In der 2. Klasse West hat FußballClub Union Lohnsburg eine Frühjahrsphase hinter sich, die intern deutlich nüchterner bewertet wird als die gute Stimmung im Verein. Rang neun mit 26 Punkten, nur ein Sieg im Frühjahr und mehrere liegen gelassene Partien erklären, warum Sportlicher Leiter Tobias Streif vor allem beim Selbstvertrauen ansetzt. Seine Kernaussage ist klar: „Wir waren teilweise die bessere Mannschaft, aber nicht reif genug, die Spiele zuzumachen.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass die Bilanz am Ende nicht besser ausgefallen ist, wurmt Tobias Streif spürbar. Dabei stellt er gleich zu Beginn klar, dass die Basis im Verein stimmt. „Wir haben im Frühjahr grundsätzlich eine gute Stimmung in der Mannschaft und im Verein gehabt, eigentlich in beiden Mannschaften, in der 1b-Mannschaft und in der Kampfmannschaft“, sagt der sportliche Leiter. Genau deshalb wiegt der sportliche Ertrag für ihn umso schwerer. FußballClub Union Lohnsburg kam in der Tabelle nach ordentlicher Zwischenposition im Laufe der Saison nicht mehr entscheidend nach vorne und beendete die Spielzeit auf Platz neun. In den letzten fünf Partien gab es ein 0:2 gegen Obernberg/Ort, ein 2:3 gegen Union Polling, ein 1:1 gegen St. Johann/Walde, ein 0:0 gegen USV Neuhofen/I. 1b und zum Abschluss ein 0:5 gegen SV Pram. Streif sagt dazu offen: „Sportlich war das Frühjahr nicht zufriedenstellend.“ Besonders ärgert ihn, dass mehrere Spiele aus seiner Sicht in Reichweite gewesen wären. „Bei den fünf Unentschieden waren wir teilweise die bessere Mannschaft, aber wir waren nicht reif genug und hatten nicht das Selbstvertrauen, die Spiele zuzumachen oder zu gewinnen.“
Aus Sicht von Tobias Streif liegt damit auch auf der Hand, wo FußballClub Union Lohnsburg im Sommer ansetzen muss. Er sieht die Mannschaft keineswegs an einem toten Punkt, sondern in einem Lernprozess, der jetzt den nächsten Schritt braucht. „Wir sind in der Entwicklung auf einem guten Weg, aber ergebnistechnisch kann man sich schon mehr erwarten“, sagt er. Der Wunsch für die neue Saison ist deshalb nicht nur ein besseres Ergebnis, sondern auch ein klareres Auftreten. „Wir müssen daran arbeiten, dass die Spieler mehr Selbstvertrauen kriegen und sich mehr zutrauen.“ Vor allem die erfahrenen Kräfte nimmt Streif dabei in die Pflicht. „Die arrivierten Spieler müssen die jungen Spieler mitreißen und sich absolut etwas zutrauen.“ Dahinter steckt auch ein klares Bild, wie FußballClub Union Lohnsburg im Herbst auftreten will. Streif formuliert es deutlich: „Wir wollen einen guten Herbst spielen, Ballbesitzfußball spielen und gegen den Ball aggressiv agieren.“ Dazu kommt ein zweiter Punkt, der für ihn eng damit verbunden ist: Die Mannschaft soll sich spielerisch mehr zutrauen, sich Chancen erarbeiten und diese dann auch konsequenter verwerten. Genau dort hat FußballClub Union Lohnsburg im Frühjahr aus seiner Sicht zu oft entscheidende Meter liegen gelassen.
Große Umbrüche wird es beim FußballClub Union Lohnsburg nicht geben, und genau das ist im Verein auch so gewollt. Tobias Streif betont, dass in der Sommerübertrittszeit kein Spieler den Verein verlassen wird. Gleichzeitig bleibt auch im Umfeld vieles beim Alten. In der Kampfmannschaft gibt es im Trainerstab keine Veränderung, was Streif ausdrücklich begrüßt. „Wir sind sehr froh, dass wir den Trainer verlängern konnten. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Er kann sehr gut mit den jungen Spielern, er kann sehr gut mit der Mannschaft und hat eine klare Vorstellung vom Fußball“, sagt er. Auch die 1b-Mannschaft soll den eingeschlagenen Weg weitergehen. Nach Rang acht und knapp verfehltem Saisonziel sieht Streif „absolut einen Trend nach oben“. Auf Funktionärsebene stehen ebenfalls keine größeren Änderungen an, die Jahreshauptversammlung soll vor allem Kontinuität bringen. Neu dazukommen wird mit Riccardo Wenger von SV Eberschwang ein 17-jähriger Verteidiger, der nach eineinhalb Jahren ohne Fußball wieder einsteigen will. Streif hebt bei diesem Transfer bewusst nicht nur die sportliche Seite hervor: FußballClub Union Lohnsburg wolle ihm auch ein gutes soziales Umfeld bieten und ihm beim Wiedereinstieg helfen.
Für den Herbst setzt FußballClub Union Lohnsburg nicht nur auf mehr Reife, sondern auch auf Spieler, die zuletzt gefehlt haben. Der Kapitän kehrte nach einem Kreuzbandriss und Komplikationen in den letzten drei Spielen der abgelaufenen Saison bereits wieder zurück und sammelte laut Streif wichtige Minuten. Florian Gumpinger musste nach seinem Kreuzbandriss sogar ein ganzes Jahr pausieren und nach der Operation noch einen weiteren Eingriff am Meniskus über sich ergehen lassen, ist inzwischen aber wieder im Training und soll im Laufe des Herbstes wieder eine Option werden. Gleichzeitig hebt Streif hervor, dass sich mehrere junge Spieler gut entwickelt haben. Mit Manuel Grüll und Noah Weninger-Kammerer sei es gelungen, zwei Kräfte näher an die Kampfmannschaft heranzuführen, die sich auf den Außenverteidigerpositionen festgespielt hätten. Auch Jonas Grüll und Felix Auer nennt er als Spieler, die mehr Erfahrung und Souveränität hineinbringen. Lukas Salhofer bescheinigt er trotz eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten einen starken Einsatz, und für Tormann Maximilian Gadermayr findet er besonders klare Worte: „Er hat sich extrem gut entwickelt, war sehr stabil und konstant eine Stütze unserer Hintermannschaft. Er hat definitiv ein extra Lob verdient.“ Genau auf dieser Mischung aus Rückkehrern, jungen Dauerbrennern und mehr Selbstvertrauen baut FußballClub Union Lohnsburg nun für die neue Saison.