Zum Saisonauftakt der 2. Klasse West-Nord hat sich die Union Stroheim am Sonntagnachmittag von der Union R&R Web Neukirchen/W. mit 2:2 getrennt. Nach einer starken ersten Hälfte lag die Mannschaft von Neo-Trainer Stefan Rohrhuber durch zwei Treffer von Thomas Ferihumer bereits 2:0 vorne, ehe die Gäste nach der Pause rasch zurückkamen. Entsprechend fiel auch die Einordnung des neuen Trainers aus: Vieles war schon gut, ganz zufrieden wollte er mit dem Remis aber nicht sein.

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Aus Sicht von Stefan Rohrhuber begann die Partie genau so, wie man sich das in Stroheim vorgestellt hatte. „Wir sind super in das Spiel hineingestartet“, sagte der Trainer, obwohl seiner Mannschaft bewusst gewesen sei, „dass ein starker Gegner auf uns zukommt“. Gerade in den ersten Minuten habe Stroheim bereits eine große Gelegenheit auf die Führung vorgefunden und sich danach immer besser in die Partie hineingearbeitet. Rohrhuber sprach davon, dass sich seine Mannschaft „sukzessive super in das Spiel hineingekämpft, hineingebissen“ habe und dabei auch „mit der notwendigen Härte“ aufgetreten sei. Vor allem defensiv passte für ihn in dieser Phase vieles, weil der Absteiger kaum zu Möglichkeiten kam. Auf der anderen Seite belohnte sich Union Stroheim dann auch auf der Anzeigetafel: Thomas Ferihumer traf in der 12. und in der 39. Minute, beide Treffer fielen laut Rohrhuber nach Standardsituationen. Dass es mit einem 2:0 in die Pause ging, war für ihn deshalb folgerichtig. „Wir wären eigentlich selbst schon früher in Führung gegangen oder hätten schon früher die Möglichkeiten gehabt“, sagte er, und auch das 2:0 zur Halbzeit sei „absolut verdient“ gewesen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. Rohrhuber machte vor allem zwei Punkte aus: „Wir haben diese Schärfe oder die Aggressivität nicht mehr aufrechterhalten können“ und „es sind uns etwas die Kräfte geschwunden“. Genau in dieser Phase nutzten die Gäste ihre Gelegenheit, um das Spiel binnen weniger Minuten wieder offen zu machen. Sebastian Probst verkürzte in der 57. Minute auf 2:1, nur zwei Minuten später stellte Tomas Krivacek auf 2:2. Der Stroheimer Trainer beschrieb die beiden Gegentreffer als einen „schön ausgespielten Konter“ und einen „direkt verwandelten Freistoß“, also genau jene Aktionen, die aus einer sicheren Halbzeitführung plötzlich wieder ein offenes Spiel machten. Danach entwickelte sich laut Rohrhuber ein „offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten“. Auch wenn er dabei für seine Mannschaft ein Übergewicht sah, wollte er den Spielverlauf der zweiten Hälfte nicht ausblenden. „Am Ende nach neunzig Minuten haben wir sicher Chancenplus gehabt, um uns den Sieg zu verdienen“, sagte er, schob aber sofort nach: „Nach dem Spielverlauf dürfen wir aber auch mit dem Unentschiedenen nicht unzufrieden sein.“ Genau dieser Satz fasst den Nachmittag aus Stroheimer Sicht wohl am besten zusammen.
Rohrhuber richtete den Blick nach dem Schlusspfiff deshalb nicht nur auf das Ergebnis, sondern auch auf den Entwicklungsstand seiner Mannschaft. In der Sommerpause habe es viele Neuzugänge gegeben, daher sei klar gewesen, „dass sicher noch nicht alles reibungslos funktionieren wird“. Vor allem im spielerischen Bereich sieht er noch Punkte, die die Union Stroheim verbessern muss. Umso wichtiger war für ihn, dass die Grundtugenden bereits da waren. „Die Einstellung, die die Burschen an den Tag gelegt haben, dass sie über 90 Minuten gekämpft haben und sich auch von dem Doppelschlag nicht aus der Balance haben bringen lassen, das war echt beeindruckend“, sagte der neue Trainer. Auch den Gegner beschrieb er als gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, die vor allem nach der Pause ihre spielerische Qualität gezeigt hätten. Mit der Leistung von Schiedsrichter Alic war Rohrhuber ebenfalls einverstanden: „Das war aus meiner Sicht sehr in Ordnung“, erklärte er, auch wenn die Stroheimer einige Gelbe Karten kassierte. Unterm Strich blieb bei ihm daher kein Frust, sondern ein nüchterner Blick auf das Auftaktspiel. „Es wäre mehr möglich gewesen, aber wir nehmen das Unentschieden jetzt und schauen positiv in die nächste Woche“, sagte Rohrhuber. Nach einer starken ersten Halbzeit, dem schnellen Ausgleich und einem offenen Finish geht Stroheim damit mit einem Punkt und mit einem brauchbaren Gefühl in die kommenden Aufgaben.