Spektakel in der 2. Klasse Süd: Auf dem kleinen Platz und bei strömendem Regen setzte sich die ASKÖ Raika Gosau in der 15. Runde mit 5:4 gegen die Union Raika Regau durch. Neun Treffer, ständig wechselnde Führungen – am Ende jubelten die Hausherren über einen Heimsieg, der spät fixiert wurde. Regau steckte nie auf, holte ein 0:2 auf, ging nach der Pause sogar zweimal vorne weg, kassierte aber jeweils prompt die Antwort. Trainer Robert Engl sprach von einer fairen, intensiven Partie – und von einer bitteren Niederlage, die trotzdem viel über den Charakter seiner jungen Mannschaft erzähle.

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Vom Anpfiff weg war Tempo drinnen. Miroslav Grom stellte schon in Minute 5 auf 1:0 für Gosau, Bernard Majic legte in der 21. nach – 2:0. Regau brauchte Antworten und bekam sie: Andrija Andrijevic traf in der 25. zum 2:1 und besorgte in der 43. auch den Ausgleich, damit ging es mit 2:2 in die Kabinen. Nach der Pause drehte sich das Spiel kurzfristig komplett in Richtung der Gäste. Zuerst brachte Tobias Trieb Regau in der 56. Minute 3:2 in Front, doch nur zwei Minuten später glich Lorenz Wallner zum 3:3 aus. Wieder legte Regau vor – Calvin Kern traf in der 65. zum 4:3 –, und wieder konterte Gosau rasch: Grom stellte in der 69. auf 4:4. Das letzte Wort hatten schließlich die Hausherren: Wallner schnürte in der 74. Minute seinen Doppelpack und fixierte mit dem 5:4 den Heimsieg in einem Spiel, das kaum Verschnaufpausen kannte.
Robert Engl war nach dem Schlusspfiff hin- und hergerissen. Einerseits prägten Rahmenbedingungen und Kampfgeist die Partie. „Es war auf dem kleinen Platz in der Gosau bei strömendem Regen eine sehr kampfbetonte, fair geführte Partie“, sagte der Regau-Trainer und betonte: „Meine Mannschaft hat unglaubliche Moral gezeigt.“ Dass sein Team nach einem frühen 0:2 zurückkam, zum 2:2 ausglich und nach der Pause sogar zweimal wieder in Führung ging, wertete er als Beleg für den Charakter der Truppe. Gleichzeitig blieb Engl selbstkritisch, was das große Ganze betrifft: „Momentan kriegen wir einfach viel zu viele Tore. An dem müssen wir arbeiten – an der Defensivstruktur.“ Vorwürfe an die eigenen Spieler wollte er dennoch nicht gelten lassen: „Heute hat bei meiner Mannschaft alles funktioniert, da gibt es überhaupt keine Kritik.“ Er erinnerte daran, wie jung die Regauer auftraten: „Wir sind wieder mit zehn Spielern unter 19 am Platz gestanden. Wir arbeiten nicht ergebnisorientiert, sondern prozessorientiert.“
Engl zollte dem Gegner ausdrücklich Respekt: „Gosau hat sehr viele Zweikämpfe gewonnen. Sie sind zu Hause heimstark, haben da heuer viele Punkte geholt.“ Besonders im Angriff habe man die Gefahr stets gespürt: „Mit Miroslav Grom in der Spitze sind sie schwer auszurechnen.“ Diskussionen über Pfiffe gab es keine: „Die Schiedsrichterleistung war hervorragend, es gab keine strittigen Situationen.“ Unterm Strich sah der Coach eine Partie auf Augenhöhe: „Der Glücklichere hat gewonnen.“ Gleichzeitig stellte Engl die Weichen: „Ich habe mit dem Vorstand beschlossen, bis Juni 2027 weiterzumachen. Wir sehen das als Neustart und nutzen die nächsten elf Spiele – fünf Meisterschaftsspiele plus sechs Tests – als Vorbereitung für die nächste Saison. Unsere sehr jungen Spieler sollen viele Minuten bekommen, wir wollen eine super Truppe für nächstes Jahr aufstellen.“