In der 2. Klasse Süd-West haben die SV Lugstein Cabs Friedburg Juniors gegen die Union Raiffeisen Geretsberg einen späten 2:1-Heimsieg gefeiert. Nach torloser erster Hälfte brachte Sebastian Matejka die Gastgeber in Front, Markus Sinzinger glich rasch aus, ehe Jakov Stevic in der Nachspielzeit entschied. Für Neo-Trainer Nicola Rago war es aber nicht nur ein Sieg auf dem Papier, sondern vor allem ein Mittwochabend, an dem seine Mannschaft neues Vertrauen in sich selbst gefunden hat.

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Vieles lief dabei genauso, wie es Rago nach dem Schlusspfiff schilderte. Zur Pause stand es 0:0, ehe die Juniors nach 59 Minuten den ersten Treffer setzten. „Nach einem Standard war es Matejka, der für uns traf“, sagte der Trainer über das 1:0 von Sebastian Matejka. Lange tragen konnte Friedburg die Führung aber nicht, denn nur vier Minuten später stellte Markus Sinzinger auf 1:1. Genau diese schnelle Antwort des Gegners machte den offenen Charakter der Partie deutlich. Rago sprach von einem „spannenden und teilweise dramatischen Spiel“. In der Schlussphase blieb alles offen, ehe Jakov Stevic in der 91. Minute den entscheidenden Treffer setzte und den Gastgebern doch noch die drei Punkte sicherte.
Der Heimsieg war aus Sicht des Trainers allerdings keiner, bei dem seine Mannschaft den Gegner über weite Strecken im Griff hatte. Im Gegenteil: „Wir hatten vor allem in der Defensive immer wieder Schwierigkeiten“, sagte Rago offen. Geretsberg machte den Juniors mit seiner Art zu spielen das Leben schwer. „Der Gegner war körperlich stark, schnell im Konterspiel und gut bei hohen Bällen, wo unsere Jungen Schwierigkeiten hatten“, erklärte der Friedburger Coach. Umso wichtiger war, dass der eigene Torhüter immer wieder zur Stelle war. „Unser Torhüter erwischte einen super Tag und verhinderte mit mehreren starken Paraden, dass wir erneut ohne Punkte vom Platz gehen“, sagte Rago. Dass Friedburg trotz dieser Probleme im Spiel blieb, war damit ein wesentlicher Punkt auf dem Weg zum späten Erfolg.
Rago legte nach dem Schlusspfiff großen Wert darauf, den Sieg nicht nur über das Ergebnis zu erklären. Für ihn begann dieser Abend schon vor dem Anpfiff mit einer klaren Botschaft in der Kabine. „Wir haben uns schon in der Kabine vorgenommen, alles zu geben, füreinander zu kämpfen und vor allem unsere positive Energie zurückzugewinnen“, berichtete er. Nach den vergangenen Ergebnissen sei es besonders wichtig gewesen, dass der Frust nicht die Richtung vorgibt. „Unsere Botschaft lautete nicht: Wir müssen heute gewinnen, sondern: Wir müssen heute wieder anfangen, gemeinsam an uns selbst zu glauben“, sagte Rago. Gerade deshalb sei dieser Erfolg für ihn so wertvoll, weil er seiner Mannschaft nicht nur Punkte, sondern auch neues Vertrauen gegeben habe.
Dazu passte auch, wen der neue Trainer nach dem Spiel besonders hervorhob. Rago sprach von einem besonderen Lob für die jungen Spieler und nannte mit Johannes Eidenhammer, Jonas Koller, Emil Auer und Adin Bahtic gleich mehrere Akteure, die sich in so einer Partie behaupten mussten. „Mit 15, 16 Jahren spielen sie schon im Erwachsenenbereich“, sagte er und verband das sofort mit Anerkennung für ihren Einsatz. Insgesamt zog der Coach deshalb ein positives, aber keineswegs blind euphorisches Fazit: „Aufgrund unseres Einsatzes und unserer kämpferischen Einstellung haben wir uns diesen Erfolg verdient, auch wenn wir spielerisch noch einiges verbessern müssen.“ Der Blick geht bei den SV Friedburg Juniors damit schon weiter. „Unser Weg ist noch lange nicht zu Ende. Der Sieg soll nicht nur drei Punkte bringen, sondern auch neues Vertrauen in unsere gemeinsame Arbeit.“