In der 2. Klasse Süd-West verabschiedete sich die Union Tarsdorf mit einem 4:3 gegen die Sportunion Raiffeisen St. Peter am Hart von der Saison. Nach 1:1 zur Pause legten die Hausherren direkt nach Wiederbeginn mit mutigem Pressing zwei schnelle Treffer nach und stellten auf 3:1, später gar 4:1. Die jungen Gäste kamen noch heran, am Ende blieb es beim Heimsieg. Trainer Nicki Brandstätter lobte das Kollektiv trotz Ausfällen und sprach von einem „nahezu perfekten“ Re-Start.

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Tarsdorf hatte schon im ersten Abschnitt mehr vom Spiel. Alexander Friedl brachte die Heimischen früh mit 1:0 in Front (11.), der Ausgleich durch Philipp Knaflic kurz vor der Pause (40.) tat der Stimmung aber einen Dämpfer. „Wir waren in der ersten Halbzeit komplett überlegen, konnten aber nur ein Tor schießen. Durch eine Unachtsamkeit haben wir kurz vor der Pause das 1:1 bekommen“, meinte Nicki Brandstätter. Nach Wiederbeginn kam genau die Antwort, die sich der Coach erhofft hatte: „Der Start in die zweite Halbzeit war nahezu perfekt. Mit ein paar gut gesetzten Pressingmomenten hatten wir hohe Ballgewinne und haben das zweite und dritte Tor postwendend nach der Pause gemacht.“ Adrian Mayer stellte in Minute 47 auf 2:1, nur eine Minute später erhöhte Friedl auf 3:1 (48.). Als Friedl nach rund einer Stunde seinen dritten Treffer nachlegte (58.), schien der Deckel drauf. St. Peter a.H. gab aber nicht auf: Andreas Auer verkürzte auf 4:2 (61.), Ammar Setkic stellte in der Schlussphase auf 4:3 (81.). Mehr ließen die Tarsdorfer anschließend nicht zu.
Brandstätter stellte nach dem Abpfiff die Mannschaft über alles. „Ausschlaggebend war das Kollektiv. Wir sind wegen vieler Ausfälle quasi mit einer Rumpfmannschaft aufgelaufen, aber die Jungs haben das sehr gut abgefedert“, sagte der Tarsdorf-Trainer. Er hob zwei Tugenden besonders hervor: „Unsere größte Stärke war heute die Technik, da waren wir dem Gegner überlegen. Und auch im Kämpferischen haben wir nie zurückgesteckt.“ Ganz ohne Kritik wollte er den Abend aber nicht stehen lassen. „Verbesserungspotenzial gibt es in der Defensivbewegung. Da waren wir zum Teil schlampig, deshalb kassieren wir auch drei Gegentore“, ordnete er nüchtern ein. Zum Gegner fand er faire Worte: „St. Peter war eine junge, unerfahrene Mannschaft. Dadurch war es in manchen Situationen für uns etwas leichter.“ Auch zum Unparteiischen gab es kein böses Wort: „Es gab keine strittigen Szenen, die Schiedsrichterleistung war gut.“
So sehr sich Tarsdorf über das 4:3 freute, so besonders war die Stimmung nach dem Schlusspfiff. „Die Stimmung war zwiegespalten: Es war unser letztes Spiel als eigenständiger Verein. Nächste Saison gehen wir in eine Spielgemeinschaft mit der Union Ostermiething. Heute haben wir auch einige Spieler sowie den Sektionsleiter und den Trainer verabschiedet – das war natürlich emotional“, erklärte Brandstätter. Der Coach blickt dennoch optimistisch nach vorne: „Wir gehen mit gutem Gewissen in die Spielgemeinschaft mit Ostermiething, weil wir überzeugt sind, dass da etwas Positives entsteht.“ Ein persönliches Danke durfte nicht fehlen: „Ich möchte mich vor allem bei unserem Sektionsleiter Erich Erbschwendtner bedanken. Er hat uns Trainer immer unterstützt und war auch als Spieler immer da – er hat alles für den Verein gegeben.“ Mit diesem Mix aus Erleichterung über den Heimsieg und Wehmut über das Ende eines Kapitels geht Tarsdorf in einen neuen Abschnitt, der laut Brandstätter von Zusammenhalt und Mut getragen werden soll.