In der 2. Klasse Süd hat die SPG Grünau/Pettenbach 1b beim ATSV Timelkam nach spätem Hin und Her mit 2:3 verloren. Nach torloser erster Hälfte brachte Oliver Seyr die Gäste in Front, am Ende stand aber eine Last-Minute-Niederlage. Trainer Patrick Bammer rückte danach weniger das Ergebnis als vielmehr die aus seiner Sicht aufgeheizten Begleitumstände in den Mittelpunkt und sagte: „Wir sind mit dieser Situation nicht mehr klargekommen.“

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Zur Pause war noch nichts entschieden, weil beide Mannschaften beim 0:0 blieben. Bammer sprach von einer körperbetonten Partie mit Chancen auf beiden Seiten, ohne dass sich zunächst jemand entscheidend absetzen konnte. Die Tore fielen dann erst nach dem Seitenwechsel und vor allem in der Schlussphase. In Minute 70 brachte Oliver Seyr die SPG mit 1:0 in Führung. Lange hielt dieser Vorsprung allerdings nicht, denn nur zwei Minuten später fiel laut Spielbericht durch ein Eigentor von Mario Malzner das 1:1. Timelkam legte in der 81. Minute nach, als Alexander Oberperfler zum 2:1 traf. Grünau/Pettenbach 1b kam aber noch einmal zurück, weil Florian Fekete in Minute 88 das 2:2 erzielte. Dass am Ende dennoch nichts Zählbares mitgenommen wurde, lag am späten 3:2, für das erneut Oberperfler in der 90. Minute sorgte.
Der Trainer der Gäste wollte seiner Mannschaft nach dem Abpfiff ausdrücklich keinen Vorwurf machen. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, stellte Bammer klar und verwies dabei auch auf die personelle Ausgangslage. „Wir sind eine junge Mannschaft. Wir sind wieder mit einer Mannschaft hingefahren, mit einem Altersdurchschnitt weit unter 20 Jahren.“ Gerade deshalb ordnete er das 2:3 anders ein als eine gewöhnliche Niederlage. Aus seiner Sicht war nicht die fußballerische Qualität der entscheidende Unterschied, sondern der Umgang mit dem Verlauf und der Härte der Partie. „Meine Spieler waren auch überfordert mit dieser Situation“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass in der ersten Halbzeit mehr drin gewesen wäre. „Vielleicht müssen wir in der ersten Halbzeit zwei Chancen nutzen“, meinte Bammer. Dass seine Mannschaft nach dem 1:2 noch einmal zum 2:2 zurückkam, zeigte für ihn jedenfalls, dass sich seine Elf sportlich lange gewehrt hatte.
Den deutlichsten Schwerpunkt setzte Bammer nach dem Spiel bei den Begleitumständen. Er nannte die Begegnung ein „absolutes Skandalspiel“ und schilderte die Partie als extrem aufgeheizt. Nach seiner Darstellung gab es eine rund zehnminütige Unterbrechung, nach der seine Mannschaft zwar schnell mit 1:0 in Führung ging, insgesamt aber nicht mehr dieselbe Ruhe fand. Der Coach sprach von einer sehr harten Gangart und davon, dass seine junge Elf mit den Begleitumständen nicht zurechtgekommen sei. „Der Unterschied war einfach, dass meine Mannschaft mit dieser Situation nicht mehr klargekommen ist“, sagte Bammer. Auch den Auftritt des Unparteiischen ordnete er vor diesem Hintergrund ein. Bammer meinte, der Schiedsrichter sei „mit der ganzen Situation überfordert“ gewesen, stellte aber zugleich klar, dass er ihm persönlich „nichts vorwerfen“ wolle.
Sportlich bleibt aus Sicht der Gäste vor allem hängen, dass diese Partie bis in die Schlussphase offen war und die SPG Grünau/Pettenbach 1b trotz Rückschlägen immer wieder eine Antwort fand. Nach der Führung durch Seyr fiel sofort der Ausgleich, nach dem 1:2 durch Oberperfler gelang durch Fekete noch einmal das 2:2. Gerade deshalb war der späte Gegentreffer für Bammer besonders bitter. Er sprach bei der letzten Aktion von einem Freistoßtor nach einer aus seiner Sicht unberechtigten Entscheidung, doch ändern ließ sich das Ergebnis damit nicht. Für seine junge Mannschaft bleibt damit eine Niederlage, in der sie zwar zweimal zurückkam, am Ende aber leer ausging. Mehr noch als das 2:3 beschäftigte den Trainer nach dem Schlusspfiff jedoch, dass die Partie aus seiner Sicht weit über das rein Sportliche hinausging.