen schlug Union Dietach 1b mit bemerkenswerter Effizienz zu. Kevin Popovici brachte die Gäste schon in der 4. Minute mit 1:0 in Führung, nachdem Dietach laut Proleta mit dem ersten Befreiungsschlag überhaupt zur ersten Torchance gekommen war. Nur wenig später erhöhte Noah Danninger auf 2:0, und in der 26. Minute stellte Kevin Scherhammer per direktem Freistoß auf 3:0. „Dietach war sehr kaltschnäuzig vorm Tor und wir sind leider an unseren eigenen Torchancen gescheitert“, fasste Proleta die Anfangsphase zusammen, die aus seiner Sicht die Richtung des Abends vorgab.
Trotz des frühen Rückschlags wollte der Trainer seiner Mannschaft nicht vorwerfen, sich aufgegeben zu haben. Genau das hob er sogar ausdrücklich hervor. „Wir haben uns in keinster Weise hängen gelassen“, sagte Proleta, und dieser Punkt zog sich durch seine gesamte Analyse. Auch nach dem 0:2 habe Ernsthofen wieder gute Möglichkeiten auf den Anschlusstreffer gehabt, doch erneut fehlte die nötige Ruhe und Konsequenz vor dem Tor. Erst in der 40. Minute gelang das 1:3, als Isai Himmelbauer verkürzte und dem Heimteam vor der Pause noch einmal neue Hoffnung gab. Proleta hatte den Eindruck, dass Union Dietach 1b in dieser Phase etwas nachlässiger wurde und sich vielleicht schon zu sicher fühlte. Für Ernsthofen war dieser Treffer wichtig, weil das Spiel damit zumindest zur Halbzeit noch nicht völlig außer Reichweite war. Mit dem 1:3 zur Pause blieb die Tür einen Spalt offen, auch wenn die Ausgangslage bereits schwierig war.
Die zweite Hälfte begann dann aus Sicht des SC Ernsthofen so, wie sie nicht beginnen durfte. Schon in der 52. Minute stellte Kevin Scherhammer auf 4:1 für Union Dietach 1b, und genau dieses Tor beschrieb Proleta als weiteren schweren Schlag. Der Trainer sprach von einem individuellen Abwehrfehler, der direkt bestraft worden sei. Damit war die Hoffnung auf eine echte Aufholjagd rasch wieder kleiner geworden. Spätestens mit dem 1:5 durch Kevin Popovici in der 70. Minute war die Partie dann entschieden. Dass Willibald Kneidinger in der 88. Minute noch auf 2:5 verkürzte, änderte nichts mehr am Ausgang, passte aber zu dem Punkt, den Proleta mehrfach betonte. „Wir haben es auch nach dem 1:4, nach dem 1:5 weiter probiert, obwohl es mental extrem schwierig war“, sagte er. Für den Trainer war deshalb zumindest positiv, dass seine Mannschaft bis zum Schluss versucht habe, etwas mitzunehmen, auch wenn sie den Gegner nicht mehr ernsthaft unter Druck bringen konnte.
Neben der schwachen Chancenverwertung und den zu einfachen Gegentoren sprach Proleta auch sehr respektvoll über den Gegner. Er sah in der Union Dietach 1b eine junge, schnelle und gut eingespielte Mannschaft, die vor allem über die Seite Tempo entwickelt habe und genau gewusst habe, wie sie zu ihren Möglichkeiten kommt. „Großer Respekt an die junge Dietacher Mannschaft“, sagte der Coach und verwies darauf, dass man bei einigen Spielern merke, dass sie bereits höherklassige Erfahrungen gesammelt hätten. Den spielentscheidenden Unterschied brachte er dennoch auf eine einfache Formel: „Sie haben aus drei Torchancen drei Tore gemacht, und wir aus fünf Hochkarätern kein einziges.“ Strittige Situationen wollte Proleta nicht als Ausrede gelten lassen. Er sprach von einer fair geführten Partie ohne besondere Aufreger. Für Ernsthofen gehe es nun darum, die richtigen Lehren mitzunehmen. „Uns hat eine höhere Chancenauswertung gefehlt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Gegentore besser verteidigen, bessere Entscheidungen treffen und vor dem Tor wieder die nötige Ruhe haben.“ Genau darin liegt nach diesem 2:5 zum Auftakt die wichtigste Aufgabe für die nächsten Wochen.