In der 2. Klasse Süd hat die ASKÖ Raika Gosau gegen den FC ASKÖ Pinsdorf einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Heimsieg gedreht. Trainer Josip Lucic machte nach dem Schlusspfiff vor allem den Anschlusstreffer vor der Pause und die Reaktion seiner Mannschaft danach zum Schlüssel. „Ab dem 2:1 war der Knoten geplatzt“, sagte er nach einer Partie, in der Gosau nach schwachem Beginn immer besser hineinfand und die zweite Halbzeit klar auf die eigene Seite zog.

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Für Gosau begann die Partie alles andere als nach Wunsch. Die Gäste kamen früh zu ihren Treffern und stellten schon nach einer Viertelstunde auf 0:2. In der 9. Minute brachte Daniel Djedovic Pinsdorf in Führung, in der 15. Minute legte Armin Hrustanovic nach. Lucic sprach hinterher offen an, warum seine Mannschaft so schnell in Rückstand geraten war. „Wir sind schnell 0:2 in Rückstand geraten durch Abwehrfehler“, sagte der Trainer. Gleichzeitig erkannte er den Auftritt des Gegners ohne jede Einschränkung an. Pinsdorf habe Gosau mit diesem Start überrascht und sich die Führung in dieser Phase auch verdient. „Absolut klar in den ersten dreißig Minuten gehörte die Partie Pinsdorf“, meinte Lucic. Für die Gastgeber war das ein unangenehmer Beginn, weil der eigene Plan zunächst gar nicht greifen konnte und der Rückstand erst einmal verarbeitet werden musste.
Die Wende kündigte sich aber noch vor der Pause an. In der 37. Minute traf Lennart Alfred Geyer zum 1:2, und genau dieses Tor stellte Lucic später ganz bewusst in den Mittelpunkt seiner Analyse. „Ab dem Anschlusstreffer hat meine Mannschaft sehr, sehr gut gespielt“, sagte er. Aus seiner Sicht bekam Gosau mit dem 1:2 nicht nur neue Energie, sondern auch wieder Zugriff auf die Partie. Der Ball sollte flach gehalten werden, dazu wollte seine Mannschaft über die Seiten spielen und die Bälle so schnell wie möglich in den Strafraum bringen. „Wir hatten einen klaren Plan“, erklärte der Trainer. Mit diesem Treffer veränderte sich das Spiel aus Gosauer Sicht spürbar. Zur Pause lag die Mannschaft zwar noch 1:2 hinten, doch der Rückstand war nicht mehr Ausdruck einer einseitigen ersten halben Stunde, sondern der Startpunkt für eine Aufholjagd, an die der Trainer schon da wieder glaubte.
In der Kabine wurde die Linie laut Lucic noch einmal klar angesprochen. Seine Mannschaft sollte aktiv bleiben, aber auch ruhig mit der Situation umgehen. „Wir haben besprochen, dass wir aktiv bleiben müssen, aber auch cool mit den Nerven. Das Spiel dauert nicht dreißig Minuten, sondern zweimal fünfundvierzig“, sagte der Gosauer Trainer. Die Antwort folgte schnell. In der 51. Minute gelang Lorenz Wallner der Ausgleich zum 2:2, und dieses Tor hatte für Lucic besonderes Gewicht. Er sprach von einem „schönen Freistoß“ und sagte: „Wenn ich eines herausnehmen müsste, dann den Freistoß zum 2:2.“ Spätestens da kippte die Partie endgültig. „Dann war es von meiner Seite eine Frage der Zeit, bis wir in Führung gehen“, sagte Lucic. Seine Wahrnehmung deckte sich mit dem weiteren Verlauf, denn Gosau blieb am Drücker. Josip Maric stellte in der 80. Minute auf 3:2, Christian Egger sorgte in der 89. Minute mit dem 4:2 für die Entscheidung. Lucic brachte die Kräfteverhältnisse nach der Pause klar auf den Punkt: „In der zweiten Halbzeit hat nur noch unsere Mannschaft gespielt.“
Sosehr sich der Trainer über die drei Punkte freute, so deutlich sprach er auch die Dinge an, die ihm trotz des fünften Saisonsieges nicht gefallen haben. Die größte Stärke seiner Mannschaft sah Lucic am Samstagnachmittag in der Reaktion auf den frühen Rückstand. „Das Auftreten, die Mentalität und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten“ seien entscheidend gewesen, sagte er. Dass die ASKÖ Gosau nach dem 0:2 nicht den Kopf verlor, sondern kontinuierlich nach vorne spielte, wertete er als das wichtigste Signal aus dieser Partie. Gleichzeitig blieb er kritisch, was den Defensivbereich betrifft. „Eindeutig im Abwehrverhalten“ liege weiter das größte Verbesserungspotenzial, meinte Lucic und erinnerte daran, dass seine Mannschaft über die bisherige Saison hinweg zu viele Gegentore kassiert habe. Dem Tabellenvorletzten stellte er trotzdem ein gutes Zeugnis aus. Die ASKÖ Pinsdorf sei mutig aufgetreten, in der Anfangsphase die bessere Mannschaft gewesen und im Vergleich zum Vorjahr deutlich kompakter. Auch rund um den Unparteiischen hatte Lucic nichts zu beanstanden. Strittige Szenen habe es nicht gegeben, und Schiedsrichter Kuljici habe die Partie „von der ersten bis zur 90. Minute im Griff“ gehabt.